Inhaltsverzeichnis

  1. Erbrechen (Pathophysiologie, Brechzentrum, etc.)
  2. Physiologie und Pathophysiologie des Erbrechens (Brechzentrum, Chemorezeptoren-Trigger-Zone)
  3. Klinische Untersuchung eines Säuglins bzw. Kleinkindes mit Erbrechen
  4. Ursachen von Erbrechen in der Säuglingsperiode

 

 

Erbrechen (Pathophysiologie, Brechzentrum, etc.)

Erbrechen im Kindesalter stellt ein völlig unspezifisches und auch uncharakteristisches Symptom dar (engl. symptom ¹ sign). Deshalb findet sich auch ein breites Spektrum differentialdiagnostischer Möglichkeiten.

Erbrechen: = kraftvolle Expulsion von Mageninhalt über den Mund. Integriertes Reflexgeschehen, Kontraktion der Bauchmuskulatur und des Zwerchfells, erhöhter intraabdomineller und intragastraler Druck.

Nausea: = Übelkeit, subjektives Gefühl bei Erwachsenen und grösseren Kindern, Gefühl bzw. Wunsch zum Erbrechen. Bei Säuglingen und Kleinkindern Nausea schwierig zu interpretieren (kann nur vermutet werden: vermehrter Speichelfluss, Nahrungsverweigerung, Blässe, Schwitzen, Tachykardie, Aufstossen).

Regurgitation: = ösophageales Erbrechen

Physiologie und Pathophysiologie des Erbrechens (Brechzentrum, Chemorezeptoren-Trigger-Zone)

1. Anatomisches Substrat

Der autonome Reflex des Erbrechens ist, ebenso wie Schlucken, Würgen, Husten, Niesen, Saugen und Kauen in seinem anatomischen Substrat im Hinrstamm integriert. Das "Brechzentrum" liegt im Bereich der Formatio reticularis der Medulla oblongata auf Höhe der Olivenkerne. Das Brechzentrum liegt in der Nähe der Atem- und Kreislaufzentren. Daraus erklärt sich die Tatsache, dass z.B. tiefes willkürliches Atmen den Brechreiz vorübergehend mindern oder sogar unterdrücken kann und Erbrechen etwa auch mit Blässe verbunden ist.

Chemorezeptoren-Trigger Zone: Chemorezeptorische Zellen in der Medulla oblongata dürften bei Reizung durch chemische Stoffe ebenfalls Erbrechen auslösen. Diese Trigger-Zone befindet sich in der Area postrema, einem V-förmigen Gewebestreifen am Boden und an den Seitenwänden des 4. Ventrikels. Diese Region weist für Stoffe eine unterschiedliche Permeabilität auf. Diese Region wird zwar nicht durch gastrointestinal-ausgelöstes Erbrechen beeinflusst, jedoch können z. B. Apomorphin, Brechmittel, Urämie etc. über Wirkung auf diese Zone Erbrechen auslösen.

Afferente Impulse: Werden dem Brechzentrum über zentripedale viscerale sensible Fasern im Verlauf des Symphaticus wie des Vagus zugeleitet (emetico-sensible Vagusfasern). Eine weitere afferente Bahn, vom Becken und Abdomen hergeleitet, ist ebenfalls in den Fasern des Vagus zu suchen. Auch vom Herzen gelangen sowohl durch den Vagus wie durch den Symphaticus afferente Impulse zum Brechzentrum. Labyrinthstörungen können über den N. vestibularis und die Vestibulariskerne Erbrechen hervorrufen. Weitere afferente Bahnen kommen vom Zwischenhirn und limbischen System. Erbrechen kann auch über die Grosshirnrinde ausgelöst werden, als psycho-logische Antwort mit "emotionellem Inhalt" (ekelerregende Gerüche, übelkeitserregendem Anblick etc.)

Efferente Bahnen: Verlaufen im N. vagus zu den Muskeln des Magens, Ösophagus, Larynx und Pharynx; in Spinalnerven zu den respirations- und Bauchdeckenmuskeln; schliesslich aber auch in anderen vegetativen Bahnen, wie das Auftreten von Blässe und kaltem Schweiss während der dem Erbrechen vorausgehenden Übelkeit zeigt.

2. Brechreflex

3. Brechakt Pathophysiologie des Erbrechens

Klinische Untersuchung eines Säuglins bzw. Kleinkindes mit Erbrechen

1. Hinweise auf unzureichende Flüssigkeitszufuhr – Dehydratation

2. Kreislaufparameter

3. Elektrolytstörungen, Laborparameter (Acidose etc.)

4. Atmung

5. Hepatosplenomegalie, Ikterus (Stoffwechel-KH, Infektion)

6. Zeichen progredienter Sepsis (DIG)

7. Hinweise auf cerebral ausgelöstes Erbrechen

8. Fötor ex oris (--> Ketoazidose)

9. Hinweise auf Virilisierung --> Adrenogenitales Syndrom (AGS)

10. Hinweis auf Infekt der oberen Atemwege

Ursachen von Erbrechen in der Säuglingsperiode

1. Gastroduodenale Ursachen von Erbrechen im Säuglingsalter

2. Andere gastrointestinale Ursachen beim Säugling

3. Stoffwechselstörungen mit Erbrechen inborn errors of metabolism

4. Zentralnervös ausgelöstes Erbrechen ZNS-bedingtes Erbrechen

5. Erbrechen bei Infektionen des Gastroinetstinal-Traktes

6. Ernährungsbedingtes Erbrechen ("adverse food reactions") "adverse food reaction"

7. Erbrechen bei Infektionen des Urogenitaltraktes UTI im Säuglingsalter

8. Erbrechen bei Infektionen des Respirationstraktes

9. Erbrechen bei angeborenen Störungen des Pharynx bzw. des Schluckaktes

 

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