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EMS Test: 73,5% der Angemeldeten in Wien erschienen

(Wien, 09-07-2010) Über 25% der angemeldeten Studien-
anwärterInnen sind zum heutigen EMS-Test in Wien nicht erschienen. Aufgrund der Rekordzahl von über 6000 Anmeldungen musste die MedUni Wien im Vorfeld zwei Standorte anmieten.


„Mit der aktuellen Zahl hätte ein Standort gereicht“, so der Vizerektor für Studium&  Lehre, Rudolf Mallinger. „Wir fordern daher für nächstes Jahr eine Teilnahmegebühr zwischen 50 und 100 Euro, um die Ernsthaftigkeit der Anmeldung zu verbessern.“

„Außerdem könnten wir die anfallenden Kosten von 300.000 Euro durch diese Gebühren verringern und somit den österreichischen Steuerzahler entlasten“, so Mallinger weiter.

Die Testergebnisse des heurigen EMS Test werden Anfang August feststehen.


Anmeldegebühr um Fernbleiben zu verhindern
Aufgrund der steigenden Anmeldezahl musste die MedUni Wien heuer mit dem Austria Center Vienna und der Messe zwei Veranstaltungsorte für die Eignungstests anmieten. "Unser Problem ist, dass 25 Prozent derjenigen, die sich persönlich angemeldet haben, nicht kommen. Wenn wir die wegrechnen, kämen wir locker mit einem Standort aus “, erklärt Vizerektor Rudolf Mallinger.

Dem Fernbleiben trotz Anmeldung könnte man begegnen, indem man ähnlich wie in Deutschland oder der Schweiz eine Anmeldegebühr einführt. Die MedUni würde diesen Schritt jedenfalls begrüßen, da so die Disziplin erhöht und der Verwaltungsaufwand erheblich reduziert werden könnte.Soziale Kompetenz der StudienanwärterInnen im VisierNeben den beiden Standorten gibt es eine weitere Neuerung: Die MedUni setzt wie auch die Uni Innsbruck erstmals auf ein freiwilliges und anonymes Self Assessment vor dem Eignungstest, bei dem sich die StudienanwärterInnen selbst einschätzen können und eine Rückmeldung erhalten.

Das Assessment besteht aus 90 Fragen, die Arbeitsverhalten, Umgang mit Belastungssituationen sowie das Sozialverhalten erfassen sollen. Anders als die Uni Graz verzichten die MedUni und die Uni Innsbruck auf einen Sozialteil im Aufnahmetest selbst. Mit gutem Grund: "Wenn die Fragen zu leicht sind, werden sie einfach erraten. Sind sie dazu testrelevant, werden die Leute, die unbedingt einen Platz wollen, die sozial erwünschten Antworten geben. Bei komplizierten Aufgaben sind sich aber auch Experten über die richtigen Antworten oft uneins", erklärt der Meinungsforscher Dr. Peter Hajek. Schließlich sei soziale Intelligenz – wenn überhaupt schriftlich – nur mit psychologischen Tests zu erheben. Es ist also zu bezweifeln, dass ein reiner Wissenstest um diese Komponente erweitert werden kann.

Webplattform mit Self Assessment und Vorbereitungs-Modul geplant
Die MedUni erwartet sich von dem gewählten freiwilligen Verfahren jedenfalls eine bessere Selbsteinschätzung bei Merkmalen, die für das Studium wichtig sind. Der erste Andrang war übrigens positiv: Statt der erwarteten 30 Prozent haben 47 Prozent aller zum Eignungstest Angemeldeten teilgenommen und die TeilnehmerInnen gaben an, Neues über sich erfahren zu haben.
„Wir wollen jetzt bis 2011 das Self Assessment in eine Internetplattform einbetten, die den StudienanwärterInnen darüber hinaus auch ein Vorbereitungs-Modul auf den Eignungstest bietet“, so Mallinger.

Praktikum im Haus der Barmherzigkeit
Während soziale Intelligenz selbst nicht vermittelbar ist (man hat sie oder nicht) werden die Studierenden der MedUni in ihrem Studium für einen menschlichen und empathischen Umgang mit PatientInnen sensibilisiert. Einen Beitrag dazu leistet das Projekt im Haus der Barmherzigkeit. Seit 2009 müssen die Studierenden im ersten Semester in dem auf Altenpflege spezialisierten Haus ein Praktikum absolvieren. Dabei stehen der empathische Umgang mit PatientInnen, vor allem auch schwer kranker und sterbender Menschen im Vordergrund. Das Praktikum ist Teil einer Lehrveranstaltung und beeinflusst somit auch die Benotung des ersten Studienjahres – und stößt bei den Studierenden übrigens auf Begeisterung!

» Video zum EMS-Test 2010