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MedUni Wien setzt neue Maßstäbe bei Diagnosekriterien der rheumatoiden Arthritis

(Wien, 02-07-2010) Die rheumatoide Arthritis und ihre Folgen sind nicht nur eine medizinische sondern auch eine sozio-ökonomische Herausforderung. Neben schmerzhaften Belastungen für die PatientInnen sind die Kosten der Erkrankung vor allem durch Ausfall der Produktivität im Arbeitsprozess mehr als doppelt so hoch als beispielsweise bei Bluthochdruck. Dank der neuen Diagnosekriterien, die unter Federführung der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien entstanden sind, können die Beschwerden der Betroffenen durch frühe Therapie erheblich gemindert und somit auch massiv Erkrankungskosten eingespart werden.

Die Diagnosekriterien aus dem Jahr 1987 fordern unter anderem Zeichen von Knochenschädigungen, um eine entsprechende Diagnose stellen und somit die gezielte Therapie einleiten zu können. In diesem Stadium der Erkrankung sind jedoch bereits erhebliche Schädigungen vorhanden und die Schadenbegrenzung durch die Therapie nur begrenzt effektiv. In Zusammenarbeit der European League Against Rheumatism mit dem American College of Rheumatology wurden jetzt neue Diagnosekriterien etabliert, die eine frühzeitige Erkennung und Therapie dieser Krankheit ermöglichen. Federführend bei dieser Arbeit waren Priv. Doz. Dr. Daniel Aletaha und O.Univ. Prof. Dr. Josef Smolen, beide von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien.

Neue Diagnosekriterien aus Wien
Innerhalb dieser internationalen Kooperation wurde ein Diagnostiksystem geschaffen, das bei bestimmten Parameterkennzahlen bereits in einem sehr frühen Stadium der rheumatoiden Arthritis eine eindeutige Diagnose zulässt. Zu den entscheidenden Parametern gehören die Entzündung der Gelenke, abnorme Blutbefunde und die Dauer der Beschwerden. Im Zusammenspiel dieser Parameter wird nun eine frühe Diagnose möglich und es kann sofort eine gezielte Therapie erfolgen. Diese kann die Folgen der Erkrankung massiv senken und sogar bis zu einer relativen Beschwerdefreiheit führen. Damit kann den PatientInnen nicht nur eine völlig andere Lebensqualität trotz Erkrankung geboten werden, sondern es fallen durch die geringen Schädigungen und den Erhalt der PatientInnen im Arbeitsprozess weit weniger Folgekosten für das Gesundheits- und Sozialsystem an.
Die neuen Kriterien wurden inzwischen auch durch nachfolgende Studien eindeutig untermauert und sind somit richtungweisend für die zukünftige Diagnosestellung „Rheumatoide Arthritis“.

60.000 Betroffene in Österreich
Allein in Österreich rechnet man derzeit mit rund 60.000 Betroffenen, die an rheumatoider Arthritis erkrankt sind. Das Hauptproblem ist dabei der chronische Verlauf, der Gelenke und Knochen derart unter Mitleidenschaft zieht, dass die erkrankten Menschen auch aufgrund der damit verbundenen Schmerzen und Gelenkszerstörung relativ früh arbeitsunfähig werden und selbst die teuren Rehabilitationsmaßnahmen nur eine gewisse Linderung und Verzögerung des Krankheitsverlaufs bringen.