
Die Jury hat die Auszeichnung “Teacher of the Month” der MUW für April Herrn Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger (Leiter der Abteilung für Medizinische Genetik der Universitätsklinik für Frauenheilkunde) verliehen.
Herr Prof. Hengstschläger unterrichtet in zahlreichen Lehrveranstaltungen des MCW (Blöcke 8 und 15; Grundlagen der Pränataldiagnostik, Genetik von Erbkrankheiten; Pränatale Diagnostik – Biochemie, Molekularbiologie u.a.m.). Die Studierenden schätzen ihn als präzisen, informativen Vortragenden und heben in den Kommentaren zu seinen Vorlesungen immer wieder hervor, dass sein höchst interessanter Vortrag humorvoll und spannend sei. Prof. Hengstschläger sei „anscheinend sehr begeistert von seinem Beruf“ und ist offenbar in der Lage, diese Begeisterung weiterzugeben.
Die hier angeführten Lehrveranstaltungsthemen belegen, dass Herr Prof. Hengstschläger auf einem durch kontroverse Diskussionen charakterisierten Gebiet tätig ist. („Geht hervorragend auf die Thematik seines Vortrags ein und vergisst auch nicht etwaige ethische Aspekte aufzuzeigen, ohne dabei dogmatisch zu sein.“) Damit wird einem besonderen Anliegen der MUW Rechnung getragen: Die Thematik wird wissenschaftlich entsprechend dem letzten Stand der Erkenntnis dargestellt; gleichzeitig werden die ethischen Gesichtspunkte berücksichtigt. Herr Prof. Hengstschläger bekennt sich auf Befragung auch dazu, kontroverse Themen nicht zu scheuen und die Diskussion mit den Studierenden in den Lehrveranstaltungen aber auch in anderen Veranstaltungen an der MUW (ÖH, Med Success) zu suchen.
Es kann daher nicht verwundern, dass in den (extrem wenigen) kritischen Kommentaren besonders darauf hingewiesen wird, dass die für die Thematik zur Verfügung stehende Zeit zu knapp bemessen sei.
Herr Prof. Hengstschläger ist auch auf vielen anderen Gebieten der Wissenschaftsvermittlung mit großem Erfolg tätig: Ö1 Radiodoktor; Autor mehrerer Bücher, darunter 2005 das AHS-Lehrbuch „Biomedizin: Die Genetik des Menschen“ und der Topseller „Die Macht der Gene“ 2006.
Bekannt geworden ist Herr Prof. Hengstschläger aber vor allem auch durch seine wissenschaftlichen Leistungen. Internationales Aufsehen erregten die Arbeiten seiner Gruppe durch die Erforschung der Erbkrankheit Tuberöse Sklerose ebenso wie die erstmalige Entdeckung potenter Stammzellen im humanen Fruchtwasser.
Nach der Promotion zum Doktor der Genetik begann der 24-jährige seine Laufbahn am Wiener Biocenter und forschte dann als Schrödinger-Stipendiat in den USA:
Seit 2005 leitet er die Abteilung für Medizinische Genetik. Herr Prof. Hengstschläger (Jahrgang 1968) wurde mit zahlreichen wissenschaftlicher Preisen und Ehrungen ausgezeichnet; er ist Autor vieler Publikationen in internationalen Top-Journalen und im Editorial Board mehrerer internationaler Journale vertreten. Herr Prof. Hengstschläger ist zudem Mitglied verschiedener Ethikkommissionen. Im Jahr 2004 wurde er auch in die Päpstliche Akademie für das Leben (Pontificia Academia Pro Vita) im Vatikan berufen.
Die Jury freut sich, einen Lehrenden der MUW als Teacher of the Month auszeichnen zu können, der in höchstem Maß die erfolgreiche Verbindung von Forschung und Lehre repräsentiert.