Wer ewig strebend sich bemüht -Neue Herausforderungen in der Lehre

 

Die exponentielle Zunahme des Wissens in der Medizin mit der daraus resultierenden Spezialisierung bringen erhebliche neue Herausforderungen für das Medizinstudium. Das heute und morgen relevante Kernwissen muss neu definiert werden, andere Lehrinhalte müssen dafür zurückweichen. Daneben müssen MedizinstudentInnen den eigenständigen Wissenserwerb aus alten und neuen Medien noch mehr trainieren. Schließlich ist die Brücke zu schlagen zwischen der Wunschvorstellung einer möglichst praxisnahen Ausbildung einerseits und einer machbaren fundierten Ausbildung von 600 StudentInnen pro Jahrgang. Das neue Medizincurriculum Wien (MCW) versucht, darauf eine für die ÄrztInnen von morgen brauchbare Antwort zu geben. Die Grundstruktur des MCW sind nicht mehr einzelne Fächer, sondern Themenbereiche, die in „Blöcken“ geordnet werde, sowie durchgezogene, praktisch orientierte „Line“- Elemente. Dabei wird auch der Bedeutung der Rheumatologie verstärkt Rechnung getragen. Die Grundlagen der Rheumatologie kommen jetzt erstmals im 7. Semester im Block „Bewegung und Leistung“ vor, der den Bogen von der Anatomie des muskuloskeletalen Systems über Leistungsphysiologie und Sportwissenschaft, Traumatologie und Orthopädie bis zur Rheumatologie schlägt und eine Reihe anderer Fächer einbezieht.

Sieben akademische Stunden Hauptvorlesung ermöglichen bereits zu diesem Zeitpunkt, wesentliche Krankheitsbilder zu erarbeiten, die bisher erst im letzten Abschnitt gebracht werden konnten und an vielen StudentInnen völlig vorbeigingen. Ergänzt wird das durch ein neues, von Unfallchirurgien, Orthopäden und uns Rheumatologen entwickeltes Gelenkuntersuchungspraktikum als “Line“-Element. Dazu kommen drei Stunden Osteoporose und Osteopathien, und im Block 23 noch zwei Stunden über degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenveränderungen. Das sind echte Chancen für eine bessere Ausbildung – und wir können mit gutem Gewissen behaupten, dass dafür viel Einsatz investiert wird.

Neue Lehrformen erfordern naturgemäß neue Unterlagen, und so haben wir für den Block „Bewegung und Leistung“ ein Lehrbuch herausgegeben, das den ganzen Bereich abdecken soll. Einerseits war es uns ein Anliegen, den relevanten Lernstoff prägnant darzustellen, andererseits soll dieses Buch auf dem letzten medizinischen Stand sein. Um auch die anatomische und radiologische Seite adäquat darstellen zu können, wurde das Buch durch eine CD ergänzt, ein neuer, interaktiver Zugang zur Anatomie. Obwohl das Lehrbuch erst gut ein halbes Jahr alt ist, arbeiten wir bereits an der neuen, noch besseren Version. Und genauso wird an den Lehrveranstaltungen von „Bewegung und Leistung“ gefeilt, aufbauend auf den durchwegs positiven Erfahrungen des ersten Durchgangs. Erfreulicher Weise sind die Vorlesungen wirklich gut besucht, und Interaktion ist kein leeres Wort geblieben. Das heißt aber auch, dass wir als Universitätslehrer eine hohe Verantwortung übernehmen, den Schwung, den die Veränderung gebracht hat, aufrecht zu halten. An der Motivation mangelt es ganz sicher nicht, weder beim Lernen noch beim Lehren, das ist eine der positiven Erfahrungen der „Block-Koordinatoren“. Und es wird eine tragfähige Grundlage sein, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Martin Aringer

 

 

 

Vom merkwürdigen Leben der Rotanten

 

Die Bettenstation der Klinischen Abteilung für Rheumatologie (20K) bietet die Möglichkeit der stationären Behandlung von bis zu 28 Patienten. Sie wird von zwei Oberärzten der Abteilung und bis zu vier Assistenzärzten geführt. Die Ausbildungssituation an der Medizinischen Universität Wien ermöglicht Kollegen anderer Abteilungen, ein Semester an unserer Abteilung zu arbeiten. In der Regel wird dieses Angebot pro Semester von 2-3 Kollegen angenommen. Diese so genannten „Rotationen“ stellen sowohl an die neu an die Abteilung kommenden Kollegen, als auch an das „Stammpersonal“ besondere Anforderungen. Die Rotanten sollen sich nicht nur binnen kürzester Zeit auf die ihnen neuen Gepflogenheiten der Station einstellen, sondern vor allem auch lernen, mit den spezifischen Problemen in Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen umzugehen.

