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Internationale Auszeichnung für interdisziplinäre Erforschung von Virusinfektionen bei Leukämie

(Wien, 07-07-2010) Eine interdisziplinäre Gruppe von ForscherInnen der MedUni Wien untersucht seit rund drei Jahren speziell den Einfluss von Virusinfektionen auf die Entstehung von Krebs. Dabei werden auch scheinbar „harmlose“ Herpesviren untersucht, die nach neuestem Wissensstand möglicherweise sogar als Auslöser hämatologischer Erkrankungen wie Leukämie in Frage kommen. Diese Forschungsarbeit wurde aktuell durch den international renommierten Grant der europäischen Dachgesellschaft für Mikrobiologie und Infektiologie (ESCMID) gewürdigt.

Innerhalb des von Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski an der MedUni Wien initiierten Forschungsclusters „Inflammation and Cancer“ besteht seit mehreren Jahren eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der Abteilungen für Infektiologie und Hämatologie der Klinik für Innere Medizin I, die sich mit dem Thema Virusinfektionen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen befasst. Ein Team rund um Priv. Doz. Dr. Christoph Steininger untersucht speziell die Zusammenhänge zwischen dem Immunsystem von PatientInnen mit Chronischer Lymphatischer Leukämie und dem Cytomegalievirus. Steininger wird auch als erster österreichischer Forscher mit dem Grant der europäischen Dachgesellschaft für Mikrobiologie und Infektiologie (ESCMID) unterstützt.

Das in diesem Forschungsprojekt untersuchte Cytomegalievirus gehört zur Familie der Herpesviren und ist weit verbreitet. Etwa 60-70% der österreichischen Bevölkerung tragen dieses Virus in sich, ohne daran zu erkranken. Zumeist infizieren sich Menschen im Kindesalter mit diesem Virus, das nach der Infektion ein Leben lang in Zellen des Immunsystems überlebt indem es sich in den Zellen versteckt und zusätzlich das Immunsystem durch viruseigene Botenstoffe verwirrt. Erst wenn eine Immunschwächung bei infizierten Menschen eintritt, z.B. durch eine medikamentöse Unterdrückung des Immunssystems im Rahmen einer Organtransplantation, kann das Virus krank machen. Die Forschergruppe um Priv. Doz. Dr. Christoph Steininger hat es sich zum Ziel gemacht, den Einfluss des Wettstreits zwischen Virus und Immunsystem auf die Entstehung von Leukämie zu beleuchten.

Christoph Steininger über seine Forschungsarbeit: “Die Ergebnisse unserer Arbeit könnten möglicherweise den Therapieansatz der Chronischen Lymphatischen Leukämie weltweit beeinflussen.“

Durch die vielfältigen Möglichkeiten der Viren, steuernd in den Stoffwechsel der Zellen einzugreifen, ist sowohl die Erforschung ihrer speziellen Mechanismen von Bedeutung, als auch die Interdisziplinäre Zusammenarbeit. An der MedUni Wien sind hier ideale Rahmenbedingungen geschaffen worden, um international relevante Forschungsergebnisse zu ermöglichen und diese auch ohne Umwege in den Klinischen Alltag einfließen zu lassen.

ESCMID Research Grant:
Der mit 20.000,- Euro dotierte Research Grant der europäischen Dachgesellschaft für Mikrobiologie und Infektiologie wird alljährlich an junge ausgezeichnete WissenschafterInnen vergeben, die richtungweisende Forschungsarbeit in den Bereichen Klinischer Mikrobiologie und Infektionskrankheiten leisten.