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2019 Juli - Robert Zilberszac

Dr. Robert Zilberszac

MedUni Wien RESEARCHER OF THE MONTH, Juli 2019

Die Jury „Researcher of the Month” verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Herrn Dr. Robert Zilberszac aus Anlass der im  Top-Journal „JACC: Cardiovascular Imaging“ (Impact Factor 10.247) erschienenen Publikation „Long-Term Outcome of Active Surveillance in Severe But Asymptomatic Primary Mitral Regurgitation“.

Herzklappenfehler ohne Symptome – rasche OP oder strukturiertes Follow-up?

Die höhergradige primäre Mitralinsuffizienz ist einer der häufigsten Herzklappenfehler1 und wird oftmals bei vollkommen asymptomatischen PatientInnen als Zufallsbefund entdeckt2. Während es unumstritten ist, dass eine operative Sanierung der Klappe angezeigt ist, wenn Symptome (zumeist Leistungseinschränkung, Atemnot bei Belastung) auftreten oder es u.a. zu einer Pumpschwäche bzw. starken Vergrößerung der linken Herzkammer kommt, bleibt das optimale Management von beschwerdefreien PatientInnen ohne weitere Risikofaktoren kontroversiell. Während manche Gruppen für ein früh-elektives chirurgischen Vorgehen plädieren3,4, empfehlen die Guidelines der europäischen und amerikanischen Fachgesellschaften ein „konservatives Vorgehen“ bis etablierte OP-Kriterien erreicht sind5,6. PatientInnen der Medizinischen Universität Wien werden diesbezüglich in ein strukturiertes Follow-up Programm der Ambulanz für erworbene Herzklappenfehler eingeschlossen und halbjährlichen klinisch-echokardiographischen Verlaufskontrollen unterzogen, bis die Indikationsstellung zur OP erfolgt („active surveillance“).

Die ausgezeichnete Arbeit untersuchte das Langzeit-Outcome einer solchen Strategie an 280 konsekutiven PatientInnen mit höhergradiger asymptomatischer Mitralinsuffizienz, welche in der Ambulanz für erworbene Herzklappenfehler behandelt wurden. Es konnte gezeigt werden, dass PatientInnen auch viele Jahre gemäß o.g. Strategie gemanagt und schlussendlich mit guten Ergebnissen operiert werden können. Insbesondere zeigte sich, dass das Gesamtüberleben dieser PatientInnenkohorte der alters- und geschlechts-entsprechenden Allgemeinbevölkerung nicht unterlegen war.

Wissenschaftliches Umfeld

Dr. Zilberszac begann bereits während seines Medizinstudiums die Mitarbeit in der Ambulanz für erworbene Herzklappenfehler (Prof. Dr. R. Rosenhek) der klinischen Abteilung für Kardiologie der Medizinischen Universität Wien (Prof. Dr. G. Maurer, dann Prof. Dr. C. Hengstenberg). Als international renommierte Einrichtung hat sich die Ambulanz für erworbene Herzklappenfehler neben der prä-und postoperativen Betreuung von PatientInnen mit komplexen strukturellen Herzerkrankungen insbesondere auf das Management von PatientInnen mit asymptomatischen höhergradigen Herzklappenfehlern spezialisiert. Es besteht eine Einbindung in die internationale „HAVEC“ (HeArt ValvE Clinic International Database) Datenbank sowie eine enge Kooperation mit dem Herzkatheterlabor der Klinik und der klinischen Abteilung für Herzchirurgie der Medizinischen Universität Wien (Univ.Prof.Dr. G. Laufer). Die Arbeiten Dr. Zilberszacs beschäftigen sich primär mit der Risikostratifizierung und dem optimierten Management von PatientInnen mit Aorten- und Mitralklappenfehlern im Rahmen eines tertiären Herzklappenzentrums7-12. Die Arbeiten von Dr. Zilberszac wurden bereits mehrfach in renommierten Fachjournalen publiziert und auf nationalen und internationalen Fachkongressen präsentiert. Weiters ist Dr. Zilberszac als Reviewer, u.a für das renommierte „European Heart Journal“ tätig.

