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Über Telemedizin
Telemedizin ist durch die Anwendung der Datenfernübertragung zur Übermittlung medizinischer Informationen definiert. In der Minimalanwendung diskutieren Fachleute einen Fall via Telefon. Telemedizin setzt aber auch den Gebrauch von Satellitentechnologie ein, um eine Beratung zwischen medizinischen Einrichtungen in zwei Ländern zu gewährleisten. Die tägliche Praxis der Telemedizin rangiert zwischen diesen hier angeführten Extrema.
Begriffsdefinition
Telemedizin (engl. telemedicine) ist die Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen (engl. healthcare services) durch Gesundheitsberufstätige (engl. healthcare professionals) unter Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologie zum Austausch gültiger Informationen für Diagnose, Therapie und Prävention von Krankheiten und Verletzungen, für Forschung und Bewertung, sowie für die kontinuierliche Ausbildung von Gesundheitsdienstleistern (engl. healthcare service providers) im Interesse der Förderung der Gesundheit von Individuen und ihren Gemeinwesen, wenn dabei die räumliche Entfernung einen kritischer Faktor darstellt [Ref: WHO: A Health Telematics Policy. Report of the WHO Group Consultation on Health Telematics, 11-16 Dec, Geneva, 1997. WHO 1998].
Telemedizin in zahlreichen Anwendungen
Telemedizin verwendet verschiedene technologische Umsetzungen. Häufig werden digitale Aufnahmen an einen zweiten Ort zur verzögerten Fernkonsultation weitergeleitet (store and forward). Meist wird innerhalb von 24-48h respondiert. Telemedizinische Projekte dieser Art sind innerhalb eines Gebäudes, zwischen zwei Gebäuden in der gleichen Stadt, oder zwischen Orten bzw. Ländern ausreichend beschrieben.
Teleradiologie
Die Teleradiologie stellt wohl die bekannteste Verwendung telemedizinischer Technologie dar. Teleradiologie bedeutet (unter Beachtung des Datenschutzes) den Austausch von radiologischen Bild- und Textdaten über zwei (oder mehrere) Orte. Dieser Datenaustausch erfolgt zum Zweck der Krankenversorgung, Lehre und (oder) Forschung.
Telepathologie
Telepathologie ist eine weitere, häufige Anwendung dieser Technologie. Speziell ausgerüstete Mikroskope unterstützen den direkten Datenaustausch. Die Dermatologie bietet sich als klinisch-morphologische Disziplin zur Anwendung der Telemedizin an.
Teledermatologie
Digitale Bilder bzw. digitalisierte Spezialaufnahmen (z.B. Auflichtmikroskopische Bilder) können den jeweiligen Experten zur Konsultation übertragen werden.
Die Zukunft gehört den bewegten Bildern
Eine weitere, häufig verwendete Technologie, stellt interaktives Fernsehen (IATV) dar. Auf der technologischen Basis des Videoconferencings wird IATV zur 'face-to-face' Beratung in Echtzeit benutzt. Diese Technologie, obwohl deutlich kostspieliger als store and forward Systeme hat in den letzten fünf Jahren deutlich an Komplexität abgenommen. Anwendungen dieser Technologie werden weltweit von zahlreichen Disziplinen beschrieben.
Vorteile der Telemedizin
In der Gesundheitsfürsorge bietet die Telemedizin zahlreiche Vorteile. Unterversorgte Areale können mit Spezialisten bzw. spezialisiertem Wissen einfach versorgt werden. Videoberatungen von einer ländlichen Klinik zu einem Spezialisten reduzieren Patiententransporte und damit verbundene Mühsal sowie Kosten. Videoconferencing eröffnet auch neue Möglichkeiten der medizinischen Aus- und Weiterbildung. Unter dem Vorbehalt von aussagekräftigen Studien besteht Grund zur Annahme, dass Telemedizin das Gesundheitssystem finanziell entlasten kann.

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