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Auszeichnungen für neuen Therapieansatz bei Morbus Friedreich und Tumorimpfung an MedUni

(Wien, 21-09-2010) Barbara Scheiber-Mojdehkar und Brigitte Sturm vom Zentrum für Pathobiochemie und Genetik der MedUni Wien haben einen völlig neuen Therapieansatz zur Behandlung der neurodegenerativen Krankheit Friedreichs Ataxie entdeckt und dafür die Goldmedaille bei der Korea International Women`s  Invention Exposition KIWIE 2010 erhalten. Die Bronzemedaille ging an das Team von Erika Jensen-Jarolim für eine Impfung gegen Tumoren. Heute fand die Überreichung durch Bundesministerin Dr.in Beatrix Karl statt.

Neuer Therapieansatz

Die Friedreichs Ataxie (FRDA) ist eine degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems und die häufigste erbliche Form dieser Störungen der Bewegungskoordination. Da sie sehr langsam fortschreitet, wird sie meist auch relativ spät diagnostiziert und eine wirkungsvolle medikamentöse Therapieform besteht zur Zeit nicht.

Umso bedeutender ist die Entdeckung von Ao. Prof.in Mag.a Dr.in Barbara Scheiber-Mojdehkar und Ass. Prof.in Mag.a Dr.in Brigitte Sturm, beide vom Institut für Medizinische Chemie am Zentrum für Pathobiochemie und Genetik der MedUni Wien. Sie haben herausgefunden, dass die zu geringe Produktion des mitochondrialen Proteins Frataxin, die zur Erkrankung führt, durch die Behandlung mit Erythropoietin erhöht werden kann.
Erythropoietin ist ein in der Anämiebehandlung bereits seit langem verwendetes Medikament und die Ergebnisse aus mehreren klinischen Studien mit Erythropoietin für die Behandlung von Friedreichs Ataxie Patienten, die in Zusammenarbeit mit der Medizinische Universität Innsbruck, Abteilung für Neurologie durchgeführt wurden, sind sehr vielversprechend.



Für diese Erfindung, die von der MedUni Wien aufgegriffen und im Rahmen des Uni:Invent Programmes gefördert wurde, konnte bis dato in sechs Ländern Patentschutz angemeldet werden, wovon mehrere Patente bereits erteilt wurden. „Damit besteht für die betroffenen PatientInnen erstmals die Chance auf eine kausale Therapie, bei der durch Behandlung mit Erythropoietin die Frataxin Produktion angekurbelt werden kann.“, erläutert Scheiber-Mojdehkar die Bedeutung dieser Erfindung.

Impfung gegen Tumoren
Nicht weniger Bedeutung hat die Erfindung der Mimotopen Impfung gegen Turmorerkrankungen, die in einem Kooperationsprojekt zwischen dem Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung und der Universitätsklinik für Innere Medizin I gemacht wurde.

Diese Impfung basiert auf Mimotopen, kleinen Peptiden, die ein Tumorantigen imitieren (in diesem Fall CEA - carzinoembryonales Antigen). Durch Immunisierung mit der Mimotopvakzine (=Impfstoff) werden Immunglobuline gegen CEA-positive Tumorzellen induziert, die zellschädigendes Potenzial haben. Die Intention ist, damit PatientInnen zu behandeln, die nach State of the Art austherapiert sind, aber möglicherweise eine minimale Resterkrankung in sich tragen. Eine Vakzine zu diesem Zeitpunkt würde die natürliche Immunabwehr stärken und hätte somit protektive Wirkung ganz im Sinne einer Impfung.



Verantwortlich für die Erfindung dieses "Tumorimpfstoffs" sind Univ. Prof.in Dr.in Erika Jensen-Jarolim, Dr.in Kira Brämswig, PD Dr.in Angelika Riemer, Univ. Prof. Dr. Otto Scheiner und Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski.