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Österreichs junge Männer werden immer dicker

(Wien, 05-08-2011) Österreichs junge Männer sind offenbar im allgemeinen Gewichtstrend - nach oben: Zwischen 2006 und 2010 stieg der durchschnittliche Body-Mass-Index bei den Stellungspflichtigen von 23,16 auf 23,41.

Entsprechend nahm auch das Übergewicht zu, das normalerweise ab einem BMI von 25 angenommen wird. Dies geht aus einer Auswertung der Daten von 211.21 Rekruten hervor, die ein Autorenteam um Gerhard Prager von der Chirurgischen Universitätsklinik (MedUni Wien) am Wiener AKH durchgeführt hat. Das Problem: Der Anteil der Fettsüchtigen steigt noch schneller. Bei einem BMI von 25 bis 29,9 spricht man von Übergewicht, bei einem BMI von 30 bis 34,9 von Fettsucht der Stufe I, dann folgt Fettsucht der Stufe II.

Der BMI wird über eine Formel mit dem Körpergewicht durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat berechnet. In den drei Kategorien kam es jedenfalls laut der Publikation in "European Surgery" im Beobachtungszeitraum zu einem deutlichen Anstieg: Waren im Jahr 2006 18,77 Prozent der Stellungspflichtigen übergewichtig, waren es im Jahr 2010 bereits 20,57.

Der Anteil der Fettsüchtigen bis zu einem BMI von 30 stieg von 5,36 auf 5,96 Prozent, jener der in der schwersten Kategorie von 2,12 auf 2,4 Prozent. Seit 1986 sei der Anteil der Übergewichtigen um 50 Prozent gestiegen, jener der Adipösen vom Stadium I (BMI 30 bis 35) habe sich aber verdreifacht. Die Gründe für die Entwicklung sind nicht neu. Autor Gerhard Prager, Leiter der Adipositasambulanz der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien am AKH: "Wir nehmen immer energiedichtere Nahrung zu uns, und die Portionen werden größer. Zudem bewegen wir uns immer weniger. Das führt fast notgedrungen zu deutlicher Gewichtszunahme. (...) Die Jugend muss sich mehr bewegen! Da sind nicht nur die Eltern, sondern auch die Politik gefordert."

In den Mitgliedstaaten der EU leiden laut Berechnungen rund 1,1 Millionen Jugendliche und Kinder an Bluthochdruck, 1,7 Millionen befinden sich in der Vorstufe zum Diabetes, 0,4 Millionen weisen eine gestörte Glukosetoleranz auf, 1,21 Millionen sind vom metabolischen Syndrom (Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Anm.) betroffen.