Die schon lange an der Abteilung tätigen Schwestern/ Pfleger, Assistenzärzte und Oberärzte sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, zumindest zwei Mal im Jahr, durch rasche und adäquate Hilfestellung nicht nur die selbstverständliche Kontinuität der Patientenversorgung, sondern auch die rasche Einbettung der Kollegen in unser Team zu gewährleisten. Dies umso mehr, als an unserer Abteilung traditioneller Weise großer Wert auf die möglichst selbstständige Arbeit gerade auch der Assistenzärzte gelegt wird. Aus diesen Gründen haben wir im Laufe der letzten Jahre für die neu an unserer Abteilung arbeitenden Kollegen einen „Crash-Kurs“ in Rheumatologie entwickelt. Dieser wird in den ersten beiden Wochen des Semesters, flexibel eingebettet in die Stationsarbeit, auf der Station 20K von den Oberärzten der Abteilung abgehalten. Mittels Power-Point Präsentationen kann so auf die wichtigsten rheumatischen Erkrankungen eingegangen werden. Konkret besprochen werden

dabei Diagnose und Therapie

• der chronischen Polyarthritis

• der seronegativen Spondylarthropathien

• des systemischen Lupus Erythematousus

• der Sklerodermie

• der übrigen Kollagenosen

• der Vaskulitiden

• der Arthrosen

• der Osteoporose.

Diese informellen, im kleinen Kreis abgehaltenen Seminare ermöglichen es in besonderer Weise, auf Fragen und Probleme der Kollegen einzugehen. Nachdem gerade das bunte Bild rheumatischer Erkrankungen hohe Anforderungen nicht nur an die diagnostischen Fähigkeiten, sondern vor allem auch an eine adäquate Verlaufsdokumentation stellt, wird darüber hinaus ein zweistündiger Biometrie-Kurs abgehalten. Auf diese Weise konnten von 1995-2005 nunmehr 60 Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedensten Fachgebieten mit der Rheumatologie vertraut gemacht werden. Darunter befanden sich nicht nur Assistenzärzte aus den Teilgebieten des Faches Innere Medizin (Angiologie, Kardiologie, Nephrologie, Infektion, Gastroenterologie, Hämatologie, Onkologie, Arbeitsmedizin, Pulmologie, Notfallmedizin) sondern auch aus anderen Fächern wie Dermatologie, Orthopädie, Nuklearmedizin, Physikalische Medizin, Klinische Pharmakologie und Experimentelle Pathologie sowie Kollegen aus dem Krankenhaus Lainz. Genau diese fachliche Breite lässt hoffen, dass die bei rheumatischen Erkrankungen so wichtige Früherkennung in die verschiedensten Fachrichtungen getragen wird und damit möglichst vielen Patienten zu gute kommt.

Abschließend sei aber auch besonders betont, wie viel unsere Abteilung in den letzten 10 Jahren vom vielfältigen Wissen der zu uns rotierten Kollegen profitiert hat. Dafür möchten wir uns bei allen herzlichst bedanken.

Kurt Redlich

 

 

 

Liste der Rotanten

 

SS 95

Dr. Ch. Konnaris (KIM IV/ArbMed),

Dr. Ch. Huemer (Kinderklinik),

Dr. A. Vychytil (KIM III/Nephro)

WS 95/96

Dr. A. Zeiner (Notfall),

Dr. E. Reiter (KIM I/Häma),

Dr. M. Gwechenberger (KIM II/Kard),

Dr. E. Uher (Phys.Med.)

SS 96

Dr. S. Winkler (KIM I/Infekt),

Dr. S. Meghdadi (Nukl. Med),

Dr. Ch. Czerny (Radiologie)

WS 96/97

Dr. W. Füreder (KIM I/Häma),

Dr. T. Paternostro (Phys.Med.),

Dr. A. Seeber (Derma),

Dr. A. Almarzouki,

Dr. A. Studnicka-Benke (KH Lainz)

SS 97

Dr. W. Füreder (KIM I/Häma),

Dr. Th. Neunteufl (KIM II/Kard),

Dr. G. Schnürer (KIM II/Angio),

Dr. M. Wutte (KIM II/Kard),

Dr. T. Paternostro (Phys.Med.)

