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Juni 2010 | Katharina Grabmeier-Pfisterhammer

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Dr.in Katharina Grabmeier-Pfisterhammer

Katharina Grabmeier-Pfisterhammer

RESEARCHER OF THE MONTH, Juni 2010

Die Jury „Researcher of the Month” verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Frau Dr.in Katharina Grabmeier-Pfistershammer aus Anlass der in dem Top-Journal Blood (IF 10.432) im September 2009 erschienen Publikation „Allogeneic disparities in immunoglobuline-like transcript 5 induce potent antibody responses in hematopoietic stem cell transplant recipients” [1] (IF 10.432). Diese Arbeit entstand in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen von Priv. Doz. Dr. P. Steinberger (Institut für Immunologie) und Ao. Univ. Prof. Dr. H. Greinix (Knochenmarkstransplantation der Klinik für Innere Medizin I). Weitere Kollaborationspartner waren Dr. A. Lawitschka vom St. Anna Kinderspital, Wien; Prof. M.H.M. Heemskerk vom Dept. of Hematology der Leiden University sowie die MedUni Wien Forscher Ass. Prof. Dr. O. Majdic und Ao. Univ. Prof. Dr. W.F. Pickl (Institut für Immunologie), G.A. Böhmig (Klin. Abteilung für Nephrologie und Dialyse der Universitätsklinik für Innere Medizin III) und Ao.Univ. Prof. Dr. G.F. Fischer (Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin). Für diese Arbeit wurde Frau Dr.in Grabmeier-Pfistershammer im Dezember 2009 der Unilever-Dermatologenpreis der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie zuerkannt. Diese Arbeit stellt die erste Beschreibung einer starken Antikörperantwort gegen ein Oberflächenantigen in stammzelltransplantierten Patienten dar und gibt erste Hinweise, dass diese Antikörper hohe klinische Relevanz haben könnten.

Potente Antikörperantworten gegen den polymorphen Oberflächenrezeptor ILT5 in Empfängern hämatopoetischer Stammzellen
Allogene Unterschiede zwischen Spender und Empfänger führen in stammzell-transplantierten Patienten oft zu starken Immunreaktionen. Bisher wurden in diesem Zusammenhang vor allem intrazelluläre Antigene identifiziert und auf ihre klinische Bedeutung hin untersucht. Dr. Grabmeier-Pfistershammer konnte jedoch zeigen, dass stammzelltransplantierte Patienten Antikörper aufweisen können, die gegen Oberflächenantigene auf dendritischen Zellen gerichtet sind. Mit Hilfe eines neuartigen methodischen Ansatzes konnte sie das „Immunoglobulin-like transcript 5 (ILT5)“ als ein in diesem Zusammenhang erkanntes Antigen identifizieren. In über 5 % der untersuchten Patienten wurden zum Teil außerordentlich hohe Titer gegen ILT5 nachgewiesen. ILT5 ist ein polymorpher Rezeptor, und die in den Patienten nachgewiesenen (von den B-Zellen des Spender gebildeten) Antikörper reagieren mit dem ILT5 des Empfängers, aber nicht mit jenen ILT5-Varianten, die auf den Spenderzellen exprimiert werden.

Dr.in Grabmeier-Pfistershammer konnte ILT5 auf Leukämiezellen nachweisen und hat gefunden, dass es in Patienten mit Rezidiven zu einem starken Ansteigen des ILT5-Antikörpertiters kommt. Die hohe zytotoxische Aktivität der ILT5-reaktiven Seren weist darauf hin, dass ILT5-Antikörper antileukämische Eigenschaften aufweisen.

Wissenschaftliches Umfeld
Ihre Forschungstätigkeit hat Frau Dr.in Grabmeier-Pfistershammer 2002 in der Forschungsgruppe von o.Univ.-Prof. Dr. W. Knapp (†) am Institut für Immunologie begonnen. Sie widmete sich sehr erfolgreich verschiedenen wissenschaftlichen Themen, u.a. der Regulation von T-Zellaktivierung durch kostimulatorische Moleküle, der Identifizierung von zellulären Rezeptoren für das Tamm-Horsfall-Protein und der humoralen Immunantwort in stammzelltransplantierten Patienten, für die sie hier ausgezeichnet wurde. Seit dem Beginn ihrer klinischen Ausbildung an der Universitätsklinik für Dermatologie befasst sie sich vermehrt mit klinischen Themen. Zur Zeit untersucht Sie die Rolle von inhibitorischen TZellrezeptoren in HIV-infizierten Patienten, die unter HAART (Anti-HIVKombinationstherapie) trotz effizienter Virussuppression schlechte Immun-Rekonstituierung zeigen. Für diese Arbeit wurde sie im April 2009 mit dem Theodor-Körner-Preis ausgezeichnet.

