
Die Jury hat die Auszeichnung „Teacher of the Month“ der MUW für Oktober an Herrn Univ.-Prof. Dr. Peter Pokieser (Medical Media Services – MMS - an der Besonderen Einrichtung für medizinische Aus- und Weiterbildung - BEMAW) verliehen.
Nach dem Medizinstudium an der Universität Wien begann Prof. Pokieser die Facharztausbildung in Radiologie am AKH. 1997 habilitierte er sich für das Gesamtfach. Sein wissenschaftlicher und klinischer Schwerpunkt liegt in der Radiologie des Magen-Darmtraktes, insbesondere der radiologisch funktionellen Diagnostik der oberen Speisewege. Das Problemfeld „Schluckstörung“ ist Ausgangspunkt und Modell für seine interdisziplinäre Arbeitsweise. Von 1994–2004 war er als Leiter des Bereiches „Gastroenterologische Radiologie“ an der Universitätsklinik für Radiodiagnostik und mit der Zuständigkeit für die Versorgung der Universitätsklinik für Chirurgie an vorderster Front der klinischen Arbeit in seinem Fach tätig. Als Leiter des „Röntgen Währing“ ab 1999 konnte er sein fachliches Spektrum durch Erfahrungen im niedergelassenen Bereich auch auf den Gebieten Prävention, Gesundenuntersuchung und Mammographie einsetzen.
Sein besonderes Interesse an Kommunikation und visueller Darstellung, die Mitarbeit bei der Studienreform und das Interesse an der klinischen Informationstechnologie führten zur Übernahme der Leitung der damaligen Graphikabteilung, aus der ab 2004 die MMS hervorging. Diese Abteilung fungiert als Basis für Projekte im Bereich Informationstechnologie, die bei entsprechendem Erfolg zu Serviceleistungen ausgebaut werden (dzt. eLearning und Betreuung interdisziplinärer Arbeitsgruppen).
Prof. Pokieser ist seit 1989 Mitglied der Studienkommission gewesen. Er hat die Arbeit am MCW von Anfang mitgetragen und in verschiedenen Funktionen mitgestaltet. Diesem Engagement in den Gremien zumindest gleichwertig sind seine Bemühungen um den Einsatz moderner Methoden wie eLearning und eHealth. Sein persönliches Interesse und seine fachliche Position haben zu einer Reihe eindrucksvoller Projekte geführt.
Seit 2002 wird „Unified Patient“ für medizinische Falldiskussionen verschiedener interdisziplinärer Arbeitsgruppen im AKH verwendet. Seit 2007 wird diese Applikation auch im Pflichtunterricht für Medizinstudenten eingesetzt. Erste Ergebnisse wurden mittlerweile auch international publiziert. Derzeit laufen Kooperationsprojekte der "Webambulanz" mit der Notfallmedizin, der HNO, einigen Diagnostic Rounds und der Allgemeinmedizin: www.meduniwien.ac.at/unifiedpatient
In der Europäischen Gesellschaft für Radiologie – ESR - hat das Engagement von Prof. Pokieser für „mediengestützte ärztliche Kommunikation“, die ja wesentlicher Bestandteil von Aus-, Weiter- und Fortbildung ist, zum Projekt „ePACS“ geführt. Am ESR-Kongress können in einem „Learning Center“ Schlüsselfälle mit standardisierten Originalbefunden in Routinequalität studiert werden (120 Workstations, 15 – 60 Fallserien pro Thema, wie z.B. „Cardiac CT“, „Akutes Abdomen“, „Basic Skeletal MRI“). Dieser Brückenschlag von der Powerpoint-Dominanz der Vorträge zur Realität der Befunde wird bestens angenommen. Prof. Pokieser ist auch Mitglied eines Subkommitees der ESR, die sich in Abstimmung mit der nordamerikanischen Röntgengesellschaft und der internationalen Röntgengesellschaft mit Fragen des IT-Einsatzes in der Radiologie wie z.B. eLearning befasst.
Das Interesse von Prof. Pokieser umfasst das gesamte Spektrum von Kooperations- und Kommunikationspartnern eines Arztes: Von der Kinder-Uni über die visuell gestützte Kommunikation mit Patienten, über ärztliche Aus-, Weiter- und Fortbildung bis zur globalisierten Kommunikation in seinem Fachgebiet. Die Jury freut sich, mit Prof. Pokieser einen akademischen Lehrer auszeichnen zu können, der sowohl Erfahrungen aus der Alltagspraxis ebenso wie spezielle akademische Kompetenzen in die Lehre einbringt und besonders für Nutzung und Weiterentwicklung der sich heute bietenden Darstellungs- und Kommunikationsmöglichkeiten eintritt.