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Gezielter Angriff auf lymphatische Leukämie möglich

(Wien, 30-07-2010) Dr. Medhat Shehata von der Universitätsklinik für Innere Medizin I, Klinische Abteilung für Hämatologie / Hämostaseologie an der MedUni Wien konnte in einer im Fachjournal „Blood“ veröffentlichten Arbeit zeigen, wie Krebszellen bei der lymphatischen Leukämie gezielt zum Absterben gebracht werden können, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Diese zielgerichtete und für den Menschen schonende Therapie kann schon bald in den klinischen Alltag einfließen.

Das die Tumorzelle umgebende Milieu (Microenvironment) spielt eine wesentliche Rolle für ihr Überleben. Die genauen Mechanismen auf der molekularen Ebene sind dabei noch weitgehend unbekannt, dennoch konnten Medhat Shehata und sein Team hier einen wesentlichen Schritt im Kampf gegen lymphatische Leukämie erreichen.

In einem Ko-Kultur System (Tumor und Milieu) wurde beobachtet, dass der Signalaustausch bei lymphatischer Leukämie (CLL) zwischen Zelle und Umgebung maßgeblich über bestimmte Enzyme (PI3-Kinase) stattfindet. Mittels gezielter pharmakologischer bzw. genetischer Unterbrechung dieses Signalwegs und gleichzeitiger Aktivierung eines Tumorsuppressorgens (PTEN Gen), wird der programmierte Zelltod der Tumorzelle herbeigeführt, ohne die umliegenden gesunden Gewebszellen in Mitleidenschaft zu ziehen.

Erste Studien zeigen auf, wie die PI3 Kinase beeinflusst werden kann, um die Tumorzellen gezielt zum Absterben zu zwingen. Diese punktgenaue Therapie würde auch durch die Schonung der gesunden Zellumgebung besonders effektiv sein. Ein besonderer Vorteil des Ko-Kultur Systems ist, dass verlässliche Resultate erzielt werden können und somit eine mögliche Alternative für Tierversuche geschaffen wird.

„Wir hoffen, dass bereits in wenigen Jahren Ergebnisse vorliegen, die klinisch umgesetzt werden können. Das wäre ein Durchbruch bei der Therapie der lymphatischen Leukämie und möglicherweise anderer Krebsarten.“ meint Medhat Shehata zu den mittelfristigen Zukunftsperspektiven.

Shehatas Arbeit wurde kürzlich auch im international anerkannten Fachjournal „Blood“ veröffentlicht:

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