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2018 Juni - Philipp Schwabl

RoM Juni
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Dr. Philipp Schwabl

MedUni Wien RESEARCHER OF THE MONTH Juni 2018

Die Jury "Researcher of the Month" verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Herrn Dr. Philipp Schwabl aus Anlass der im Top-Journal "Journal of Hepatology" (IF 12.486) erschienen Arbeit “The FXR agonist PX20606 ameliorates portal hypertension by targeting vascular remodelling and sinusoidal dysfunction.“ [1], welche auch von der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) mit dem renommierten Wewalka Preis ausgezeichnet wurde. Diese Studie entstand im Rahmen des PhD-Studiums von Dr. Schwabl an der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie (Leiter: Univ. Prof. Dr. Michael Trauner) an der Univ. Klinik für Innere Medizin III in der Arbeitsgruppe von Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Thomas Reiberger in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Biomedizinische Forschung (Leitung: Univ. Prof. Dr. Bruno Podesser)

Der Farnesoid-X-Rezeptor und seine Bedeutung in Leberzirrhose

Patienten mit Leberzirrhose leiden häufig an Pfortaderhochdruck [2] und damit vergesellschafteten schweren Komplikationen wie Aszites oder Varizenblutungen [3]. Folglich ist die Reduktion des Pfortaderhochdrucks [4] ein wesentliches Ziel in der Behandlung dieser Patienten. Die aktuelle Standardtherapie mit nicht-selektiven Beta Blockern führt jedoch nur bei etwa der Hälfte aller Patienten zu einem Behandlungserfolg [5], weswegen intensiv nach neuen Therapiekonzepten gesucht wird.

Der Farnesoid-X-Rezeptor reguliert in der Leber die Gallensäureproduktion und den Lipidstoffwechsel und - wie in dieser Arbeit nun gezeigt - auch den Vasotonus der hepatischen Mikrozirkulation (also der Lebersinusoide) [1, 6]. Die Aktivierung des Farnesoid-X-Rezeptors mit dem Agonisten PX-20606 führte in zirrhotischen Tier-Modellen zu einem verringerten Gefäßwiderstand in der Leber und damit zur Pfortaderdrucksenkung. Zusätzlich führte die Stimulierung des Farnesoid-X-Rezeptors zu einer Reduktion von fibrotischem Gewebe und weniger Entzündungsaktivität in der Leber.

Diese vielversprechenden Erkenntnisse werden aktuell auch in klinischen Studien an Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NASH) und cholestatischen Lebererkrankungen getestet. Ein erster Farnesoid-X-Rezeptor-Agonist, die Obeticholsäure wurde kürzlich für die Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC) bereits zugelassen.

Wissenschaftliches Umfeld

Dr. Philipp Schwabl verfolgt im Rahmen seiner experimentellen und klinischen Forschungstätigkeit das Prinzip Erkenntnisse von der Laborbank bis zum Patientenbett („bench-to-bedside“) zu bringen. Er arbeitet hierfür in der Arbeitsgruppe von Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Thomas Reiberger an der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie (Leiter: Univ. Prof. Dr. Michael Trauner).
Im Labor für hepatische experimentelle Hämodynamik (HepExLab Vienna) beforscht er neue Therapieansätze zur Behandlung von Leberfibrose und portaler Hypertension. [1, 7-9] in verschiedenen Zirrhosemodellen. Die Erkenntnisse aus diesen translationellen Experimenten dienen dann als Rationale für weitere klinische Forschung am Patienten. Hierbei fokussiert sich Dr. Schwabl auch auf die nicht-invasive Diagnostik fortgeschrittener Lebererkrankungen [2], Erkennung von Risikofaktoren für schwerwiegende Komplikationen bei Leberzirrhose [3], und neue Behandlungskonzepte der chronischen Hepatitis C bei HIV Patienten [4, 10].
Für seine wissenschaftliche Tätigkeit arbeitet Dr. Schwabl eng mit Kollegen aus dem Zentrum für Biomedizinische Forschung (Leiter: Univ. Prof. Dr. Bruno Podesser) [1, 7-9] und dem Institut für Pathologie (Fr. Dr.in Judith Stift, Leiterin: Univ. Prof.in Dr.in Renate Kain) [1, 2, 4, 7] an der Medizinischen Universität Wien, aber auch mit internationalen universitären und industriellen Partnern aus Deutschland (Bonn, Heidelberg, Tübingen, Ingelheim) [1, 7], Belgien (Leuven) [9] und den USA (Boston, Foster City) [7] zusammen.

