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MedUni Wien: Stellungnahme zu Eberau

(Wien, 11-01-2010) Angesichts der jüngsten politischen Diskussionen um Erstaufnahmezentren für Asylwerber ist es der Medizinischen Universität Wien ein Anliegen festzustellen: Die Medizinische Universität Wien bezieht ihre Identität nicht nur aus der Erforschung vom Ursprung menschlicher Erkrankungen, ihrer Diagnose und der Optimierung ihrer Therapiemöglichkeiten, sondern auch aus dem Respekt vor dem einzelnen Individuum, der Bewahrung seiner Würde und der Abwendung jedweden Leids. Dieses Bestreben geht weit über das Medizinische hinaus, und gründet sich auf Respekt, Toleranz und Wertschätzung jedes Menschen unabhängig von seiner nationalen oder rassischen Abstammung, seinem Geschlecht, seiner Religion oder seiner sexuellen Orientierung. Alle Absolventinnen und Absolventen der Medizin geloben anlässlich ihrer Graduierung eine solche Haltung, da sie Grundlage ethischen Wirkens aller Ärztinnen und Ärzte in Patientenversorgung, Lehre und Forschung sein muss, und somit im Zentrum ihres beruflichen und menschlichen Ethos steht. Die Medizinische Universität Wien beobachtet deshalb in letzter Zeit mit großer Sorge internationale und nationale Entwicklungen, die sich diesen Grundsätzen entgegenstellen, und Menschen unseres Landes wie auch Zufluchtsuchende in Gewissensnöte bringen, die mit unser aller humanistischem Weltbild, auf das unsere Gesellschaft gegründet ist, in Widerspruch geraten.