Persönliches
Frau Dr.in Grabmeier-Pfistershammer wurde 1977 in Wien geboren. 1996 Matura mit Auszeichnung, anschließend Studium der Humanmedizin (1996-2002) in Wien. Während der Studienzeit längerer Auslandsaufenthalt im Rahmen des Erasmus-Programms an der Universität Perugia/Italien. 2002 Dissertation (Univ.-Prof. Dr. Volc-Platzer, Abteilung für Dermatologie, SMZ-Ost/Wien) „Prognoseparameter des malignen Melanoms: retrospektive Analyse der HLA-G-Expression in Lymphknotenmetastasen und Verlauf unter adiuvanter Interferontherapie“. Im März 2003 Promotion „sub auspiciis praesidentis“. 2002 Ausbildung zum Facharzt für Immunologie am

Institut für Immunologie, seit November 2006 Ausbildung zum Facharzt für Dermatologie an der Klinischen Abteilung für Immundermatologie und Infektiöse Hautkrankheiten (Leitung: o.Univ.-Prof. Dr. G. Stingl).

Ausgewählte Literatur

  1. Pfistershammer K, Lawitschka A, Klauser C, Leitner J, Weigl R, Heemskerk MH, Pickl WF, Majdic O, Bohmig GA, Fischer GF, Greinix HT, Steinberger P. Allogeneic disparities in immunoglobuline-like transcript 5 induce potent antibody responses in hematopoietic stem cell transplant recipients. Blood. 2009. Sep; 114:2323-32
  2. Leitner J, Klauser C, Pickl WF, Stöckl J, Majdic O, Bardet AF, Kreil DP, Dong C, Yamazaki T, Zlabinger G, Pfistershammer K*, Steinberger P.B7-H3 is a potent inhibitor of human T-cell activation: No evidence for B7-H3 and TREML2 interaction. Eur J Immunol. 2009 Jul;39(7):1754-64. (*korrespondierender Autor)
  3. Pfistershammer K, Petzelbauer P, Stingl G, Mastan P, Chott A, Jäger U, Skrabs C, Geusau A. Methotrexate-induced primary cutaneous diffuse large B-cell lymphoma with an 'angiocentric' histological morphology. Clin Exp Dermatol. 2010 35:59-62 (Case Report)
  4. Pfistershammer K, Minimair G, Födinger D, Czerny M, Zauner C, Pieczkowski F, Stingl G, Karlhofer FM. Fatal paraneoplastic pemphigus associated with a mediastinal tumor. J Dtsch Dermatol Ges. 2009 Apr;7(4):356-9. (Case Report)
  5. Pfistershammer K, Klauser C, Leitner J, Stöckl J, Majdic O, Weichhart T, Sobanov Y, Bochkov V, Säemann M, Zlabinger G, Steinberger P. Identification of the scavenger receptors SREC-I, Cla-1 (SR-BI), and SR-AI as cellular receptors for Tamm-Horsfall protein. J Leukoc Biol. 2008 Jan;83(1):131-8.
  6. Pfistershammer K, Stöckl J, Siekmann J, Turecek PL, Schwarz HP, Reipert BM. Recombinant factor VIII and factor VIII-von Willebrand factor complex do not present danger signals for human dendritic cells. Thromb Haemost. 2006 Sep;96(3):309-16.
  7. Pfistershammer K, Klauser C, Pickl WF, Stöckl J, Leitner J, Zlabinger G, Majdic O, Steinberger P. No evidence for dualism in function and receptors: PD-L2/B7-DC is an inhibitory regulator of human T cell activation. Eur J Immunol. 2006 May;36(5):1104-13.
  8. Pfistershammer K, Majdic O, Stöckl J, Zlabinger G, Kirchberger S, Steinberger P, Knapp W. CD63 as an activation-linked T cell costimulatory element. J Immunol. 2004 Nov 15;173(10):6000-8.

Kontakt
Dr.in Katharina Grabmeier-Pfistershammer
Universitätsklinik für Dermatologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien