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[In German:] Zwei neue Professuren mit Frauen besetzt

[In German:] (Wien, 29-04-2010) Mit zwei neuen Professuren in den Bereichen Allergieforschung und Arbeitsmedizin baut die Medizinische Universität Wien ihren Frauenanteil weiter aus: Barbara Bohle erhält die neue Professur für Zelluläre Allergologie, Jasminka Godnic-Cvar jene für Arbeitsmedizin. Beide Professorinnen sind bereits langjährige Mitarbeiterinnen der MedUni Wien.

Barbara Bohle, Professorin für Zelluläre Allergologie
Am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung befasst sich die Biotechnologin Univ. Doz.in Dipl. Ing.in Dr.in Barbara Bohle mit der Pathophysiologie der IgE-mediierten Allergien. Ein Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit liegt dabei auf der Erforschung der zellulären Immunantwort auf Allergene, im Speziellen auf der Charakterisierung von allergen-spezifischen T Lymphozyten. Ihre bisherigen Arbeiten haben auf eine wichtige Rolle der allergen-spezifischen T-Zellen bei der Allergieentstehung aber auch beim Auslösen von allergischen Reaktionen hingewiesen und wurden mit mehreren sehr renommierten nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Weiters hat Prof.in Bohle untersucht, wie sich die Immunantwort durch eine erfolgreiche spezifische Immuntherapie der Allergie verändert.
Basierend auf diesen Erkenntnissen arbeitet ihr Team daran, neuartige Impfstoffe für die Allergietherapie zu entwickeln, welche die Modulation der krankmachenden T-Zellantwort in Richtung einer für Nicht-Allergiker charakteristischen Immunantwort fördern. Die Impfstoffentwicklung sowie die Umsetzung der Erkenntnisse aus ihrer Grundlagenforschung in klinische Anwendungen ist ein Schwerpunkt des von Barbara Bohle geleiteten Christian Doppler Labors für Immunmodulation (www.meduniwien.ac.at/cd-immunmodulation).
Neben ihrer Forschungstätigkeit an der Medizinischen Universität Wien ist Barbara Bohle in verschiedenen internationalen Gremien tätig. Derzeit ist sie die Präsidentin der Immunologie Sektion der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) sowie die Managing Editorin der Zeitschrift „International Archives of Allergology and Immunology“. Als Vision sieht Barbara Bohle die weltweit hoch anerkannte Allergieforschung in Österreich weiterhin auszubauen und zu stärken. „Österreichische Allergieforschung ist Weltspitze - und es wäre schön, wenn wir ebenso Weltspitze in der Therapie von Allergien werden würden“.

Jasminka Godnic-Cvar, Professorin für Arbeitsmedizin
Dr.in Jasminka Godnic-Cvar arbeitet an der Universitätsklinik für Innere Medizin II – Arbeitsmedizinische Ambulanzen (vormalige Abt. f. Arbeitsmed.), wo sie seit 1994 tätig ist. Ihre Ausbildung erfolgte neben zwei Studienaufenthalten an arbeitsmedizinischen und allergologischen Zentren in London hauptsächlich am Institut für Medizinische Forschung und Arbeitsmedizin in Zagreb, wo sie zuletzt auch die Leitung des Sektors für Arbeitsmedizin innehatte. Nach dem Wechsel an die Medizinische Fakultät bzw. später MedUni Wien erlangte sie in weiterer Folge das Facharztdiplom für Innere Medizin und die Habilitation im Fach Arbeitsmedizin sowie die Ernennung zur Oberärztin und Leiterin des Funktionslabors der Arbeitsmedizin (1999) und die Ernennung zur Leiterin der Umweltambulanz (2001).
Als Leiterin der universitären Arbeitsmedizin sieht Jasminka Godnic-Cvar „die Chance die Arbeitsmedizin an der Medizinischen Universität Wien mit Hilfe meiner KollegInnen und MitarbeiterInnen auf ein internationales Niveau zu bringen. Ich will auch ein gesundheits- und arbeitsförderndes Arbeitsklima gerade auf der Arbeitsmedizin exemplarisch vorgeben und leben.“ Als Schwerpunkte ihrer Professur nennt Prof.in Godnic-Cvar unter anderem die Neupositionierung der Arbeitsmedizin als gesundheitspolitische Determinante, eine gestärkte Internationalität durch wissenschaftliche Projekte, Austausch von Erfahrungen und Studienaufenthalte von ÄrztInnen in Ausbildung an internationalen arbeitsmedizinischen Einrichtungen, eine Förderung des Genderaspekts in der Arbeitsmedizin sowie das Initiieren von Interaktionen mit anderen gesellschaftsrelevanten präventiv-medizinischen Fächern und die Einführung von betriebsärztlicher Tätigkeit  im Rahmen der universitären Ausbildung im Sonderfach „Arbeits- und Betriebsmedizin“.

Karin Gutiérrez-Lobos, zuständige Vizerektorin für Frauenförderung an der MedUni Wien: „Mit Bohle und Godnic-Cvar haben wir heuer bereits drei von sechs Professuren mit Frauen besetzen können. Ich freue mich, dass unsere Bemühungen zur Gleichstellung der Frauen immer öfter mit Erfolg gekrönt werden und werte dies auch als Signal in Sachen Frauenförderung an alle anderen Universitäten Österreichs."

Die Medizinische Universität Wien liegt mit diesem Ergebnis - 50% der Neuberufungen sind an Frauen ergangen -  österreichweit an der Spitze bei weiblichen Neuberufungen.