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Funktionelle Ziliendiagnostik jetzt auch in Österreich!

(Wien, 12-04-2010) Seit Beginn 2010 steht nun auch in Österreich ein neues System zur funktionellen Ziliendiagnostik zur Verfügung, das selbst bisher unentdeckte Funktionsstörungen erkennt.

Die angeborene primäre Ziliendyskinesie (PCD) äußert sich oft schleichend mit wiederholten Atemwegsinfekten, die letztendlich zu einem Umbau der Lunge (Bronchiektasen) führen. Mit der bisherigen Untersuchungstechnik konnten manche Formen nur schwer diagnostiziert werden.

Seit Jänner dieses Jahres wird nun an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien erstmals in Österreich ein neues Diagnostiksystem angewendet, welches das bisherige Verfahren bei der Erkennung von Ziliendysfunktionen optimiert, da nun neben der Ultrastruktur auch die Bewegung des Flimmerepithels der Atemwege visualisiert und ausgewertet werden kann.

Gegenüber der bisher angewandten Methode, bei der die Atemwegsepithelzellen im Elektronenmikroskop untersucht und die Ultrastruktur der Zilien beurteilt wurde, können nun auch Zilienfunktionsstörungen bei normaler Ultrastruktur diagnostiziert werden, was eben beispielsweise einen Vorteil bei der Diagnose der Primären Ziliendyskinesie bringt. Dabei werden mittels Phasenkontrastmikroskop und Hochgeschwindigkeitskamera die Zilien nach einer Bürstenbiopsie aus der Nase oder Trachea des Patienten untersucht und deren Bewegungsmuster und Schlagfrequenz dokumentiert, wodurch festgestellt werden kann, ob die Bewegungsmuster Auffälligkeiten aufweisen, und somit die entsprechenden Therapieschritte gesetzt werden können.

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