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Juni 2013 | Wolfgang Sieghart

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Priv. Doz. Dr. Wolfgang Sieghart

Wolfgang Sieghart

Researcher of the Month, Juni 2013

Die Jury „Researcher of the Month” verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Herrn PD. Dr. Wolfgang Sieghart (Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Leiter: Univ. Prof. Dr. M. Trauner) aus Anlass der 2013 im Top-Journal „Hepatology“ (IF: 11.67)  erschienen Arbeit „The ART of decision making: retreatment with TACE in patients with hepatocellular carcinoma”.

Herr PD Sieghart konnte die Ergebnisse dieser Arbeit auch bei der 48. Jahrestagung der European Association for the Study of the Liver (EASL) in Amsterdam im Rahmen eines Vortrages in der “General Session” präsentieren.

In dieser Arbeit der „HCC Study Group, Medical University Vienna (Leiter: ao. Univ. Prof. Dr. M. Peck-Radosavljevic), konnte PD Sieghart gemeinsam mit Dr. F. Hucke mittels multivariater Regressionsanalyse den ART-score (Assessment for Retreatment with TACE) entwickeln, um Patienten nach der ersten transarteriellen Chemoembolisation (TACE) zu identifizieren, die von einem weiteren Behandlungszyklus nicht mehr profitieren.  Der in der Wiener Kohorte entwickelte ART-Score konnte in derselben Arbeit in Kooperation mit ao. Univ. Prof. I. Graziadei der Universitätsklinik für Gastroenterologie in Innsbruck extern validiert werden.

Der ART-Score hilft bei der Therapiesteuerung des Hepatozellulären Karzinoms (HCC)
Das HCC zählt zu den 5 häufigsten Tumoren weltweit und entsteht in über 90% der Fälle auf Boden einer Leberzirrhose. Diese limitiert die Behandlung dieses Tumors wesentlich und muss in alle Therapieentscheidungen einbezogen werden. Die transarterielle Chemoembolisation ist die aktuelle Standardtherapie für HCC Patienten mit einem intermediären Tumorstadium (asymptomatisch, uni- oder multifokale Tumorknoten, Child-Pugh A bzw. B Zirrhose). Die wiederholte Behandlung mit TACE erfolgt üblicherweise „on demand“, also bei Nachweis noch vorhandener vitaler Tumorknoten, in einem 6-8 Wochenrhythmus bis zur Eradikation des Tumors oder dem Auftreten von (meist leberspezifischen) Kontraindikationen. Speziell letztere waren bis dato nicht klar definiert und der subjektiven Einschätzung des behandelnden Arztes überlassen. 

Durch die Entwicklung des ART-score steht nun für die wiederholte Behandlung mit TACE ein einfaches Instrument zur Verfügung diese Entscheidung zu objektivieren: durch Analyse des radiologischen Ansprechens sowie der TACE induzierten Leberdysfunktion im Vergleich zur TACE-naiven Leber konnten 2 Gruppen mit stark unterschiedlicher Prognose identifiziert werden, wenn sie weiter mit TACE behandelt wurden. Ein ART-score ≥ 2.5 Punkten vor der geplanten zweiten TACE Intervention identifizierte PatientInnen, die von einem weiteren TACE Zyklus nicht mehr profitierten.

Die Identifizierung von Prognose Faktoren von Patienten mit HCC gehört zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten von PD Sieghart. 

In einer rezenten, ebenfalls in „Hepatology“ publizierten Arbeit (2), konnte das im Serum bestimmte C-reaktive Protein (cut off 1mg/dl) als von Tumorstadium und Leberfunktion unabhängiger Prognosefaktor für Patienten mit HCC etabliert werden. 

In einer weiteren Arbeit konnte die immunhistochemische Bestimmung von Osteopontin im HCC Tumorgewebe als unabhängiger Prädiktor für Tumorrezidiv und Gesamtüberleben nach Lebertransplantation identifiziert werden (3).

Wissenschaftliches Umfeld
Nach dem Studium begann PD Sieghart 2003 an der Universitätsklinik für klinische Pharmakologie (Leiter: Univ.-Prof. Dr. M. Müller) seine wissenschaftliche Karriere. Bereits damals lag sein Schwerpunkt im Bereich der Leberkrebsforschung (4,5); er erlernte Labortechniken in den Bereichen Zellkultur und Molekularbiologie. 2006 wechselte er an die Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie (damaliger Leiter: o.Univ.-Prof. Dr. A. Gangl) in das Labor seines Mentors und Dissertationsbetreuers Univ.-Prof. Dr. M. Peck-Radosavljevic, wo er mit diesem sowie Dr. M. Pinter und PD Dr. N. Rohr-Udilova eine HCC-Studienambulanz  und ein Labor für translationale HCC-Forschung (6,7) aufbaute. Im Herbst 2011 schloss PD Sieghart eine Qualifizierungsvereinbarung mit der Medizinischen Universität Wien ab. Die Habilitation erfolgte im Jahr 2012 zum Thema „Verbesserung der Behandlungsstrategien für das hepatozelluläre Karzinom“. 

