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Antrittsvorlesungen

Neue Professor:innen der MedUni Wien stellen sich und ihr Fachgebiet vor
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Markus Müller © Matern | MedUni Wien

Als eine der größten medizinischen Universitäten Europas arbeitet die MedUni Wien stetig daran, die besten Köpfe zu gewinnen, um mit Hilfe ihrer wissenschaftlichen Exzellenz und Innovationskraft die medizinische Forschung voranzutreiben, zukunftsweisendes Wissen zu lehren und die fortschrittlichste Behandlung für Patient:innen zu gewährleisten. Die von unseren Mitarbeiter:innen entwickelten Innovationen bieten die Voraussetzungen, mit denen wir die Zukunft der Medizin aktiv mitgestalten können. Mit ihren Antrittsvorlesungen und ihrer Expertise in den unterschiedlichsten Fachbereichen stellen sich neue Kolleg:innen an unserer Universität vor. Ich möchte Sie einladen, diese Gelegenheit zu nutzen, um diese hervorragenden Forscher:innen kennenzulernen und sich mit ihnen interdisziplinär zu vernetzen.

Markus Müller
Rektor der Medizinischen Universität Wien


Die nächsten Termine


Freitag, 27. November 2026

11:00 bis 12:30 Uhr, Hörsaal, Center for Translational Medicine
 

(c) MedUni Wien/feelimage

Robert Öllinger, Professor für Chirurgie mit Schwerpunkt Transplantation

Besonders setzt der aus Oberösterreich stammende Chirurg auf minimalinvasive, robotisch assistierte Verfahren, etwa in der Lebendorganspende, der Nierentransplantation sowie in der Leberchirurgie. Zudem engagiert sich Öllinger für Transparenz und Aufklärung rund um das Thema Organspende und ist in mehreren nationalen und internationalen Organisationen und Fachgesellschaften aktiv, darunter Eurotransplant, die Bundesärztekammer und die Deutsche Stiftung Organtransplantation.

An der MedUni Wien wird sich Öllinger mit seinem Team den universitären Kernaufgaben widmen:

Forschung
In der Forschung konzentriert sich der Transplantationschirurg auf drei Themen:
•    die interdisziplinäre Behandlung onkologisch erkrankter Patient:innen mit der Option einer Lebertransplantation („Transplant Oncology“),
•    den Ausbau der maschinellen Perfusion von Spenderorganen mit besonderem Augenmerk auf Evaluation und Verbesserung der Organqualität sowie
•    die Weiterentwicklung von T-Zelltherapien als mögliche Alternative zur derzeit unverzichtbaren, aber nebenwirkungsreichen Immunsuppression.
„In der Transplantationsmedizin erweitert sich das Spektrum der onkologischen Indikationen – diese Entwicklung wollen wir in Wien aktiv mitgestalten“, betont Öllinger.

Lehre
In der Lehre setzt Öllinger auf die frühzeitige Integration von Studierenden in den klinischen Alltag und die Forschung. Interdisziplinär soll ein Transplant-Wahlfach etabliert und ein Curriculum für Transplantationsmediziner:innen entwickelt werden.
In der Facharztausbildung setzt Öllinger auf das Training junger Kolleg:innen an der Roboterkonsole sowie auf gezielte Fellowships für eine neue Generation exzellenter Chirurg:innen – „Wiener Schule“. Auch der interprofessionelle Austausch mit der Pflege soll durch Fortbildungen sowie gemeinsame Projekte und Workshops gestärkt werden.

Medizinische Versorgung
In der medizinischen Versorgung möchte Öllinger neben dem Ausbau des Transplantationsprogramms, der Etablierung der pädiatrischen Transplantation, der engen Zusammenarbeit mit der Viszeral-, Gefäß-, Herz- und Thoraxchirurgie sowie der maschinenperfusionsgestützten „erweiterten Leberchirurgie“ besonderes Augenmerk auf Ergebnisqualität und Interdisziplinarität richten.
„Transplantationsmedizin ist das Paradebeispiel für Teamwork und gelebte Interdisziplinarität und verlangt Höchstleistungen von Patient:innen, Ärzt:innen, Studierenden und dem Pflegepersonal“, so Öllinger.

