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Jänner 2008 | Christian Radauer

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Dr. Christian Radauer

Christian Radauer

MedUni Wien RESEARCHER OF THE MONTH, Jänner 2008

Die Jury "Researcher of the Month" verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Herrn Dr. Christian Radauer aus Anlass der Erstellung der AllFam-Datenbank, für die Herr Dr. Radauer im April 2007 auf dem 2. International Symposium on Molecular Allergology (ISMA) in Rom den Preis für die beste Posterpräsentation erhalten hat. Die Key-Publication zur AllFam-Datenbank - Radauer C, Breiteneder H: Pollen allergens are restricted to few protein families and show distinct patterns of species distribution. J Allergy Clin Immunol. 2006;117:141-7 (1) - stammt aus der Arbeitsgruppe für Biotechnologie und Biochemische Diagnostik am Institut für Pathophysiologie (IPP) unter der Leitung von Ao. Univ.-Prof. Dr. Heimo Breiteneder. AllFam wird als Website im Internet angeboten und ermöglicht dem Benutzer den Vergleich und die Zuordnung von Allergenen zu Proteinfamilien. Sie stellt damit eine wesentliche Ergänzung zu den bereits im Internet vorhandenen Allergendatenbanken dar.

Was macht ein Protein zum Allergen?

Eine der meistdiskutierten Fragestellungen in der Allergieforschung ist die Frage: Was macht ein Protein zum Allergen? Diese Frage stellte sich erstmals in den späten Achtzigerjahren. Damals stellte sich heraus, dass nur ein kleiner Teil von Tausenden von Proteinen, die sich in einem Pollenkorn, einem Nahrungsmittel oder den Exkrementen von Hausstaubmilben befinden, bei Menschen allergische Reaktionen auslöst. Inzwischen wurden hunderte Allergene verschiedenster Herkunft identifiziert, wodurch eine Einteilung dieser Proteine in Familien von evolutionär verwandten Proteinen möglich ist. Dabei zeigte sich, dass ein Großteil der Allergene Mitglied von nur etwa 1% aller 9.000 Proteinfamilien ist.

Die Tatsache, dass nur eine kleine Zahl von Proteinfamilien Allergene enthält, veranlasste Dr. Radauer dazu, die AllFam-Datenbank, eine im Internet unter der Adresse http://www.meduniwien.ac.at/allergens/allfam/ für alle frei zugängliche Datenbank von Allergenfamilien zu entwerfen.

Die Datenbank AllFam verbindet Daten der "Allergome" Allergendatenbank und der "Pfam" Proteinfamilien-Datenbank. Sie ermöglicht dem Benutzer einen schnellen Überblick über Proteinfamilien, die Allergene enthalten, sowie die Auflistung der allergenen Mitglieder dieser Familien. Weiters enthält die Datenbank kurze Dossiers zu jeder Familie, die die biochemischen Eigenschaften und die Bedeutung der allergenen Mitglieder beschreiben. Die AllFam-Datenbank ist eng mit "Allergome", einer der umfangreichsten und meistbesuchten Allergendatenbanken im Internet, verknüpft.

Mit der AllFam-Datenbank erhält die Forschergemeinde ein Werkzeug, das in der Bearbeitung verschiedener Fragestellungen hilfreich sein kann. Ein Überblick über die bei Allergenen besonders häufig anzutreffenden strukturellen Charakteristika und biochemischen Funktionen ermöglicht das Design neuer Experimente, die die alte Frage nach den Faktoren, die die Allergenität von Proteinen bestimmen, zu beantworten helfen. Eine rasche Auflistung allergener Mitglieder einer Proteinfamilie erleichtert auch den Vergleich dieser Proteine mit nicht-allergenen Homologen (2) sowie die Abschätzung möglicher Kreuzreaktivitäten zwischen verwandten Allergenen. Schließlich sind Entwickler von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen dazu verpflichtet, ihre Produkte in Hinblick auf ein mögliches Risiko für Allergiker zu testen. Die AllFam-Datenbank kann dabei in einem ersten Schritt dadurch nützlich sein, dass der Einbau von Sequenzen in transgene Organismen vermieden wird, die Allergien verursachenden Proteinen ähneln.

Wissenschaftliches Umfeld
Neben der Klassifikation von Allergenen beschäftigt sich Dr. Radauer gemeinsam mit seinen KollegInnen in der Arbeitsgruppe vor allem mit der Charakterisierung kreuzreaktiver Allergene, das sind Familien von eng verwandten Proteinen, die in verschiedenen Allergenquellen vorkommen und für die Entstehung von Kreuzallergien wie zum Beispiel dem Birken-Frucht-Syndrom oder dem Latex-Frucht-Syndrom verantwortlich sind (3). 

Dr. Radauer war auch einer der ersten, der sich mit der Charakterisierung von Kiwiallergenen beschäftigte und zu diesem Thema auch ein eigenes Forschungsprojekt erfolgreich abgeschlossen hat (4). Herrn Dr. Radauer wurden mehrere Grants von der "Austrian Society of Allergology and Immunology", der "Austrian Society of Biochemistry and Molecular Biology" und der "Austrian Research Association" zuerkannt.

Persönliches
Christian Radauer wurde 1969 in Salzburg geboren. 1987-1996 absolvierte er ein Biochemiestudium an der Universität Wien, welches er 1996 mit dem Graz eines Mag. rer. nat abgeschlossen hat. Seine Dissertation verfasste Dr. Radauer am Institut für Pathophysiologie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heimo Breiteneder über "Molecular and Immunological Characterisation of Cross-reactive Allergens from Birch Pollen and Celery". Im Jahre 2000 wurde Christian Radauer zum Dr. rer. nat promoviert. Seit dieser Zeit ist Herr Dr. Radauer weiterhin als wissenschaftlicher Mitarbeiter am IPP tätig. Dr. Radauer ist Mitglied des "IUIS Allergen Nomenclature Sub-committee".

Literatur

  1. Christian Radauer, Heimo Breiteneder (2006): Pollen allergens are restricted to few protein families and show distinct patterns of species distribution. J. Allergy Clin. Immunol., 117, 141-147
  2. Christian Radauer, Heimo Breiteneder (2007): Evolutionary biology of plant food allergens. J. Allergy Clin Immunol. 120, 518-525.
  3. Christian Radauer, Marika Willerroider, Heidemarie Fuchs, Karin Hoffmann-Sommergruber, Josef Thalhamer, Fatima Ferreira, Otto Scheiner, Heimo Breiteneder (2006): Cross-reactive and species-specific immunoglobulin E epitopes of plant profilins: an experimental and structure-based analysis. Clin. Exp. Allergy 36, 920-929.
  4. Merima Bublin, Adriano Mari, Christof Ebner, André Knulst, Otto Scheiner, Karin Hoffmann-Sommergruber, Heimo Breiteneder, Christian Radauer (2004): IgE sensitization profiles towards green and gold kiwifruits differ among kiwifruit allergic patients from three European countries. J. Allergy Clin. Immunol. 114, 1169-1175.

Kontakt
Dr. Christian Radauer
Zentrum für Physiologie und Pathophysiologie
Institut für Pathophysiologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

T: +43 (0)1 40400-5117
F: +43 (0)1 40400-5130
christian.radauer@meduniwien.ac.at