WS 97/98

Dr. M. Fiegl (KIM I/Häma),

Dr. S. Li (Nukl.Med.),

Dr. M. Hejna (KIM I/Onko)

SS 98

Dr. A. Staudenherz (Nukl.Med.),

Dr. M. Riedl (KIM III/Endo),

Dr. P. Bitzan (Orthopädie),

Dr. Ch. Zimmermann (KH Lainz)

WS 98/99

Dr. G. Delle-Karth (KIM II/Kard),

Dr. W. Hulla (Allg.Exp.Patho),

Dr. B. Parschalk (KIM I/Infekt)

SS 99

Dr. T. Schenk (KIM I/Onko)

WS 99/2000

Dr. R. Berger ( KIM II/Kard),

Dr. M. Hülsmann (KIM II/Kard),

Dr. J. Mascherbauer (KIM II/Kard),

Dr. D. Mörtl (KIM II/Kard)

SS 2000

Dr. Th. Kos (Kim II/Angio),

Dr. O. Schuhfried (Phys. Med.),

Dr. G. Böhmig (KIM III/Nephro)

WS 2000/2001

Dr. M. Holzer (Notfall),

Dr. C. Rintelen (KIM I/Häma),

Dr. G. Karanikas (Nuk.Med.),

Dr. M. Willheim (Allg.Exp.Patho)

SS 2001

Dr. M. Nikfardjam (KIM II/Kard),

Dr. A. Weltermann (KIM I/Häma),

Dr. K. Zedwitz-Liebenstein (KIM I/Infekt),

Dr. G. Sengölge (KIM III/Nephro)

WS 2001/2002

Dr. W. Behringer (Notfall),

Dr. A. Ferlitsch (KIM IV/Gastro),

Dr. D. Demetriou (KIM III/Nephro),

Dr. U. Wiedermann (Allg. Exp. Patho)

SS 2002

Dr. R. Rosenhek (KIM II/Kard),

Dr. A. Hofmann (KIM I/Infekt),

Dr. J. Pleiner (Klin.Pharm.)

WS 2002/2003

Dr. R. Reiter (Klin.Pharm.),

Dr. M. Homoncik (KIM IV/Gastro),

Dr. B. Richter (KIM II/Kard)

SS 2003

Dr. A. Berer (KIM I/Häma),

Dr. K. Vonbank (KIM IV/Pulmo),

Dr. A. Niessner (KIM II/Kard),

Dr. M. Saemann (KIM III/Nephro),

Dr. M. Mierau (KH Lainz)

WS 2003/2004

Dr. L. Kazemi (KIM IV/Gastro),

Dr. M. Penz (KIM IV/Gastro),

Dr. H. Hofer (KIM IV/Gastro),

Dr. A. Hauser (KIM III/Nephro)

SS 2004

Dr. M. Wichlas (KIM IV/Gastro),

Dr. M. Schöniger-Hekele (KIM IV/Gastro),

Dr. J. Wolf (KH Lainz),

Dr. M. Keilani (Phys. Med.)

WS 2004/2005

Dr. H. Losert (Notfall),

Dr. W. Hagen (KIM III/Nephro)

SS 2005

Dr. Ch. Pötzi (Nuk. Med),

Dr. M. Herzeg (Phys. Med),

Dr. U. Derhaschnig (Notfall)

 

 

 

Berichte der Rotanten

 