Zur Person
Robert Öllinger studierte Humanmedizin an der MedUni Innsbruck und promovierte im Jahr 2000. Seine chirurgische Ausbildung absolvierte er an der MedUni Innsbruck unter der Leitung von Raimund Margreiter. 2002/2003 folgte ein Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston bei Fritz Bach. 2007 schloss er seine Facharztausbildung ab, 2008 habilitierte er sich.
Von 2009 bis 2014 leitete Öllinger die Transplantations- und hepatobiliäre Chirurgie an der MedUni Innsbruck. 2014 absolvierte er einen MBA in Internationalem Krankenhausmanagement und wechselte anschließend an die chirurgische Klinik der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Dort leitete er die Transplantationschirurgie, gründete 2016 das „Europäische Metastasenzentrum der Charité“ und übernahm 2020 zusätzlich die Sarkomchirurgie. 2018 erhielt er den Ruf auf die Professur für „Spezielle und Rekonstruktive Viszeralchirurgie“ (W2).
Mit seiner Erfahrung in Transplantationschirurgie, onkologischer Chirurgie und translationaler Forschung zählt Öllinger zu den international renommiertesten Vertreter:innen seines Fachgebiets.

© MedUni Wien/feelimage

Philipp Bartko, Professor für Strukturelle Herzerkrankungen

Vorstellung durch: Ulrich Steinseifer, RWTH Aachen University, Deutschland

Strukturelle Herzerkrankungen zählen zu den zentralen Krankheitsbildern der kardiovaskulären Medizin und erfordern zunehmend individualisierte Therapiekonzepte. Die moderne Versorgung basiert dabei auf der engen kollaborativen Abstimmung konservativer, interventioneller und chirurgischer Behandlungsstrategien sowie auf hochspezialisierter kardiovaskulärer Bildgebung und Risikostratifizierung.

Philipp Bartko leitet an der Universitätsklinik für Innere Medizin II das Programm für strukturelle Herzerkrankungen. In dieser Funktion ist er maßgeblich an der Diagnostik, interdisziplinären Planung und Entwicklung entsprechender Therapiekonzepte beteiligt. Die Zusammenarbeit im Rahmen des Comprehensive Center for Cardiovascular Medicine (CCVM) spielt dabei eine wichtige Rolle, insbesondere im Bereich der fachübergreifenden Abstimmung von klinischer Versorgung, Forschung und universitärer Lehre. Ebenso erfolgt die kollaborative Entscheidungsfindung im „Heart Team“ unter Einbindung der Fachdisziplinen Kardiologie, Herzchirurgie, Anästhesie, Radiologie, Gefäßchirurgie und Angiologie, um personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln. Durch eben diese interdisziplinäre Zusammenarbeit konnten mehrere neuartige interventionelle Verfahren entwickelt, und gemeinsam implementiert und klinisch etabliert werden. Damit nimmt die Medizinische Universität Wien eine führende Innovationsrolle auf dem Gebiet struktureller Herzerkrankungen ein – sowohl national als auch international. Zu den interdisziplinär implementierten Verfahren zählen unter anderem die transfemorale Trikuspidal- und Mitralklappenimplantation sowie Segelmodifikationsverfahren.

Einen besonderen Schwerpunkt legt Philipp Bartko auf die Lehre an der Medizinischen Universität Wien sowie auf das Mentoring von Medizinstudierenden, PhD-Studierenden und Kolleginnen und Kollegen in Ausbildung. Darüber hinaus wurde ein internationales Fellowship-Programm im Bereich struktureller Interventionen etabliert.