Zur Person

Dr. Robert Zilberszac, Jahrgang 1985, studierte von 2005-2011 Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien und arbeitete ab 2008 wissenschaftlich in der Ambulanz für erworbene Herzklappenfehler mit. In dieser Zeit erhielt er mehrfach Leistungsstipendien und verbrachte ein Studienjahr als ERASMUS-Stipendiat an der Charité Berlin. Seine klinische Ausbildung führte Dr. Zilberszac zunächst ins renommierte Deutsche Herzzentrum München (Prof. Dr. A. Schömig) bevor er 2012 in die klinische Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II (Prof. Dr. G. Maurer, dann Prof. Dr. C. Hengstenberg) eintrat. Das Doktoratsstudium der angewandten medizinischen Wissenschaft schloss Dr. Zilberszac 2017 ab (Dissertationsthema „Risk stratification and management of patients with aortic valve disease“). Seit 2018 ist Dr. Zilberszac als Facharzt für Innere Medizin an der klinischen Abteilung für Kardiologie tätig und befindet sich derzeit in Ausbildung zum Zusatzfacharzt für Kardiologie sowie internistische Intensivmedizin.

Ausgewählte Literatur

1.        Nkomo VT, Gardin JM, Skelton TN, Gottdiener JS, Scott CG, Enriquez-Sarano M. Burden of valvular heart diseases: a population-based study. Lancet. Sep 16 2006;368(9540):1005-1011.
2.         Rosenhek R, Rader F, Klaar U, et al. Outcome of watchful waiting in asymptomatic severe mitral regurgitation. Circulation. May 9 2006;113(18):2238-2244.
3.         Enriquez-Sarano M, Avierinos JF, Messika-Zeitoun D, et al. Quantitative determinants of the outcome of asymptomatic mitral regurgitation. N. Engl. J. Med. Mar 03 2005;352(9):875-883.
4.         Suri RM, Vanoverschelde JL, Grigioni F, et al. Association between early surgical intervention vs watchful waiting and outcomes for mitral regurgitation due to flail mitral valve leaflets. JAMA. Aug 14 2013;310(6):609-616.
5.         Nishimura RA, Otto CM, Bonow RO, et al. 2014 AHA/ACC Guideline for the Management of Patients With Valvular Heart Disease: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on Practice Guidelines. J. Am. Coll. Cardiol. Jun 10 2014;63(22):e57-e185.
6.         Baumgartner H, Falk V, Bax JJ, et al. 2017 ESC/EACTS Guidelines for the management of valvular heart disease. Eur. Heart J. Sep 21 2017;38(36):2739-2791.
7.         Zilberszac R, Heinze G, Binder T, Laufer G, Gabriel H, Rosenhek R. Long-Term Outcome of Active Surveillance in Severe But Asymptomatic Primary Mitral Regurgitation. JACC Cardiovasc. Imaging. Sep 2018;11(9):1213-1221.
8.         Zilberszac R, Gleiss A, Binder T, et al. Prognostic relevance of mitral and tricuspid regurgitation in patients with severe aortic stenosis. European Heart Journal - Cardiovascular Imaging. 2018:jey027-jey027.
9.         Zilberszac R, Gabriel H, Schemper M, Laufer G, Maurer G, Rosenhek R. Asymptomatic Severe Aortic Stenosis in the Elderly. JACC Cardiovasc. Imaging. Jan 2017;10(1):43-50.
10.       Zilberszac R, Lancellotti P, Gilon D, et al. Role of a heart valve clinic programme in the management of patients with aortic stenosis. Eur. Heart J. Cardiovasc. Imaging. Aug 12 2016.
11.       Zilberszac R, Gabriel H, Schemper M, et al. Outcome of combined stenotic and regurgitant aortic valve disease. J. Am. Coll. Cardiol. Apr 9 2013;61(14):1489-1495.
12.       Rosenhek R, Zilberszac R, Schemper M, et al. Natural history of very severe aortic stenosis. Circulation. Jan 5 2010;121(1):151-156.


Dr. Robert Zilberszac

Medizinische Universität Wien
Universitätsklinik für Innere Medizin II
Klinische Abteilung für Kardiologie
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1090 Wien

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