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Leichtathletik-WM: Medizinstudentin Beate Schrott schafft das Olympia-Limit!

(Wien, 03-09-2011) Die 23-jährige Beate Schrott hat zwei Berufungen: Zum einen studiert sie an der Medizinischen Universität Wien, zum anderen ist sie Österreichs schnellste Hürdensprinterin. Bei der Leichtathletik-WM im südkoreanischen Daegu erreichte sie Platz 18 über 100-m-Hürden und holte sich das Olympialimit. Im Halbfinale lief Schrott starke 13,02 Sekunden, im Juli hatte sie in Fribourg (Schweiz) mit 12,95 neuen österreichischen Rekord aufgestellt.

„Sie hat eine sehr lange Saison hinter sich und auch sehr intensiv studiert. Als die Uni dann vorbei und der Schädel frei war, hat sie Vollgas gegeben“, sagt ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber.

Pendeln zwischen Studium und Sport, zwischen St. Pölten und Wien Das Medizinstudium und die Sprinter-Karriere ist nicht leicht zu kombinieren. „Ich kann mir vor einer SIP natürlich keine Trainingspausen nehmen und so kann es schon vorkommen, dass ich vor einer SIP (Anm.: summativ integrative Prüfung, die Überprüfung des Jahresstoffs) neben dem Lernstress acht Mal pro Woche trainiere“, sagt Schrott. Dazu kommt das Pendeln zwischen Wien und St. Pölten, wo ihr Trainer wohnt. „Interessant wird das so richtig im Jahr 2012, denn da fallen die Europameisterschaft und der SIP5-Termin mit großer Wahrscheinlichkeit sehr nahe zusammen.“

Beate Schrott kommt aus einer sportlichen Familie. Ihre Mutter Doris war Staatsmeisterin im Fünfkampf, Bruder Martin war vor drei Jahren U23-ÖLV-Champion im Stabhochsprung. Beate begann als Kunstturnerin und wechselte dann auf die Sprintstrecken und zum Weitsprung. 2006 wurde sie mit 6,10 Metern U20-Staatsmeisterin und nahm an der Junioren-WM in Peking teil. 2010 qualifizierte sich die 23-Jährige für die EM in Barcelona, erlebte aber dort die bisher größte Enttäuschung ihrer Karriere: Nach einem Fehlstart wurde sie aus dem Rennen genommen. Übrigens dasselbe Missgeschick, das am vergangenen Sonntag auch dem schnellsten Mann der Welt, Usain Bolt, beim Start zum 100-m-Lauf in Daegu passierte.

Die Enttäuschung steckte Schrott mit erhöhtem Trainingspensum und einem ersten Trainingsaufenthalt in den USA weg. Dort änderte sie die Schrittfolge zur ersten Hürde und erarbeitete sich eine neue Schwungbeintechnik. Daraufhin purzelten alle ihre persönlichen Bestzeiten. Die Ziele nach der WM in Südkorea sind klar definiert: „Ich träume vom Finaleinzug bei einer Europameisterschaft und von der Teilnahme an Olympischen Spielen.“ Und vom Doktortitel sowieso. Das soll dann 2013 Realität werden. „Ich würde mich gerne auf die Orthopädie spezialisieren und mit Sportlern arbeiten.“