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2017 Juni - Andreas Schober

Dr. Andreas Schober

MedUni Wien RESEARCHER OF THE MONTH, Juni 2017

Die Jury „Researcher of the Month” verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Herrn Dr. Andreas Schober aus Anlass der im Top-Journal „Resuscitation“ (IF 5.4) erschienenen Arbeit Admission of out-of hospital cardiac arrest victims to a high volume cardiac arrest center is linked to improved outcome.[1]

Diese Studie entstand in der Arbeitsgruppe von Univ. Prof. Dr. F. Sterz (Stv. Leiter der Univ. Klinik f. Notfallmedizin). Hierzu sind Daten aus einem prospektiv erstellten multizentrischen Register, dem Vienna Cardiac Arrest Registry (VICAR) analysiert worden. Dieses Register wurde zur Erfassung der individuellen Faktoren und präklinischen Maßnahmen bei Herz-Kreislaufstillstand, sowie zur Qualitätssicherung der erweiterten Wiederbelebungsmaßnahmen in Wien als Kooperationsprojekt zwischen der Medizinischen Universität Wien (Universitätsklinik für Notfallmedizin) und der Wiener Berufsrettung (MA70) ins Leben gerufen.

Kreislaufstillstand und spezialisierte Reanimations-Zentren

In Europa versterben jährlich bis zu 300 000 Menschen an einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand.[2] Damit ist es eine der häufigsten Todesursachen und ein gesundheitspolitisch höchst relevantes Problem.[3] Neben einer exzellent funktionierenden Rettungskette, mit möglichst früher Defibrillation und qualitativ hochwertiger Herzdruckmassage ist die weitere Behandlung nach primär erfolgreicher Reanimation ein wichtiger Faktor für eine gute Prognose. Es konnte bereits gezeigt werden, dass spezialisierte Reanimations-Zentren für Patienten mit Herz-Kreislaufstillstand, ähnlich wie bei der Versorgung von Schwerstverletzten, eine Verbesserung des Überlebens erreichen können. [4,5]

Ziel unserer Studie war es zu zeigen ob eine hohe Behandlungsfrequenz in solchen Zentren einen weiteren positiven Einfluss auf das Überleben hat. Es wurden Patienten eingeschlossen, die in 7 verschiedenen Wiener Zentren behandelt wurden, wobei jedes die internationalen Kriterien eines „Zentrums für Patienten mit Herz-Kreislaufstillstand“ erfüllt. In den Jahren 2013 bis 2015 wurden 2.238 Patienten eingeschlossen. Drei verschiedene Gruppen je nach Anzahl der aufgenommen Patienten wurden verglichen: Patienten, die in Zentren mit weniger als 50, Zentren mit 50-100 und Zentren mit mehr als 100 aufgenommenen Patienten pro Jahr nach einem Herz-Kreislaufstillstand behandelt wurden. Das 30 Tage Überleben in gutem neurologischen Zustand war die Hauptzielgröße. In der Analyse zeigte sich, dass ein Alter unter 65 Jahren, ein elektrisch therapierbarer Erstrhythmus (Kammerflimmern oder Kammertachykardie), sofortige Basismaßnahmen und die Aufnahme in einem Zentrum mit sehr hoher Behandlungsfrequenz unabhängige Prädiktoren für eine bessere Prognose sind.

  Eine hohe Behandlungsfrequenz scheint also sogar bei hoch spezialisierten Zentren eine weitere Verbesserung der Prognose für Patienten nach einem Herz-Kreislaufstillstand zu ermöglichen. Ziel eines jeden Zentrums sollte somit die Aufrechterhaltung bzw. Erweiterung der jährlichen Behandlungsfrequenz sein.[1]

Wissenschaftliches Umfeld

Dr. Schober war bereits als Student wissenschaftlich an der Medizinischen Universität Wien tätig. Mit Beginn der klinischen Ausbildung an der Univ. Klinik f. Notfallmedizin wurde Dr. Schober Teil der Forschungsgruppe von Univ. Prof. Dr. F. Sterz, deren Schwerpunkte in der Reanimationsforschung liegen. Er hat bereits mehr als 30 Publikationen in internationalen “peer-reviewed” Journalen als Erst- Co- und Letztautor realisiert.

Zusätzlich hat Dr. Schober in einer interdisziplinären und abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit gemeinsam mit der Univ. Klinik f. Klinische Pharmakologie, der Univ. Klinik f. Neurochirurgie, der Univ. Klinik f. Innere Medizin III, des Zentrum für Biomedizinische Forschung, der veterinärmedizinischen Universität sowie der Univ. Klinik f. Notfallmedizin die experimentelle Reanimationsforschung mit extrakorporaler Zirkulation unter Verwendung zerebraler und peripherer Mikrodialyse im Kleintiermodel mit entwickelt und die Ergebnisse aus dieser Kooperation auch erfolgreich publiziert.

Weiters konnte er einen Travel Grand der AHA, einen Young Investigator Award der AHA sowie einen Award des European Journal of Heart Failure für sich verzeichnen.

Dr. Schober wurde bei diversen internationalen Kongressen und Fachtagungen im In- und Ausland als Vortragender eingeladen.

Zur Person

Dr. Schober wurde 1983 in Wien geboren und er studierte von 2001 bis 2008 Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Er absolvierte seine Dissertation unter Anleitung von Frau Prof. Dr. E. Schaden (Univ. Klinik f. Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie). Seit 2009 ist Dr. Schober an der Univ. Klinik f. Notfallmedizin klinisch tätig und hat seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin abgeschlossen. Neben seiner Forschungstätigkeit beteiligt sich Dr. Schober auch an der Lehre im Rahmen des Humanmedizinstudiums.

Ausgewählte Literatur

1  Schober A, Sterz F, Laggner AN, et al. Admission of out-of-hospital cardiac arrest victims to a high volume cardiac arrest center is linked to improved outcome. Resuscitation 2016;106:1–7. doi:10.1016/j.resuscitation.2016.06.021

2  Soar J, Nolan JP, Böttiger BW, et al. European Resuscitation Council Guidelines for Resuscitation 2015: Section 3. Adult advanced life support. Resuscitation 2015;95:100–47. doi:10.1016/j.resuscitation.2015.07.016

3  Link MS, Berkow LC, Kudenchuk PJ, et al. Part 7: Adult Advanced Cardiovascular Life Support: 2015 American Heart Association Guidelines Update for Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care. Circulation 2015;132:S444–64. doi:10.1161/CIR.0000000000000261

4  Soar J, Packham S. Cardiac arrest centres make sense. Resuscitation 2010;81:507–8. doi:10.1016/j.resuscitation.2010.01.017

5  Donnino MW, Rittenberger JC, Gaieski D, et al. The development and implementation of cardiac arrest centers. Resuscitation 2011;82:974–8. doi:10.1016/j.resuscitation.2011.03.021


Dr. Andreas Schober

Univ. Klinik f. Notfallmedizin
Medizinische Universität Wien
A-1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20

Tel.: +43-1-40400-19640
E-Mail:andreas.schober@meduniwien.ac.at