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ISPNO 2010 - International Symposium on Pediatric Neuro-Oncology

(Wien, 21-06-2010) Von 20. bis 23. Juni wird in Wien ein internationales Symposium zur Neuroonkologie bei Kindern- und Jugendlichen ausgerichtet. Dass gerade Wien als Tagungsort dieses prestigeträchtigen Kongresses ausgewählt wurde ist kein Zufall.

Erfolge bei Heilung und Spätfolgen kindlicher Tumore
Die Neuroonkologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Wien ist weltweit richtungsweisend in Forschung, Lehre und Behandlung von Hirn- und Rückenmarkstumoren bei Kindern. Mit jährlich rund 50 behandelten Neuerkrankungen ist die MedUni Wien eines der größten Zentren im deutschsprachigen Raum. Innerhalb der letzten zehn Jahre konnten die Heilungsraten durch die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Hirntumoren wesentlich erhöht werden.
„Fortschritte in der medikamentösen Behandlung machen es uns heute möglich, die Gehirnbestrahlung bei jungen Kindern zu vermeiden oder in ein höheres Alter zu verschieben. Durch laufende Verbesserungen in der Strahlentherapie als auch den neurochirurgischen Techniken selbst können wir heute auch die Spätfolgen für die behandelten Kinder deutlich verringern“, erläutert Univ. Prof.in Dr.in Irene Slavc, Leiterin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Wien.

Tumore im Kindesalter
Einer von 2.000 Menschen erkrankt im Laufe seiner Kindheit oder Jugend an einem Gehirntumor. Hirn- und Rückenmarkstumore sind nach den Leukämien die häufigste bösartige Erkrankung im Kindesalter. Die Heilungschancen sind von Faktoren wie Tumortyp, Sitz und der damit verbundenen Operabilität sowie dem Alter der PatientInnen abhängig.
Die etablierten Behandlungsoptionen von Tumoren des Zentralnervensystems bei Kindern und Jugendlichen umfassen neurochirurgische Eingriffe, Strahlentherapie und Chemotherapie, die je nach Tumorart allein oder in Kombination eingesetzt werden. Der erste Schritt der Behandlung ist in den meisten Fällen ein neurochirurgischer Eingriff. Eine weitestgehend vollständige chirurgische Entfernung des Tumors ist für die meisten Tumoren immer noch die wichtigste Maßnahme für eine Heilung.
„Die Voraussetzungen einer erfolgreichen Diagnose und Behandlung kindlicher Tumore sind an der Medizinischen Universität Wien und dem AKH optimal. In dem seit über zehn Jahren etabliertem pädiatrischen Hirntumor Board werden unter Teilnahme der SpezialistInnen für pädiatrische Neuroonkologie, pädiatrische Neurochirurgie, Strahlentherapie, Neuropathologie und Neuroradiologie die Fälle neuer PatientInnen als auch jener PatientInnen, die in laufender Behandlung sind, diskutiert. Durch den laufenden Austausch und die Zusammenarbeit der SpezialistInnen wird sowohl ein sofortiger Behandlungsstart als auch die rasche Durchführung der einzelnen diagnostischen und therapeutischen Schritte garantiert“, so Slavc.

Forschungsschwerpunkte der pädiatrisch neuroonkologischen Arbeitsgruppe
Ein klinischer Forschungsschwerpunkt der MedUni ist derzeit die intrathekale Therapie, bei der die Chemotherapie direkt über ein subkutan implantiertes Reservoir in die Hirnkammerflüssigkeit appliziert wird. An der Univ. Kinderklinik besteht mit dieser Therapieform die weltweit größte Erfahrung bei Kindern mit Hirn- und Rückenmarkstumoren. Die Entwicklung neurologisch-diagnostischer Methoden und neuropsychologischer Behandlungsmodellen zur Förderung kognitiver und sozialer Fähigkeiten ist ein weiterer Schwerpunkt. Hierbei geht es darum, dass PatientInnen nach einer Hirntumorerkrankung wieder am Schulleben teilnehmen können und in ihrem Lernen optimal gefördert werden.
Die experimentelle Forschung wird in enger Zusammenarbeit mit der Proteomics Einheit der Grundlagenforschung an der Kinderklinik (Prof. Lubec) und dem Neurologischen Institut (Prof. Ströbel, Prof. Haberler) durchgeführt.
Ein wesentliches Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Analyse von Biomarkern die Auskunft über die Prognose und das Ansprechen auf eine bestimmte Therapie geben. Darüber hinaus soll über Mechanismen die zur Progression und Resistenzentwicklung von Medulloblastomen und niedriggradigen Gliomen führen, aufgeklärt werden.


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