Das „Rheumatologie-Semester“ ... da fällt mir spontan ein: ein geniales (und Gott sei Dank langes Sommer-) Semester. Kaum eine Rotation erlebt, die so vielfältig war, vor allem aber auch so viel Spaß gemacht hat. Unter der Leitung von Prof. Smolen war damals Prof. Graninger stationsführend. Dr. Köller war „Seniorassistent“. Assistenten waren Dr. Grisar, Dr. Stummvoll, Dr. Aletaha, Dr. Jimenez und Dr. Bobacz. Dr. Kos (Angiologie) und ich (Nephrologie) waren „zurotiert“. Wir haben uns alle, letztlich auch abseits der täglichen Routine, bestens verstanden und tun es jetzt noch. Unvergesslich natürlich das Pflege-Team, allen voran Stationsschwester Doris Weber. Wie eingangs erwähnt war das Semester in medizinischer/wissenschaftlicher Hinsicht extrem vielfältig. Für mich von der "Nephro" war der Kontakt mit sonst kaum anzutreffenden rheumatologischen Problemfällen ausgesprochen lehrreich. Wir betreuten Patienten mit seltenen Krankheitsbildern, wie M. Wegener, Churg Strauss Syndrom oder Sklerodermie (nur um einige zu nennen) mit allen ihren spezifischen Problemen. Eindrucksvoll waren zudem die zahlreichen SLE-Patienten, und natürlich auch RAFälle in all ihrer Komplexität. Unvergessen bleibt mir der Fall eines Kindes, welches bei hohem Leidensdruck (Gelenksaffektionen, Hautbeteiligung, neurologische Beteiligung) mit der Verdachtsdiagnose eines Hyper-IgD Syndroms zur weiteren Abklärung zugewiesen wurde. Es wurden auf 20K eingehende Untersuchungen eingeleitet, die diese Diagnose nicht bestätigten konnten, letztlich aber (in Zusammenarbeit mit der Kinderklinik) die Diagnose eines seltenen, einer Therapie zugänglichen genetischen, Defekts erbrachten. Zusammenfassend: ein geniales Semester. Georg Böhmig, Abt. f. Nephrologie und Dialyse, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Medizinische Universität Wien Sehr geehrte Damen und Herren, seit vielen Jahren ist die Rotation der AssistentenInnen an verschiedene Kliniken/Abteilungen wesentlicher Bestandteil der Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin am AKH. Auch wenn es kein direktes Ranking gibt, so steht eine Rotation an die Klinische Abteilung für Rheumatologie auf der Wunschliste der AssistentenInnen ganz oben. Die Zahl der potentiellen Bewerber für eine Rotation an die Rheumatologie war in den vergangenen Jahren immer weitaus größer als die der verfügbaren Plätze und dies ist sicherlich nicht allein auf den Charme des Fachgebietes zurückzuführen. Die Beliebtheit hängt unmittelbar mit dem jungen und motivierten Ärzteteam der Abteilung zusammen. Neben dem stetigen Bemühen, den zurotierten AssistentenInnen praktisch-klinische Rheumatologie zu vermitteln, zeigt das Team auch stets Interesse an fachfremdem, klinischen Spezialwissen der zurotierten AssistentenInnen. Meine Rotation an die Rheumatologie (Bettenstation 20K) lag am Ende der Facharztausbildung und war ein Gewinn in jeder Hinsicht. Gerne erinnere ich mich an die Visiten, bei denen Diskussionen über neue Studienergebnisse und Guidelines sowie die daraus abzuleitenden Therapiestrategien erwünscht waren, aber auch die genaue, klinische Beurteilung synovialer Schwellungen und Schmerzdruckpunkte. Menschlichkeit und echtes Interesse am Patienten waren immer spürbar. Wirklich beeindruckt hat mich auch die „bidirektionale Corporate Identity“, wobei das Bidirektionale das eigentliche Kernstück ist: Ein Chef, der stolz ist auf sein Team (und dazu zählen auch die zurotierten AssistentenInnen) und dieses in all seinem Tun fördert, und ein Team, das dies zu schätzen weiß und seinerseits auf seinen Chef stolz ist.

 

Ansgar Weltermann,

Abteilung für Hämatologie, Universitätsklinik

für Innere Medizin I, Medizinische Universität Wien

 

 

 

Berichte unserer Famulanten

 

