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Walter Berger erhält Professur für Angewandte und Experimentelle Onkologie

(Wien, 31-10-2013) Mit 1. November 2013 tritt der Biologe Walter Berger die Universitätsprofessur für Angewandte und Experimentelle Onkologie am Institut für Krebsforschung (IKF) der MedUni Wien an. Schwerpunkt dieser Professur wird die translationale Forschung zur Entwicklung verbesserter systemischer Krebstherapien sein.

Die international ausgeschriebene Stelle gehört zu zwei neu geschaffenen Professuren, die die Schwerpunktbildung „Onkologie und Krebsforschung“ an der MedUni Wien stärken sollen. Die Ausschreibung für den zweiten Lehrstuhl läuft bereits und wird das Themengebiet „Toxikologie“ betreffen.
From bench to bedside
„From bench to bedside“ also „vom Labortisch ans Krankenbett“ charakterisiert die Arbeitsweise von Walter Berger, seit 2010 stellvertretender Leiter des IKF und Mitglied des Comprehensive Cancer Center der MedUni Wien und des AKH Wien, am besten: sein zentrales Arbeitsfeld ist es zu erforschen, inwieweit die genetische und zellbiologische Signatur von Tumoren dazu herangezogen werden kann, verbesserte Therapiestrategien mit längerer Wirksamkeit und reduzierten Nebenwirkungen zu entwickeln. Um die klinische Anwendbarkeit dieser Erkenntnisse nicht aus dem Blickwinkel zu verlieren, arbeitet er eng mit mehreren onkologischen und chirurgischen Abteilungen in interdisziplinären Forschungsprojekten zusammen.

Therapieentwicklung
In seiner neuen Professur wird er an seine bisherige Arbeit anknüpfen und sich vor allem mit der personalisierten Medizin und hier speziell mit der Therapieentwicklung und dem Therapieversagen beschäftigen. Er meint: „Die Krebstherapie muss sich in Richtung individualisierter Medizin entwickeln. Wir müssen dafür sorgen, dass jede PatientIn die Therapie erhält, die bei ihr bzw. ihm am besten wirkt. Dazu ist es nötig, jeden Tumor auf molekular- und zellbiologischer Ebene zu analysieren und seine molekulare Signatur zu erforschen.“ Ziel ist es somit einerseits, neue und gezielte Arzneimittel zu entwickeln, die gegen die spezifischen krankhaften Veränderungen des Krebsgewebes gerichtet sind. Andererseits sollen Biomarker identifiziert werden, die es ermöglichen schon vor der Anwendung abzuschätzen, welche PatienInnen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die neuen Therapieformen ansprechen werden. Diese Bemühungen sind auch von Erfolg gekrönt: zurzeit wird eine in Kooperation mit der Universität Wien entwickelte Substanz mit neuem Wirkmechanismus gegen solide Tumore in bisher erfolgreichen klinische Studien getestet.

Therapieversagen
Weil Tumore genetisch instabil sind, haben sie die Fähigkeit, sich rasch an Veränderungen und somit auch an die Wirksamkeit von Krebstherapien anzupassen. In der Folge kann es zum Versagen des Medikaments und zum Wiederauftreten der Erkrankung kommen. Hier gilt es zu verstehen, warum eine Substanz nicht mehr wirkt und neue Behandlungsansätze zu finden. Berger dazu: “Wir arbeiten daran, den Tumor möglichst lange unter Kontrolle zu halten. Wenn schon nicht in allen Fällen eine Heilung erreicht werden kann, so sollte Krebs in Zukunft zumindest in der überwiegenden Mehrzahl der PatientInnen zu einer chronischen Krankheit mit akzeptabler Lebensqualität werden.“

Zur Person
Walter Berger wurde 1963 in Reichraming in Oberösterreich geboren. Nach Beendigung seines Biologie- und Germanistikstudiums war er drei Jahre als Projektmanager bei Hoechst Austria tätig. Sein Interesse an der Wissenschaft veranlasste ihn dazu, in die Forschung zurückzukehren und am Institut für Krebsforschung seine Doktorarbeit zu verfassen. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Universität Cambridge, UK, habilitierte er 2001 an der Universität Wien zum Thema Therapieresistenz in der Onkologie. 2010 wurde Berger die stellvertretende Leitung des Instituts für Krebsforschung an der Klinik für Innere Medizin I der MedUni Wien übertragen. Darüber hinaus ist Berger aktives Mitglied des Comprehensive Cancer Center der MedUni Wien und des AKH Wien.