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Neue Erkenntnisse über die Entstehung von Krebserkrankungen

Professor Dr. Christian Seiser von der Abteilung für Molekulare Genetik an der MedUni Wien hat entdeckt, dass  epigenetische Veränderungen wie die Auflockerung oder Kondensation der Verpackung spezifischer Gene eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krebserkrankungen spielen. Die Ergebnisse wurden in der neuesten Ausgabe von „Molecular and Cellular Biology“ publiziert.

Zusammen mit seiner Gruppe von den Max F. Perutz Laboratories studierte er die dafür notwendigen Histondeazetylasen, die durch Deacetylierung Chromatin lokal komprimieren.

Es zeigte sich, dass Histondeazetylase HDAC1 von großer Bedeutung für die Aufrechterhaltung des Zellwachstums ist. „In einem Mausmodellsystem führt Verlust von HDAC1 zu einem Proliferationsdefekt von embryonalen Stammzellen und Fibroblasten“, erklärt Seiser. Zusätzlich ist der Tumorsuppressor p21 stärker exprimiert. Wird dieser ausgeschalten, hebt dies den Wachstumseffekt wieder auf.

„Der gemeinsame Verlust von HDAC1 und dem homologen Enzym HDAC2 hemmt das Zellwachstum komplett“ konnte die Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Team um Patrick Matthias vom Friedrich Miescher Institut in Basel zeigen. Das Ergebnis dieser Kooperation wurde im Top-Journal „Genes & Development“ soeben publiziert. Histondeazetylaseinhibitoren wie Vorinostat hemmen die Proliferation von Tumorzellen und werden bereits in klinischen Studien als Krebsmedikamente getestet. „Jedoch ist momentan noch nicht klar, welche der 18 in menschlichen Zellen vorkommenden Deazetylasen für die therapeutische Wirkung relevant sind“ so Seiser. Die neuen Resultate identifizieren HDAC1 und HDAC2 als potentiell wichtige Targets für die Krebstherapie.