Inhaltsbereich
Bridging-Verfahren, homologener und heterologener Organ- und Gewebeersatz sowie der alloplastische Organersatz stehen im Mittelpunkt dieses Forschungsbereichs. Er geht demnach über die chirurgischen Fachdisziplinen hinaus in Richtung intensivmedizinische Disziplinen und medizinische Grundlagenwissenschaften.
Die MedUni Wien verweist auf die höchste Transplantationsquote weltweit (gemessen an der Bevölkerungsdichte) und gehört in der Knochenmark- und Stammzelltransplantation sowie der Lungentransplantation zu den Toptransplantationszentren Europas. Im alloplastischen Organersatz wurde die Tradition des Wiener Kunstherzens (Esmeralda) durch Pionierarbeiten im Bereich des Teilventrikelersatzes und neuer Rotationspumpen aufrechterhalten. Dieser Forschungsbereich verfügt sowohl über einen soliden biotechnologischen und biophysikalischen Hintergrund als auch über beträchtliche Forschungsaufträge aus der Industrie. Auf Basis des Forschungsschwerpunkts "Lungentransplantation" erfolgte die Zuerkennung einer Vorziehprofessur durch das bm:bwk für "Spezielle Thoraxchirurgie".
Der Forschungsbereich gliedert sich in fünf Themenkreise:
- Aufklärung von nicht-immunologischen Organschädigungsmustern und deren Behandlung
- Biometrie der Transplantation mit dem Ziel, Transplantationsergebnisse zu beschreiben und zu analysieren.
Herz
- Herzinsuffizienz, Brigding, Herzversagen, mit dem Forschungsziel zur Pathophysiologie, sonographischen Diagnostik und pharmakologischen Intervention der Herzinsuffizienz.
- Herztransplantation
- Künstliches Herz mit dem Forschungsziel von verlässlichen Langzeitunterstützungssystemen und zur Biokompatibilität
- Herzfehlbildungen
Lunge
- Pathophysiologie der respiratorischen Insuffizienz
- Lungentransplantation
- pulmonale Thrombarterektomie und Lungenvolumsreduktion mit dem Ziel, beides als Alternative zur Lungentransplantation zu etablieren
- Extrakorporaler Lungenersatz zur Weiterentwicklung der extrakorporalen Membranoxygenierung
Leber
- Akutes Leberversagen und extrakorporaler Leberersatz zur Etablierung eines künstlichen Leberersatzes analog zur Dialysemaschine
- Lebertransplantation
Niere
- Nierenersatztherapie und Dialyse zur Optimierung der Dialyseverfahren
- Nierentransplantationen mit dem Ziel der Optimierung immunsuppressiver Therapien
- Pädiatrische Nephrologie mit dem Ziel der Erforschung immunologischer und nicht-immunologischer Schädigungsmechanismen bei chronischer Niereninsuffizienz
Andere Organe
- Etablierung eines Transplantationsprogramms von Inselzellen des Pankreas
- Erforschung von Ursachen von Motilitätsstörungen im Gastrointestinaltrakt mit dem Ziel der pharmakologischen Beeinflussung und Konstruktion eines möglichst physiologienahen Organersatzes
- Organersatz bei kindlichen Fehlbildungen (Perinatalchirurgie)
- Ersatz von Gelenken und Extremitäten bzw. von Gelenksteilen mit dem Forschungsziel der Erarbeitung eines Konzepts der Transplantation von Gelenken und Extremitäten mit vaskulärem Anschluss
- Teilprojekte befinden sich bereits in klinischer Anwendung. Forschungsziel ist die praktische Anwendung der Gewebetransplantation von Knochen, Knorpel, Menisci, Nerven, Muskeln und Haut.
- Züchtung von autologen Knochenzellen zum Gewebeersatz in der prothetischen Chirurgie.
- Knorpelzelltransplantation
- Entwicklung eines Kompositknorpels von Faser und Hyalinknorpel (Meniskusersatz)
- Schwannzellzüchtung mit dem Ziel eines autologen Nervenersatzes
- Erzeugung von funktionellem kontraktilem Muskelgewebe aus hämatopoetischen Stammzellen
- Epithelzellzüchtung für Haut- und Schleimhautersatz
- Etablierung von immunologischer Transplantationstoleranz über gemischten Chimärismus
- Intervention in der Stammzelldifferenzierung und deren Regulationsmechanismen
- Charakterisierung von hämatopoetischen Progenitorzellen
- HLA-System in der Transplantationsforschung
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