Persönliches
Priv. Doz. Dr. Wolfgang Sieghart wurde 1977 in New Haven/USA geboren, ist verheiratet und Vater von 4 Kindern.  Er besuchte ab 1987 das Bundesgymnasium Billrothstrasse 73 in Wien und maturierte „mit gutem Erfolg“. An der Medizinischen Universität Wien studierte von 1995 bis 2002; er erhielt mehrere Leistungsstipendien und schloss das 2. und 3. Rigorosum mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Im Jahr 2001 arbeitete er drei Monate am Pennsylvania Hospital of the University of Pennsylvania in Philadelphia/USA. 2002-03 verfasste PD Sieghart seine Dissertation (Betreuer: ao Univ. Prof. Dr. M. Peck-Radosavljevic) zum Thema „Plättchenfunktion unter Interferontherapie bei Patienten mit chronischer Hepatitis C“.  Während seiner Zeit an der Abteilung für klinische Pharmakologie (2003-2006) erhielt er ein Stipendium für den renommierten Lehrgang „Methods in Clinical Cancer Research“ in Flims (Schweiz). Er konnte einige kompetitive Drittmittel einwerben und  war 2008 Skoda-Preisträger der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin.

Von 2006-2011 absolvierte er die Facharztausbildung für Innere Medizin an der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, wo er im Sommer 2013 dem Abschluss der Zusatzfachausbildung Gastroenterologie und Hepatologie entgegen sieht.

Ausgewählte Literatur

  1. Sieghart W, Hucke F, Pinter M, Graziadei I, Vogel W, Müller C, Heinzl H, Trauner M, Peck-Radosavljevic M. The ART of decision making: retreatment with TACE in patients with hepatocellular carcinoma. Hepatology 2013, Epub ahead of print.
  2. Sieghart W, Pinter M, Hucke F, Graziadei I, Schöniger-Hekele M, Müller C, Vogel W, Trauner M, Peck-Radosavljevic M. A single determination of C-reactive protein at the time of diagnosis predicts long term outcome of patients with hepatocellular carcinoma. Hepatology. 2012 Sep 7. doi: 10.1002/hep.26057. [Epub ahead of print]
  3. Sieghart W, Wang X, Schmid K¶, Pinter M, König F, Bodingbauer M, Wrba F, Rasoul-Rockenschaub S, Peck-Radosavljevic M. Osteopontin Expression predicts Overall Survival after Liver Transplantation for Hepatocellular Carcinoma in patients beyond Milan criteria. J Hepatol. 2011 Jan;54(1):89-97     
  4. Sieghart W, Fuereder T, Schmid K, Cejka D, Werzowa J, Wrba F, Wang X, et al. Mammalian target of rapamycin pathway activity in hepatocellular carcinomas of patients undergoing liver transplantation. Transplantation 2007;83:425-432.
  5. Sieghart W, Losert D, Strommer S, Cejka D, Schmid K, Rasoul-Rockenschaub S, Bodingbauer M, et al. Mcl-1 overexpression in hepatocellular carcinoma: a potential target for antisense therapy. J Hepatol 2006;44:151-157.
  6. Sieghart W, Pinter M, Dauser B, Rohr-Udilova N, Piguet AC, Prager G, Hayden H, Dienes HP, Dufour JF, Peck-Radosavljevic M. Erlotinib and sorafenib in an orthotopic rat model of hepatocellular carcinoma. J Hepatol. 2012 Sep;57(3):592-9.
  7. Rohr-Udilova N, Sieghart W, Eferl R, Stoiber D, Björkhem-Bergman L, Eriksson LC, Stolze K, Hayden H, Keppler B, Sagmeister S, Grasl-Kraupp B, Schulte-Hermann R, Peck-Radosavljevic M. Antagonistic effects of selenium and lipid peroxides on growth control in early hepatocellular carcinoma. Hepatology. 2012 Apr;55(4):1112-21.

Kontakt
Priv. Doz. Dr. Wolfgang Sieghart
Universitätsklinik für Innere Medizin III
Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

Telefon: +43 (0)1 40400-6589 
wolfgang.sieghart@meduniwien.ac.at