
Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin:
Das Aufgabengebiet des Faches Allgemeinmedizin umfasst den gesamten menschlichen Lebensbereich, die Krankheitserkennung und Krankenbehandlung sowie die Gesundheitsförderung aller Personen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Art der Gesundheitsstörung. Besonderes Augenmerk liegt auf der Früherkennung von bedrohlichen Erkrankungen und Verläufen, der Präventivmedizin und der Langzeitbetreuung von PatientInnen und Familien in ihrem sozialen und kulturellen Umfeld, insbesondere von chronisch kranken PatientInnen.
Wesentliche Funktion des Arztes/der Ärztin für Allgemeinmedizin ist die Integration von medizinischen, psychologischen und sozialen Maßnahmen für seine/ihre PatientInnen und die Zusammenarbeit mit allen Gesundheitsberufen und Einrichtungen des Gesundheitswesen. Die Eigenheit seiner/ihrer Aufgabe besteht in der Synthese dieser Funktionen und ihrer Anwendung bei unausgewählten PatientInnen. Ihre effiziente Erfüllung beruht auf einem für den Berufsstand charakteristischen einzigartigen Ärzte-PatientInnen-Verhältnis.
Die Subeinheit stellt u.a. durch den Aufbau eines Österreichweiten primärmedizinischen Netzwerks die unmittelbare Verbindung zwischen universitären Einrichtungen und den extramuralen Ressourcen her. Ziel ist es, den gegenseitigen Informationsfluss, Implementierungsschritte und Translation von Erkenntnissen zu erleichtern.
Abteilung für Epidemiologie
Die Epidemiologie beschäftigt sich mit der Häufigkeit und der Verteilung von Gesundheit und Krankheit in der Bevölkerung und den Variablen, die darauf Einfluss nehmen. Sie trägt zur Erforschung von Krankheitsursachen bei, analysiert Krankheitsverteilungen und evaluiert Interventionsmaßnahmen. Die Erkenntnisse epidemiologischer Forschung bilden eine wesentliche Grundlage für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten.
Institut für Geschichte der Medizin
Das Institut für Geschichte der Medizin beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung der medizinischen Wissenschaften, der Gesundheitsberufe, der Erkrankungen, der öffentlichen Gesundheit/des Gesundheitswesens und verwandten Bereichen. Unter Berücksichtigung der Anthropologie und Soziologie der medizinischen Wissenschaften stehen jene institutionellen, kulturellen, gesundheitspolitischen und technologischen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt von Forschung und Lehre, die den Stand des medizinischen Wissens und dessen praktische Anwendung bestimmen; besondere Bedeutung hat dabei der Zusammenhang mit den kulturellen, ethnischen, intellektuellen und ideologischen Gegebenheiten zu bestimmten Zeitperioden oder in bestimmten geographischen Bereichen. Neben der Analyse und Dokumentation dieser Entwicklungen ist es das Ziel, durch daraus entstehende Erkenntnisse wertvolle Beiträge für gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen zu liefern.
Institut für Medizinische Psychologie
Medizinische Psychologie und Soziologie beschäftigt sich mit den Grundlagen und der Anwendung psychologischer und soziologischer Erkenntnisse in der Medizin. Im Mittelpunkt stehen Erleben und Verhalten des kranken und gesunden Menschen in seinen sozialen Systemen, die Beziehung und Kommunikation zwischen Arzt/Ärtzin und PatientIn, die Interaktion im Bereich PatientIn – Arzt/Ärztin – Umfeld sowie Krankheitsentstehung und –verlauf in bio- öko- psycho- sozio- kultureller (ganzheitlicher) Perspektive. Dabei konzentriert sich Medizinische Psychologie und Soziologie auf jene Bedingungen, die Gesundheit fördern, erhalten und wiederherstellen können.
Einige Schwerpunkt in Forschung und Lehre sind: Verhaltensmedizin, Schmerzforschung, Suizidologie, Kommunikation und ihre Störungen, Teamarbeit, Medizinpädagogik, Psychotraumatologie, Psychosomatik etc.
Abteilung für Ökotoxikologie
Die Ökotoxikologie ist ein grundlagenorientiertes Fach, dessen Aufgaben im Rahmen der medizinischen Prävention im Zusammenhang mit dem Menschen als Bestandteil des ökologischen Wirkungsgefüges stehen. Im Sinne der biologischen Definition der Umwelt als Komplex aller direkten und indirekten Außenbeziehungen beschäftigt sie sich über das unmittelbare Umfeld des Menschen hinaus mit den Wirkungen seiner Aktivität im Ökosystem und den daraus folgenden Rückwirkungen. Wichtige Aufgaben der Ökotoxikologie liegen daher in der Zivilisationslandschaft, insbesondere Schadstoffwirkungen und Schadstoffflüsse im Ökosystem, Schadstoff- und Spurenelementgehalte im gesunden und im kranken Menschen, Entwicklung von Methoden der Umweltüberwachung und des Biomonitoring. Erst globale Phänomene wie Klima- und Ozonproblem schafften einem breiteren Bewusstsein Raum, dass die Randbedingungen unserer Existenz änderbar sind, dass die Menschheit sich mit immer neuen, stärkeren und rascheren Eingriffen in die Biosphäre auf einen Weg gemacht hat, dessen Bedingungen und Ausgang sie nicht kennt. Wichtige Aufgaben betreffen daher den globalen Umweltwandel (Environmental Change) und seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, insbesondere das Gefährdungspotential durch Klimawandel, verschleppte Organismen, Minderung von Biodiversität, Änderung von Ökosystemen und deren Schadstoffflüssen.
Institut für Sozialmedizin
Die Sozialmedizin beschäftigt sich mit der Interaktion von sozialen Bedingungen, Gesundheit und Krankheit, sie wird auch als die Lehre für und von der Gesundheitspolitik bezeichnet.
Die Sozialmedizin und ihre Anwendung bedient sich der Epidemiologie als Informationsquelle und setzt die Erkenntnisse der Epidemiologie in Public Health Programme um, um einen Beitrag zur Förderung der Volksgesundheit zu leisten. Die Sozialmedizin beschäftigt sich mit der Ermittlung prioritärer Gesundheitsprobleme, der Entwicklung und Förderung präventivmedizinischer und gesundheitspsychologischer Maßnahmen, sowie mit der Evaluation der Effektivität und Effizienz der Versorgungsangebote.
Im Rahmen des Gesundheitswesens nimmt die Sozialmedizin eine “Stabsfunktion” ein, die die “Linienfunktionen” (Prävention, Früherkennung, Therapie und Nachsorge) durch Planung unterstützt und evaluiert.
Institut für Umwelthygiene
Die Umwelthygiene zählt alle chemischen, physikalischen, psychosozialen und gesellschaftlichen Umwelteinflüsse und deren schädigende oder fördernde Auswirkungen auf den Menschen zu ihren unmittelbaren Aufgabengebieten. Sie befasst sich mit der Erforschung, Verhütung und Früherkennung umweltbedingter Gesundheitsrisiken und umweltassoziierten Aspekten der Gesundheitsförderung. Dabei wird angestrebt, die Existenz solcher Wirkungen nachzuweisen, die Beziehungen zwischen Dosis und Wirkung aufzuklären und die Wirkmechanismen zu analysieren. Diese Forschung wird mit dem Ziel der Prävention im Sinne der Hygiene, als Wissenschaft von der Erhaltung und Förderung der Gesundheit im ganzheitlichen Sinne betrieben (Ottawa-Charta 1986). Damit hat das Fach auch die Aufgabe, individuelle und kollektive Maßnahmen zum Schutz vor Schadwirkungen sowie zur Förderung der Gesundheit und nachhaltiger Entwicklung zu erarbeiten und hinsichtlich ihrer Effizienz, ihrer Effektivität und ihrer Akzeptanz zu evaluieren.