Gemeinsam mit zwei Kollegen absolvierte ich das vierwöchige Intensivpraktikum Innere Medizin an der Abteilung für Rheumatologie, Station 20 K. In dieser Phase des Studiums hat man ja schon einige Praktika hinter sich – manch gute, leider aber auch einige, bei denen man weder den Eindruck hat etwas gelernt, noch etwas Sinnvolles geleistet zu haben. Umso erfreulicher die Erfahrungen, die wir auf 20 K sammeln konnten. Arbeit gibt es genug auf der Station, die „Spritzenwägen“ sind morgens voll mit (noch) leeren Blutröhrchen, Spritzen und Infusionen. Eine gute Gelegenheit, die Grundfertigkeiten des ärztlichen Berufes zu üben und Kontakte zu den Patienten zu knüpfen. Neben der Teilnahme an der Morgenvisite gehörte die Aufnahme neuer Patienten (Anamnese und vollständiger Status) zu unseren Pflichten. Besonders profitiert habe ich von den Gesprächen mit den Assistenzärzten und Professoren, die mit mir sehr sorgfältig jede von mir gemachte Aufnahme im Detail besprochen und alle offenen Fragen geklärt haben. Die Lehre an der Abteilung für Innere Medizin III ist gut organisiert, täglich zu Mittag gibt es eine (meist interaktive und kurzweilige) Vorlesung zu den Themen EKG, Harnsediment, Blutbefunde, Reanimation und „Mein erster Nachtdienst“. Insbesondere für letztere Vorlesungen war ich sehr dankbar, da gut die Brücke zwischen unserem Theorie – lastigen Studium und dem klinischen Alltag geschlagen wurde. Obwohl die offizielle Dienstzeit für uns Studierende um 13 Uhr endet, blieben wir oft viel länger. Das Klima auf der Station ist sehr angenehm, „dumme Fragen“ existieren nicht, jede/r war bemüht, uns möglichst viel beizubringen. So nützten wir die Chance, und lernten von den Erfahrungen, die Ärzte, Schwestern und Pfleger in vielen Jahren gesammelt haben. Ich habe in diesem Praktikum viel über das Fach Innere Medizin gelernt. Mir hat die Gewissenhaftigkeit, Empathie und Sympathie, die vom Ärzte- und Pflegepersonal den Patienten entgegengebracht wurde, sehr gefallen. Vier Wochen lang fühlte ich mich als wertvolles Mitglied eines tollen Teams.

Danke!

Agnes Jäger

(Studienrichtungsvertreterin Humanmedizin)

 

Die Entscheidung, auf der Abteilung für Rheumatologie, der Universitätsklinik für Innere Medizin III zu famulieren, traf ich einerseits aufgrund meines Interesses für das Fach Rheumatologie und andererseits aufgrund der Empfehlung einiger Studienkollegen, die ihrerseits bereits eine Famulatur auf dieser Abteilung absolviert hatten und mir durchwegs positive Erfahrungen berichteten. Also entschloss ich mich März 2004 für 4 Wochen auf der Station 20K zu famulieren. Auch ich hatte von Beginn an nie den Eindruck nur eine passive Rolle in der Systemerhaltung zu spielen, sondern bekam auch die Möglichkeit selbständig Anamnesen zu erheben. Dabei hatte ich jederzeit Gelegenheit die Diagnose als auch das weitere therapeutische Vorgehen mit einem der Assistenzärzte beziehungsweise Assistenzärztinnen besprechen zu können, wobei ich dabei nie das Gefühl hatte anfallende Fragen nicht stellen zu können. Die gleiche Erfahrung hatte ich auch bei der täglichen Visite, von der ich auch wesentlich profitiert habe, da sich die zuständigen Oberärzte einerseits immer wieder die Zeit genommen haben ein paar erklärende Sätze zu den jeweiligen Patienten zu sagen. Andererseits hatte ich auch hier das Gefühl, dass ich anfallende Fragen jederzeit stellen konnte und diese mir auch beantwortet werden. Darüber hinaus hatte ich auch die Gelegenheit meinem persönlichen Interesse an der Rheumatologie weiter nachzugehen. Zusammenfassend kann man sagen, dass ich meine Zeit auf der Station sehr effizient nutzen konnte, ich dabei viel gelernt habe und ich hatte von Anfang an das Gefühl ein Teil des Teams zu sein.

Michael Bonelli

 

 

 

Was tun?