Zur Person

Dr. Philipp Schwabl ist 1988 in Wien geboren, maturierte an der Sir Karl Popper Schule und studierte 2006-2012 Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Bereits in der Studienzeit sammelte er Erfahrungen als Tutor und in Labors in Finnland und Kanada. Ab dem 2. Studienjahr engagierte er sich im Labor für experimentelle hepatische Hämodynamik (HepExLab Vienna) wo er seine Diplomarbeit verfasste und seither aktiv ist. 2013 begann Dr. Schwabl ein PhD Studium im Programm „Vascular Biology“ unter Supervision von Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Thomas Reiberger und befindet sich seit 2014 in der Facharztausbildung für Innere Medizin an der Universitätsklinik für Innere Medizin III – Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie am AKH-Wien. Für seine Forschungstätigkeiten warb Dr. Schwabl Forschungsförderungen durch den Medizinisch-Wissenschaftlichen Fonds des Bürgermeisters der Bundeshauptstadt Wien und den Wissenschaftspreis der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie ein. Seine Forschungsergebnisse präsentiert Dr. Schwabl regelmäßig auf nationalen und internationalen Kongressen, wofür er auch bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, wie zum Beispiel 2016 mit dem „Best Basic Science Oral Presentation Award“ der „European Association for the Study of the Liver“ (EASL). Auch selbst wirkte er bei der Organisation nationaler Kongresse mit und war 2015 Präsident der Young Scientist Association (YSA) der Medizinischen Universität Wien. Darüber hinaus ist Dr. Schwabl als Lehrender an der MUW aktiv und betreut zahlreiche Diplomarbeiten.

Ausgewählte Literatur

  1. Schwabl P, Hambruch E, Seeland BA, Hayden H, Wagner M, Garnys L, et al. The FXR agonist PX20606 ameliorates portal hypertension by targeting vascular remodelling and sinusoidal dysfunction. Journal of Hepatology 2016. (IF 12.486)
  2. Schwabl P, Bota S, Salzl P, Mandorfer M, Payer BA, Ferlitsch A, et al. New reliability criteria for transient elastography increase the number of accurate measurements for screening of cirrhosis and portal hypertension. Liver international 2015;35:381-390. (IF 4.116)
  3. Schwabl P, Bucsics T, Soucek K, Mandorfer M, Bota S, Blacky A, et al. Risk factors for development of spontaneous bacterial peritonitis and subsequent mortality in cirrhotic patients with ascites. Liver international 2015;35:2121-2128. (IF 4.116)
  4. Schwabl P*, Mandorfer M*, Steiner S, Scheiner B, Chromy D, Herac M, et al. Interferon-free regimens improve portal hypertension and histological necroinflammation in HIV/HCV patients with advanced liver disease. Alimentary Pharmacology & Therapeutics 2017;45:139-149. (IF 7.286)
  5. Mandorfer M, Bota S, Schwabl P, Bucsics T, Pfisterer N, Kruzik M, et al. Nonselective beta blockers increase risk for hepatorenal syndrome and death in patients with cirrhosis and spontaneous bacterial peritonitis. Gastroenterology 2014;146:1680-1690 e1681. (IF 18.187)
  6. Fuchs CD*, Schwabl P*, Reiberger T, Trauner M. Liver Capsule: FXR agonists against liver disease. Hepatology 2016;64:1773. (IF 13.246)
  7. Schwabl P*, Payer BA*, Grahovac J, Klein S, Horvatits T, Mitterhauser M, et al. Pioglitazone decreases portosystemic shunting by modulating inflammation and angiogenesis in cirrhotic and non-cirrhotic portal hypertensive rats. Journal of Hepatology 2014;60:1135-1142. (IF 12.486)
  8. Reiberger T, Angermayr B, Schwabl P, Rohr-Udilova N, Mitterhauser M, Gangl A, et al. Sorafenib attenuates the portal hypertensive syndrome in partial portal vein ligated rats. Journal of Hepatology 2009;51:865-873. (IF 12.486)
  9. Schwabl P, Laleman W. Novel treatment options for portal hypertension. Gastroenterology report 2017;5:90-103.
  10. Mandorfer M*, Schwabl P*, Steiner S, Scheiner B, Chromy D, Bucsics T, et al. Interferon-free treatment with sofosbuvir/daclatasvir achieves sustained virologic response in 100% of HIV/hepatitis C virus-coinfected patients with advanced liver disease. Aids 2016;30:1039-1047. (IF 5.554)

* geteilte Erstautorenschaft


Dr. Philipp Schwabl

Medizinische Universität Wien
Univ. Klinik für Innere Medizin III
Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie
A-1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20

Tel.: +43 (0)1 40400-47410
E-Mail: philipp.schwabl@meduniwien.ac.at