Nach dem Medizinstudium und dem PhD-Programm in Vascular Biology absolvierte Philipp Bartko ein Postdoc-Fellowship an der Harvard University und dem Massachusetts General Hospital (Advanced Valve Disease Research Fellowship, Schrödinger-Stipendium).

In Forschung und Lehre befasst sich Bartko mit der Pathophysiologie, Quantifizierung und Prognose struktureller Herzerkrankungen sowie mit der Weiterentwicklung innovativer diagnostischer und therapeutischer Strategien. Die Professur trägt damit zur Weiterentwicklung eines zentralen Innovationsfeldes der kardiovaskulären Medizin an der Medizinischen Universität Wien bei.


Freitag, 29. Jänner 2027

11:00 bis 12:30 Uhr, Hörsaal, Center for Translational Medicine
 

© MedUni Wien/feelimage

Pascal Baltzer, Professor für Magnetresonanzradiologie

Vorstellung durch: Alexandra Kautzky-Willer, Universitätsklinik für Innere Medizin III, MedUni Wien

Pascal Baltzer absolvierte sein Studium in Jena, wo er unter der Anleitung von Werner Alois Kaiser – einem der weltweit führenden Pioniere der Magnetresonanztomographie (MRT) und Begründer der MR-Mammographie – seine Laufbahn in der Radiologie begann. 2005 promovierte er, 2010 folgte die Habilitation. Am Universitätsklinikum Jena war er langjährig als Forschungsgruppenleiter, Modalitätenmanager und Bereichsleiter tätig.

Seit 2012 ist Baltzer an der Medizinischen Universität Wien tätig, wo er die urogenitale Bildgebung verantwortet. Wissenschaftlich liegt sein Fokus klar auf der Magnetresonanztomographie (MRT) – von neurowissenschaftlichen Fragestellungen bis zur onkologischen Diagnostik. International anerkannt ist Baltzer insbesondere für seine Arbeiten zur Bildgebung von Brust, Blase und Prostata. Mit dem sogenannten Kaiser-Score etablierte er eine klinische Entscheidungsregel (Level of Evidence I) zur MR-Mammographie, die weltweit Anwendung findet. Ein zentrales Anliegen ist Baltzer aber auch die Nachwuchsförderung – zahlreiche Diplomand:innen, PhD-Studierende sowie Habilitand:innen hat er bereits auf ihrem wissenschaftlichen Weg begleitet.

Pascal Baltzer ist seit 2006 in leitenden Editorial-Funktionen tätig, unter anderem bei European Radiology, PLoS One sowie dem European Journal of Radiology (EJR), dessen Chefredakteur er seit 2020 ist. Seit 2024 verantwortet er zudem als Editor-in-Chief das Schwesterjournal EJR – Artificial Intelligence.

Er engagiert sich fachpolitisch in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien: aktuell als Vorstandsmitglied der AG Mammadiagnostik der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG), stellvertretender Leiter der AG urogenitale Radiologie der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG) sowie als Generalsekretär der European Society of Breast Imaging (EUSOBI). Darüber hinaus ist er Principal Investigator des 2024 an der MedUni Wien eröffneten Christian-Doppler-Labors für patientinnenzentrierte Brustbildgebung sowie eines österreichweiten Pilotprojekts zum Kontrastmittel-Mammographie-Screening.

Pascal Baltzer verfolgt das Ziel, klinisch relevante MRT-Forschung in Wien weiter zu stärken – und seine „Freude an der Wissenschaft sowie die Neugier auf neue Erkenntnisse mit Studierenden und Mitarbeitenden zum Wohl der Patient:innen zu teilen“, wie er sagt.


Anmeldung zu den Antrittsvorlesungen

Es handelt sich jeweils um eine Gesamtveranstaltung. Es ist nicht erwünscht zwischen den Antrittsvorlesungen zu gehen.


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Veranstaltungsort

Hörsaalzentrum im Center for Translational Medicine

Lazarettgassenweg
1090 Wien


Impressionen von Antrittsvorlesungen