Der Intensivkurs Innere Medizin

 

In den letzten Jahren hat er sich schon ins Bewusstsein eingegraben und für ganz junge Kollegen mag er wie eine Selbstverständlichkeit wirken: Der Intensivkurs Innere Medizin (IKIM), die gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Universitätskliniken für Innere Medizin, der Notfallmedizin und der klinischen Pharmakologie. Und doch hat die Initiative zu dieser in Wien einmaligen Veranstaltung etwas mit der Rheumatologie zu tun, wenn auch ein wenig indirekt. Begonnen hat alles vor 3 Jahren, als die Rotationsbeauftragten der KIM I, II und III (Dr. Weltermann, Dr. Nikfardjam, Dr. Sengölge, Dr. Stummvoll) ihre Meinungen darüber austauschten, dass die Organisation dieser Gastauftritte an anderen klinischen Abteilungen viel Arbeit machte, viele Rotationsziele von den Rotanten selbst aber oft nicht so geschätzt werden. Meist war ein Übermaß an Routinearbeit gepaart mit einer Unterrepräsentation der fachtypischen Weiterbildung Grund zur Klage. Trotz zahlreicher Einwände wurde schließlich noch an diesem Abend vereinbart, doch einmal zu probieren, ob eine echte Fortbildungswoche pro Semester machbar sei. Der Kreis der Mitarbeiter erweiterte sich ständig und sinnvoll (mindestens ein Kollege pro Klinik, auch solche mit guten Kontakten zur Uni- und Standespolitik), die Treffen waren konstruktiv und freundschaftlich, eine allzu enge Anlehnung an Vereine und Institutionen wurde aber vermieden, nicht zuletzt, um nicht von vorne herein „die anderen“ gegen das Projekt aufzubringen. Schließlich zeigte Organisationstalent gepaart mit großem Arbeitseinsatz (v.a. Weltermann, Thalhammer) erste Ergebnisse nahm auch die (letztlich gar nicht so große) Hürde professoraler Skepsis. Schließlich fand im September 2003 tatsächlich innerhalb der Arbeitszeit (!) der erste Kurs statt: kostenlos, mit Kurs- Unterlagen und vor allem mit einem reichhaltigen Programm aus allen Bereichen der Inneren Medizin. Der Kurs fand (und findet) an zwei aufeinander folgenden Wochen sich wiederholend statt, in den letzten zwei Feberwochen folgte Teil II, der als Ergänzung, nicht aber Folge des ersten Teils zu verstehen ist (man kann also getrost die Reihenfolge vertauschen). Behandelt wurden in klinisch relevantem Kontext die wichtigsten Themen der Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie, Infektiologie, Kardiologie, Angiologie, Rheumatologie, Nephrologie, Endokrinologie, Gastroenterologie, Pulmologie, Notfallmedizin und, die Vorträge wurden in der Regel von klinisch aktiven Oberärzten gehalten. Auch die Rückmeldungen der Kursteilnehmer aus dem AKH und aus anderen Spitälern waren bisher ermutigend, an der Qualität der Vorträge, Unterlagen und an einer Verbesserung des Ablaufs wird ständig gearbeitet. Die Leitung der Kurse selbst wechselte jährlich; so waren nach Weltermann/Stummvoll nunmehr die Kollegen Kliegel/Sengölge für die Organisation und den Ablauf vor Ort verantwortlich. Was hat das alles mit der Rheumatologie zu tun? Nun ja, von den vier „Gründungsmitgliedern“ waren drei gemeinsam auf der Rheuma zurotiert, das vierte stammt von dort, und nicht zuletzt das Angebot von Fortbildung an dieser Abteilung hat alle animiert, auch selbst etwas in diese Richtung zu unternehmen. Die guten Kontakte an alle Kliniken ermöglichten die Rekrutierung der (freiwilligen) Vortragenden uns letztlich diesen Kurs.

Georg Stummvoll

 

  

Für die Planung und Durchführung der Kurse waren und

sind verantwortlich:

KIM I: Prof. G. Kornek, Prof. F. Thalhammer,

Prof. A. Weltermann

KIM II: Dr. M. Derntl, Dr. M. Nikfardjam,

OA Dr. M. Haumer, Prof. M. Zehetgruber

KIM III: Prof. M. Clodi, Prof. A. Luger, Dr. G. Sengölge,

Dr. G. Stummvoll

KIM IV: Dr. A. Ferlitsch, Prof. M. Peck-Radosavljevic,

OA Dr. V. Petkov

Notfallmedizin: Dr. A. Kliegel, OA Dr. M. Röggla

Klinische Pharmakologie: Dr. F. Mittermayer,

Prof. M. Müller

Informationen unter:

http://www.meduniwien.ac.at/ikim/

Anmeldung unter:

ikim@meduniwien.ac.at