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Neue Therapie-Möglichkeit bei Krebs entdeckt

(Wien, 10-08-2011) – WissenschafterInnen der Medizinischen Universität Wien und der Semmelweis Universität in Budapest haben einen neuen Mechanismus entdeckt, wie in Tumoren neue Blutgefäße entstehen können. Daraus lässt sich für die Zukunft eine neue Krebs-Therapie-Möglichkeit ableiten.

Früher galt die Annahme, dass Tumore allein durch das Aussprießen von neuen Blutgefäßen mit Blut- und Sauerstoff versorgt werden und sich auf diese Weise „ernähren“ und weiter wachsen. Der Letztautor, Balazs Döme, Gastprofessor an der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien im AKH Wien: „Es stellte sich aber heraus, dass das nicht die einzige Möglichkeit für Gefäßneubildung in Tumoren sein kann.“

Die WissenschafterInnen untersuchten im Tierversuch an Mäusen die Entstehung von neuen Blutgefäßen per Elektronen- bzw. konfokaler Mikroskopie. Sie entdeckten einen neuen Mechanismus wie kleine Kapillaren sich einfalten und so verdoppeln können. Die Mäuse wurden mit dem Angiogenese-Hemmer Vatalanib behandelt, um das Ausspießen von Tumor-Blutgefäßen zu hemmen. Döme: „Tumore bekommen trotzdem eine ausreichende Blutzufuhr von einem alternativen Mechanismus, der sogenannten intussusceptiven Angiogenese.“

Therapie auf die Gefäßneubildung ausrichten

Die Ergebnisse der Studie wurden in der September-Ausgabe des renommierten Fachmagazins „The American Journal of Pathology“ publiziert. Für die Zukunft verheißt das eine neue Anti-Krebs-Therapie. „Es ist wahrscheinlich, dass man die medikamentöse Anti-Angiogenese-Therapie künftig auf den speziellen Typ der Gefäßneubildung im Tumor ausrichten muss“, sagt Erstautor Sandor Paku von der Semmelweis Universität Budapest.

»Service: “A New Mechanism for Pillar Formation during Tumor-Induced Intussusceptive Angiogenesis,” erschienen in “The American Journal of Pathology”, Volume 179, Issue 3 (September 2011; doi:10.1016/j.ajpath.2011.05.033), http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0002944011005323. Autoren: Sándor Paku, Katalin Dezsö, Edina Bugyik, József Tóvári, József Tímár, Péter Nagy, Viktoria Laszlo, Walter Klepetko und Balázs Döme.