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Vorlesungsreihe Ethik und Ethos in der Klinischen Krankenhausseelsorge und in der Universitätsmedizin: Das Lebensende

Events

23. November 2017
16:00-18:00

 

Medizinischer Campus AKH Wien
Hörsaalzentrum, HS 1
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

 

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Die Vorlesungsreihe "Ethik und Ethos in der Klinischen Seelsorge und in der Universitätsmedizin" widmet sich im Wintersemester 2017/18 dem Schwerpunktthema "Sterben und Tod im Krankenhaus - theoretische und praktische ethische Aspekte speziell für Studierende". Zielgruppe sind Studierende der Medizin und Medizinischen Wissenschaften (Wahlfach bzw. Seminar) und alle Personen, die sich im akademischen Sinne mit dem Schnittpunkt Medizin-Ethik-Seelsorge-Religion auseinandersetzen wollen. Für ÄrztInnen gibt es DFP-Fortbildungspunkte. Die Seminareinheiten finden am 19.10., 23.11., 14.12. und 25.1. jeweils im Hörsaal 1 des Hörsaalzentrums statt (Zeit: 16.00 - 18.00 Uhr).

 

Prof. Dr. Christine Marosi (Internistische Onkologie):
"Der Vortrag in dieser Seminarreihe war eine ganz andere Herausforderung als fachliche Vorträge zu meinem Arbeitsschwerpunkt über „bösartige Hirntumore“ oder die Besonderheiten von „Krebs im Alter“; schliesslich ging es darum, aufzuzeigen, wer in Österreich woran stirbt.

Die Daten der Statistik Austria zeigten dann ein ganz anderes Bild, als der subjektiven Wahrnehmung entsprochen hätte. Sie verdeutlichten aber auch, warum „Tod und Sterben“ aus dem Alltagsbewusstsein verschwunden sind und von vielen als „Versagen der Medizin“ oder „Versagen eines bestimmten Arztes“ wahrgenommen werden. Damit zeigen uns diese Daten auch, wie ein bewussterer Umgang mit der letzten Lebensphase aussehen sollte.“

Dr. Anke Scharrer (Klinische Pathologie):
"Nach dem Tod eines Menschen im Krankenhaus entscheidet der Pathologe über die Notwendigkeit einer Obduktion. Diese wird nach einem festgesetzten Schema durchgeführt und entsprechend protokolliert. Ich freue mich, die Möglichkeit zu haben über meine Arbeit, die Komplexität und die Wichtigkeit einer klinischen Obduktion sprechen zu können und hoffe, somit diesem (Tabu-)Thema mehr Transparenz zu geben und vielleicht Ängste nehmen zu können."

Pfr. Mag. Arno Preis (für das interreligiöse AKH-Seelsorgeteam):
"In den letzten Jahrzehnten haben sich die Deutungen des Todes in Europa pluralisiert. Es gibt keine gesellschaftlich dominierende religiöse oder philosophische Aussage darüber, was nach dem Tod zu erwarten sei. Und die Deutung des Todes hat sich individualisiert: Sie ist für viele Menschen nicht mehr eingebunden in den Zusammenhang einer Sozial- und Glaubensgemeinschaft, in der gemeinsame Überzeugungen geteilt und auch rituell dargestellt werden, sondern sie muss je individuell angeeignet und plausibilisiert werden. 
Die Trauer- und Bestattungskultur verändert sich in diesem Zusammenhang.
 Mit der religiösen Pluralisierung und Individualisierung haben sich auch im Westen unterschiedlichste Formen verbreitet, die mit unterschiedlichen Ausprägungen aus verschiedenen Kulturen verbunden sind.

So ist es wichtig, die intensive religiöse Suchbewegung wahrzunehmen, die sich in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Vorstellungen im Zusammenhang von Sterbe- und Trauererfahrungen ausdrückt. 
Es gibt viele offene Fragen und Ratlosigkeit im Hinblick auf die Deutung des Todes, die unter den Menschen lebendig sind, es werden vielfältige Antwortmöglichkeiten gesucht und im kulturellen Diskurs angeboten."

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