DER LINEARE ENERGIETRANSFER (LET)



Eine einfache Charakterisierung der räumlichen Verteilung von Energieübertragung wird durch das Konzept des Linearen Energietransfers (LET) bereitgestellt. Dabei betrachtet man die Bahn eines Teilchens in einem Medium und definiert den linearen Energietransfer als den Quotient der auf der Teilchenbahn abgegebenen Energie dE (den Energieverlust des Teilchens) durch den dabei zurückgelegten Weg ds des Teilchens.



niedriger linearer Energietransfer

LET = dE / ds [keV / µm]

dE....... mittlerer Energieverlust des Teilchens
ds....... zurückgelegter Weg des Teilchens

Dabei ist es gleichgültig ob die Energie durch Ionisation oder Anregung übertragen wird. Weiters ist zu beachten, dass der LET als Mittelwert über eine genügend große Strecke (in der mehrere Transfers erfolgen) zu verstehen ist. Würde man nur das punktuelle Ereignis eines Transfers betrachten, ergäbe sich LET = unendlich weil ds gegen 0 gehen würde.

Bei niedrigem LET liegen die Absorptionsereignisse entlang des Weges des Teilchens weit voneinander entfernt. Daher ist eine Strahlung mit niedrigem LET bei geringen Dosen biologisch relativ unwirksam.

Die durch Strahlenart und Strahlenenergie bestimmten Absorptionseigenschaften hängen in anschaulicher Weise mit dem LET zusammen. Besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Wechselwirkung zwischen Strahlung und Materie so resultiert daraus ein hoher LET, der die ursprüngliche Energie der Strahlung rasch verzehrt. Dementsprechend finden sich alle Energietransfers eines bestimmten Teilchens in relativ enger Nachbarschaft woraus eng benachbarte Läsionen resultieren, deren biologische Wirksamkeit weit über der biologischen Wirksamkeit einer Strahlungsart mit niedrigem LET ist.


hoher linerarer Energietransfer


Klassifizierung der Strahlenwirkungen


Zelluläre Strahleneffekte auf den Gesamtorganismus


Locker und dicht ionisierende Strahlung


Biokinetik und Biodistribution


Der Lineare Energietransfer (LET)