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Preise für beste Habilitation an MedUni Wien

(Wien, 24-06-2010) Dieser Tage wurde  Priv. Doz. Dr. Alexander Niessner von der Universitätsklinik für Innere Medizin II gleich zweimal ausgezeichnet: er erhielt den Otto Kraupp Preis als auch den vfwf Preis für seine Arbeit "Die Rolle der zellulären Immunität bei der Entstehung eines Akuten Koronarsyndroms“.



Herz-Kreislauferkrankungen, darunter besonders Herzinfarkte, stellen die häufigste Todesursache in der industriellen Welt dar. Beim Herzinfarkt - oder bei dem medizinisch noch etwas umfassenderen Begriff „Akutes Koronarsyndrom“ - kommt es zum Aufbrechen eines atherosklerotischen Plaques (verhärtete Zellen) in der Gefäßwand der Herzkranzgefäße mit darauf folgendem Gefäßverschluss.
Niessner hat sich mit der Erforschung der zugrundeliegenden Mechanismen dieses Aufbrechens beschäftigt und konnte dabei erstmals spezielle Immunzellen im atherosklerotischen Plaque nachweisen, nämlich Interferon-Alpha produzierende plasmazytoide dendritische Zellen. Interferon-Alpha verursacht durch die Herbeiführung eines programmierten Zelltods schützender glatter Muskelzellen und durch Aktivierung anderer Immunzellen eine Destabilisierung des atherosklerotischen Plaques. Dieser Prozess kann letztendlich zum Aufbrechen dieses Plaques und zum Auftreten eines Akuten Koronarsyndroms führen.
In seinen Publikationen beschreibt Niessner zudem die Möglichkeit, diese Immunaktivierung zu modifizieren, und zwar durch eine Lebensstiländerung mittels Ausdauertraining oder durch Gabe von Statinen, einer Medikamentengruppe, die primär zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte verwendet wird.


Zur Person:
PD Dr. Alexander Niessner studierte ab 1992 an der Universität Wien Medizin, unterbrochen von einem einjährigen Studienaufenthalt in Spanien im Rahmen eines ERSAMUS Stipendiums. Seit der Promotion 1998 arbeitet Niessner an der Universitätsklinik für Innere Medizin II, Abteilung für Kardiologie, in der Forschungsgruppe "Arteriosklerose, Thrombose und vaskuläre Biologie" und befasste sich dabei mit dem Zusammenhang zwischen Atherosklerose und Entzündung. 2001 begann er seine klinische Ausbildung für Innere Medizin, von 2004 bis 2006 unterbrach er diese für einen Forschungsaufenthalt im Rahmen eines Schrödinger Stipendiums des FWF an der Emory University, Atlanta, wo er experimentelle Arbeiten über den Zusammenhang zwischen dem Immunsystem und der Entstehung der Atherosklerose durchführte, bevor er 2009 seine Facharztausbildung abschloss.
Niessner wurde außerdem mit mehreren Grants und Awards ausgezeichnet: Erasmus Stipendium der EU, Schrödinger Mobility Grant des FWF; Basic Research Award of the Austrian Society of Cardiology 2006; Seymour and Vivian Milstein Young Investigator Award (International Society for Interferon and Cytokine Research) 2006; Researcher of the Month der MedUni Wien März 2008. Dr. Niessner ist außerdem aktiv in der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft tätig und ist Mitglied der working group on thrombosis der European Society of Cardiology.


Otto Kraupp Preis:
Zum Gedenken an Otto Kraupp, Ordinarius für Pharmakologie und Toxikologie sowie langjähriger Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Er wurde am 23. Juni 1999 zum ersten Mal vergeben und zeichnet jährlich die beste an einer österreichischen Universität angenommene medizinische Habilitation aus. Das Preisgeld für drei besten Arbeiten beträgt insgesamt 6.000,- Euro (3.000,- / 2.000,- / 1.000,-) und wird von Aventis Pharma zur Verfügung gestellt.

vfwf Habilitationspreis:
Zur Anerkennung der wissenschaftlichen Leistung, die im Rahmen einer Habilitation vorgelegt wurde, stiftet der "Verein zur Förderung von Wissenschaft und Forschung (VFWF) in den Neuen Universitätskliniken am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien" einen Habilitationspreis. Dieser Habilitationspreis wird alljährlich verliehen und ist mit 2.200,- Euro dotiert.