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Dezember 2004 | Georg Schett

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DR. GEORG SCHETT

Georg Schett

RESEARCHER OF THE MONTH, Dezember 2004

Die Jury des „MUW-Researcher of the Month“ anerkennt durch die Verleihung des MUW-Forschungspreises im Monat Dezember 2004 die vor kurzem in der renommierten Medizinischen Fachzeitschrift JAMA veröffentlichten Ergebnisse des Schwerpunktes der rezenten wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Georg Schett.

Knochenauf und -abbau bzw. Knochendichte ursächlich mit Serumspiegel des Eiweißes RANKL verknüpft
In seinen früheren Arbeiten widmete Schett seine Aufmerksamkeit vor allem der Pathophysiologie der Gelenkzerstörung bei rheumatoider Arthritis, bei der es zur lokalen Zerstörung des Knochens kommt, vergleichbar mit einer Tumorosteolyse.

In dieser Arbeit wurde untersucht, ob RANKL einen Einfluss auf das Risiko von Knochenbrüchen nimmt (JAMA 2004;291:1108-13). Diese Frage wurde anhand einer prospektiven epidemiologischen Studie in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität in Innsbruck beantwortet. Überraschenderweise war das Frakturrisiko in der Gruppe mit niedrigem RANKL zehnmal so hoch wie in der Gruppe mit hohem Serumspiegel von RANKL. Dies traf sowohl für Frauen als auch für Männer unterschiedlichen Lebensalters und unabhängig von der jeweiligen Knochendichte zu. Damit dürfte eine gewisse Serumkonzentration von RANKL, das von Osteoblasten, knochenaufbauenden mesenchymalen Zellen gebildet wird, für das Zusammenspiel von Knochenauf- und abbau bedeutsam sein und für ein notwendiges Mass an Knochenumbau verantwortlich sein.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Georg Schett, zusammengesetzt aus ForscherInnen der Medizinischen Universität Innsbruck, der MUW und der Akademie der Wissenschaften, konnte in ihren bisherigen Forschungsergebnissen zeigen, dass Osteoklasten, also knochenabbauende Zellen hämatopoetischen Ursprungs, im arthritisch veränderten Gelenk gebildet werden können und dass die Anwesenheit dieser Zellen für die Resorption des benachbarten Knochens essentiell ist (J Clin Invest. 2002;110:1419-27). Eines der Moleküle, welches die Reifung von Osteoklasten stimuliert, ist ein Eiweiss namens Receptor-Activator of Nuklear Faktor Kappa B Ligand (kurz: RANKL), dessen therapeutische Hemmung als aussichtsreiche Methode gilt, Knochendestruktion zu verhindern.

Die Arbeiten von Dr. Georg Schett entstanden in einer Kooperation mit der Dr. Stefan Kiechl und Dr. Johann Willeit von der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck sowie Dr. Erwin Wagner vom Institut für Molekulare Pathologie in Wien und werden durch die Medizinische Universität Wien sowie von Grants der Österreichischen Nationalbank und des Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (START-Preis des FWF) unterstützt.

Stationen seiner bisherigen Forschungslaufbahn:
Nach seiner Promotion an der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck arbeitete Dr. Georg Schett am Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie sowie am Institut für Biomedizinische Alternsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Innsbruck und untersuchte die Bedeutung von Entzündungreaktionen bei Atherosklerose. Nach seinem Wechsel nach Wien beschäftigte er sich mit Autoimmunreaktionen beim systemischen Lupus erythematosus sowie der Rolle von Stressproteinen bei rheumatischen Erkrankungen.

Zur Person:
Georg Schett, geboren 1969 in Innsbruck (übrigens der Bruder der bekannten österreichischen Top-Tennisspielerin Barbara Schett), studierte Medizin an der

Leopold-Franzens Universität, Innsbruck. Zwischen 1994 und1996 war er Assistent am Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie in Innsbruck sowie am Institut für Biomedizinische Alternsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Innsbruck. Von 1996-2001 absolvierte er die Facharztausbildung an der Klinischen Abteilung Rheumatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III, Wien und habilitierte 2003 für Innere Medizin. Schett ist seit 2003 Oberarzt an der III. Universitätsklinik für Innere Medizin III, Wien.

Wissenschaftliche Preise und Anerkennungen:
Preis der Österreichischen Gesellschaft für Immunologie and Allergologie 1996

Anton von Eiselsberg-Preis der Van Swieten Gesellschaft 1998

Paracelsus-Preis der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin 1999

Wissenschaftspreis der 1. Österreichischen Sparkassen AG 1999

Staatspreis für Rheumatologie des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur 2001

Aventis-Preis 2001

START-Preis des FWF 2002

Billroth-Preis 2004

Literatur:

  1. Schett G, Kiechl S, Redlich K, Oberhollenzer F, Weger S, Egger G, Mayr A, Jocher J, Xu Q, Pietschmann P, Teitelbaum S, Smolen J, Willeit J. Soluble RANKL and risk of nontraumatic fracture. 
  2. JAMA 2004;291:1108-13.
  3. Redlich K, Hayer S, Ricci R, David JP, Tohidast-Akrad M, Kollias G, Steiner G, Smolen JS, Wagner EF, Schett G. 
  4. Osteoclasts are essential for TNF-alpha-mediated joint destruction. 
  5. J Clin Invest. 2002;110:1419-27.
  6. Schett G, Steiner CW, Groger M, Winkler S, Graninger W, Smolen J, Xu Q, Steiner G. 
  7. Activation of Fas inhibits heat-induced activation of HSF1 and up-regulation of hsp70.
  8. FASEB J. 1999;13:833-42.
  9. Schett G, Redlich K, Xu Q, Bizan P, Groger M, Tohidast-Akrad M, Kiener H, Smolen J, Steiner G. 
  10. Enhanced expression of heat shock protein 70 (hsp70) and heat shock factor 1 (HSF1) activation in rheumatoid arthritis synovial tissue. 
  11. J. Clin Invest. 1998 Jul 15;102:302-11.
  12. Schett G, Xu Q, Amberger A, Van der Zee R, Recheis H, Willeit J, Wick G. Autoantibodies against heat shock protein 60 mediate endothelial cytotoxicity. 
  13. J Clin Invest. 1995 Dec;96(6):2569-77.

Kontakt:
Ao. Univ.-Prof. Dr. Schett Georg
Universitätsklinik für Innere Medizin III
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

T.: 40400 -4311
Email: georg.schett@meduniwien.ac.at
Homepage: http://www.meduniwien.ac.at/innere3