
Die Jury hat die Auszeichnung "Teacher of the Month" für Jänner 2010 an Herrn Univ.-Prof. Dr. Hans Domanovits (Universitätsklinik für Notfallmedizin) verliehen.
Herr Prof. Domanovits hat nach dem 1989 in Wien erfolgten Abschluss des Medizinstudiums seine Facharztausbildung in Innerer Medizin an der Universitätsklinik für Gastroenterologie begonnen und sie an den Universitätskliniken für Hämatologie und Hämostaseologie, Kardiologie und Notfallmedizin fortgesetzt. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Gebieten EKG und Herzrhythmusstörungen, Echokardiographie und Ultraschall, Erkrankungen der Aorta und Reanimation. Die Habilitation für Innere Medizin erfolgte 2001, im darauf folgenden Jahr erwarb er auch den Facharzttitel für Intensivmedizin. Prof. Domanovits hat seit etwa 20 Jahren Aufbau und Organisation des Herzalarms im AKH mitgestaltet.
Neben der klinischen und der wissenschaftlichen Tätigkeit war die Lehre, insbesondere der Reanimation in Theorie und praktischen Übungen für Studierende, sein ganz besonderes Anliegen. Das Training an Übungspuppen in simulierten Szenarien erlaubt in diesem Themenfeld für alle Qualifikationsstufen schwierige Akutsituationen realitätsnahe und relativ stressfrei zu erlernen und zu üben. Seit 2002 ist Prof. Domanovits kontinuierlich im Rahmen von Advanced Life Support -Provider Kursen (European Resuscitation Council) als Instructor und Director national wie international tätig. Bei der Ausbildung der Unterrichtenden wird den didaktischen Gesichtspunkten besonderes Augenmerk geschenkt. Bei der Erstellung der internationalen Guidelines 2005 zur Reanimation war Prof. Domanovits als Koautor beteiligt.
Im Rahmen des MCW ist Prof. Domanovits vor allem in den Tertialen Innere Medizin und Notfallmedizin, in Lehrveranstaltungen zum Notfall-EKG, in Reanimationsübungen und Megacode-Kursen und im Wahlpflichtteil des SSM3 tätig. Vorlesungen und interaktive Workshops zu Arrhythmien, zum Notfall-EKG und zur notfallmedizinisch relevanten Diagnostik mittels Echokardiograpie und Abdomen-Sonographie finden bei den Studierenden größten Anklang. Alle der Jury vorliegenden Evaluationsergebnisse aus den letzten beiden Jahren sind einstimmig positiv. Besonders hervorzuheben ist, dass Prof. Domanovits sehr häufig auch als „Top-ten-Lehrender" ausgewiesen ist, was aufgrund der Berechnungsart im klinischen Unterricht angesichts der kleinen Gruppengrößen nur dann vorkommt, wenn sich ausreichend viele Studierende der Mühe des Evaluierens unterziehen und einmütig ein positives Votum abgeben. Vielleicht liegt ein Grund für diese positive Evaluierung im Bemühen von Prof. Domanovits, auf den individuellen Lernbedarf der Studierenden einzugehen und ihnen Lernziele nicht nur vorzugeben, sondern sie auf dem Weg dorthin aktiv zu unterstützen.
Prof. Domanovits ist im Rahmen der Kooperation mit Prof. Pokieser seit 2004 auch an der ersten „Webambulanz" des MCW beteiligt. Diese Unterrichtsform der Präsentation von notfallmedizinischen Kasuistiken und ihre Bearbeitung im webbasierten Forum hat sich als effiziente und relevante Form des e-Learnings im Massenbetrieb sehr bewährt. Das liegt nicht zuletzt an der pointierten und hilfreichen Form der e-Moderation des Forums durch Prof. Domanovits, wodurch die Studierenden beim Lernen nicht „allein gelassen" werden.
Die Jury freut sich, mit Herrn Prof. Domanovits einen klinischen Lehrer auszeichnen zu können, der es versteht, den Studierenden unmittelbar praxisrelevante Kenntnisse und Fertigkeiten im jeweils bedeutsamen Kontext (mit Simulationen, interaktiven Workshops, am Krankenbett) mit großem Erfolg zu vermitteln.