
Die Jury hat die Auszeichnung „Teacher of the Month“ der MUW für November an Herrn Univ.-Prof. Dr. Martin Aigner (Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie) verliehen.
Herr Prof. Aigner war schon in seiner Studienzeit in Forschung und Lehre aktiv, zunächst am Institut für Physiologie und dann am Institut für Anatomie 2 als Studienassistent und ab 1992 als Assistent. Klinische Ausbildungen absolvierte er am KH Lainz und an den Universitätskliniken für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Eintragung als Facharzt erfolgte 2001, die Habilitation für Psychiatrie 2006. Derzeit ist er Leiter der von Erwin Ringel gegründeten Psychosomatischen Station am AKH. Seine postgraduelle Ausbildung hat zu Diplomen in verschiedenen Bereichen geführt, vom Ärztekammerdiplom für Psychotherapeutische Medizin bis zum Postgradualen Diplom in Clinical Research. Der berufliche Werdegang ist von breitem Engagement in der Medizin gekennzeichnet, das Lehre und Forschung in scheinbar weit vom Fach Psychiatrie entfernten Grundlagenfächern und im klinischen „Hauptfach“ und die Spezialisierung in psychotherapeutisch orientierter Medizin umfasst. Sein Interesse in der Forschung gilt vor allem den Bereichen somatoforme Störungen, Schmerz, Zwangsstörungen und transkulturelle Aspekte in der Psychiatrie.
Im MCW reicht die Tätigkeit von Prof. Aigner von der Mitarbeit bei der Entwicklung des Tertials Psychiatrie, über seine Beiträge zum Block 20 und die derzeit ausgeübte Tätigkeit als Koordinator des klinischen Tertials in seinem Fach bis zum Jahrgangskoordinator für das 6. Studienjahr. Prof. Aigner steht mit diesem Tätigkeitsspektrum ganz in der Tradition der besonders an Lehre interessierten und in Ausbildung engagierten Universitätsklinik für Psychiatrie. Seine Unterrichtstätigkeit wurde vielfach mit einer Evaluierung unter den Top ten honoriert, was umso mehr betont werden muss, als Prof. Aigner auch kontroversielle Diskussionen mit daraus resultierenden negativen Kommentaren nicht gescheut hat.
Als Lehrender ist Prof Aigner modernen Methoden gegenüber sehr aufgeschlossen, wie der Einsatz sowohl personaler als auch technischer Hilfsmittel in der Ausbildung der Studierenden zeigt. Die von ihm verfolgten Perspektiven werden anschaulich demonstriert, wenn er pro futuro die Frage nach seinen drei wichtigsten Wünschen und Projekten beantwortet:
- Das Tertial Psychiatrie sollte durch eine OSCE-Prüfung abgeschlossen werden (objective standardized clinical examination, unter Mitwirkung der seit langem an der Klinik als standardisierte Patienten tätigen Schauspieler).
- Die besten Podcasts zu bestimmten Themenbereichen der Psychiatrie werden von der Homepage des Tertials Psychiatrie herunterzuladen sein, um den Medizinstudenten den Einstieg in dieses Fach zu erleichtern.
- Die mit den neuen Richtlinien für die Habilitation möglich gewordene Anerkennung der Entwicklung von Fallbeispielen sollte in absehbarer Zeit zu einer Sammlung elektronischer, klinischer Lernfälle im CASUS - System führen.
Prof. Aigner weist aber auch darauf hin, dass die Unterrichtssituation in seinem Fach durch die hier besonders angespannte Personalsituation gefährdet erscheint und derzeit keine Ersatzkapazität mehr für Ausfälle von Lehrenden gegeben ist.
Die Jury „Teacher of the Month“ freut sich, einen besonders aktiven Lehrenden mit breitem medizinischen Hintergrund auszuzeichnen und hofft, dass die genannten Projekte verwirklicht und die aktuellen Probleme zumindest abgemildert werden können.