Regierung plant Budgetkürzungen für Universitäten – Großdemonstration am 27. Mai 2026
Sehr geehrte Studierende,
am 18. Mai 2026 wurde die österreichische Universitätenkonferenz von Frau Bundesministerin Holzleitner darüber informiert, dass die Bundesregierung eine beispiellose Kürzung des Universitätsbudgets plant. Diese Ankündigung steht im klaren Widerspruch zu den Gesprächen der vergangenen Monate und zu wiederholten Zusicherungen von Seiten des Ministeriums.
Deshalb rufen alle österreichischen Universitäten am 27. Mai 2026 um 13 Uhr zu einer Großdemonstration vor dem Hauptgebäude der Universität Wien am Universitätsring auf. Alle Studierenden der MedUni Wien sind eingeladen, sich diesem Aufruf anzuschließen, um gemeinsam ein starkes Zeichen für die Universitäten und die Zukunft unseres Landes zu setzen. Studierenden soll die Teilnahme an der Demonstration ermöglicht werden, sofern Lehr-, Unterrichts- und – bei klinischen Praktika – der klinische Betrieb dies zulassen. Prüfungen finden regulär statt. Bei Pflichtlehrveranstaltungen gilt demo-bedingte Abwesenheit als entschuldigtes Fernbleiben; über allfällige Ersatzleistungen entscheidet die jeweilige Koordination bzw. Lehrveranstaltungsleitung.
Geplante Einsparung von rund 14 Prozent
In der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode 2025–2027 steht den 22 österreichischen Universitäten ein Gesamtbudget von 16,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Universitätenkonferenz hat deutlich gemacht, dass aufgrund der Inflationsprognosen für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode 2028–2030 eine Erhöhung auf 18 Milliarden Euro notwendig wäre, um den laufenden Betrieb in seiner derzeitigen Form fortführen zu können. Stattdessen steht nun ein Budgetansatz von 15,5 Milliarden Euro im Raum.
Unter Einbeziehung der erwarteten Inflation würde dieser Ansatz einer faktischen Kürzung des Universitätsbudgets um rund 14 Prozent entsprechen. Eine Kürzung in dieser Größenordnung wäre für die österreichischen Universitäten ohne gravierende Folgen auf Forschung, Lehre und Patient:innenversorgung nicht umsetzbar. Universitäten sind tragende Säulen unseres Landes. Sie sichern Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit, demokratische Stabilität, zivile Landesverteidigung und die Ausbildung jener Fachkräfte, die Österreich in den kommenden Jahren dringend benötigen wird. Während auf europäischer Ebene eine Verdopplung des Forschungsrahmenprogramms „Horizon Europe“ angekündigt wurde, würde Österreich seine Universitäten mit diesen Planungen erheblich schwächen.
Auswirkungen auf die universitätsmedizinische Versorgung
Für die Medizinische Universität Wien und die anderen medizinischen Universitätsstandorte hätte eine Budgetkürzung dieser Größenordnung darüber hinaus unmittelbare Auswirkungen auf die universitätsmedizinische Versorgung. Die vier Universitätskliniken in Wien, Graz, Linz und Innsbruck bilden das Rückgrat der spitzenmedizinischen Versorgung in Österreich. Sie sind in vielen Fällen die zentrale und oft letzte Anlaufstelle für Patient:innen mit schweren, seltenen oder besonders komplexen Erkrankungen. Das Universitätsklinikum AKH Wien trägt derzeit rund ein Drittel der Versorgungsleistung in Wien. Zugleich werden an den vier Universitätskliniken ein wesentlicher Teil der österreichischen Fachärzt:innen sowie Medizinabsolvent:innen ausgebildet. Einsparungen in der nun diskutierten Größenordnung würden daher nicht nur Forschung und Lehre treffen, sondern könnten auch die universitätsmedizinische Versorgung massiv gefährden und langfristig zu einem spürbaren Abbau ärztlicher Kapazitäten in Österreich führen.
Dieses Szenario abzuwenden, muss nun unser gemeinsames Ziel sein. Dazu finden derzeit zahlreiche Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen statt, sowohl mit externen Verantwortungsträger:innen als auch innerhalb unserer Universität, unter anderem mit dem Universitätsrat, dem Senat, den Betriebsräten und der Österreichischen Hochschüler:innenschaft.
Über weitere Entwicklungen halten wir Sie auf dem Laufenden.
Mit freundlichen Grüßen
Markus Müller, Rektor
Michaela Fritz, Vizerektorin für Forschung und Innovation
Anita Rieder, Vizerektorin für Lehre
Volkan Talazoglu, Vizerektor für Finanzen
Oswald Wagner, Vizerektor für Klinische Angelegenheiten
Rektorat der Medizinischen Universität Wien