Skip to main content

Detailsite

Daniela Pollak-Monje Quiroga

Titel: Ass.-Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in
Wissenschaftlerin in der Abteilung für Neurophysiologie und -pharmakologie

 

Warum haben Sie sich für eine wissenschaftliche Karriere entschieden?
Wissenschaft war und ist für mich noch immer faszinierend, die Freude daran, etwas entdecken und verstehen zu können. Die Natur und Biologie mit wissenschaftlichen Methoden „beobachten“ zu können mit dem Wissen, dass alles vor uns liegt, man muss nur einen Weg finden, es erfassen und richtig interpretieren zu können. Außerdem das Leben als Wissenschaftlerin, die Arbeit im Team mit vielen jungen, internationalen Kollegen und die gewisse Freiheit, sich mit dem zu beschäftigen, was einen wirklich interessiert und aus eigenen Überlegungen und mit Kreativität Zugänge finden zu können immer wieder kleine Puzzlesteinchen zu verstehen zu lernen, die gemeinsam mit den Erkenntnissen anderer uns alle eine Stück weiter bringen.

 

Wie verlief Ihr wissenschaftlicher Weg?
Während des Studiums der Veterinärmedizin, habe ich begonnen mich immer mehr für die Wissenschaft zu interessieren und beschlossen nach Abschluss des Studiums nicht als Tierärztin zu praktizieren, sondern meine Dissertation in der Grundlagenforschung anzuschließen. Während meiner Dissertationszeit, begann ich mich für Neurowissenschaften zu begeistern und mein setze dies in meinem Postdoc-Aufenthalt in New York, an der Columbia University bei Eric Kandel, fort. Seit 2009 bin ich wieder in Österreich, an der MedUni Wien.

 

Was sind Ihre Stärken und wie konnten Sie diese für Ihre Karriere nutzen?
Ich denke, dass Organisation, den Überblick über viele Dinge parallel zu behalten und eine gewisse Beharrlichkeit, Vorgenommenes auch durchzusetzten, wenn es mühsam wird, viel helfen. Außerdem der Mut etwas zu probieren, auch mit dem Wissen, dass man es vielleicht/ wahrscheinlich nicht erreichen kann. 

 

Was sind Ihre wichtigsten Ressourcen gewesen, um Karriere machen zu können?
Sicher meine Ausbildung, nicht das bloße theoretische Wissen, sondern das Wissen darum, wie man sich neue Information aneignen und mit dem bereits Gelernten verknüpfen kann.

 

Was war Ihr größter Misserfolg und was haben Sie daraus gelernt?
Ich weiß nicht, was der größte Misserfolg war, aber mit der Zeit habe ich gelernt, mit der Frustration umzugehen, dass papers oder grants abgelehnt werden. Am Anfang hat mich das sehr betroffen und ich fühlte mich persönlich abgelehnt. Jetzt habe ich gelernt, die Kritik kurz zu analysieren, selbst wenn sie für mich nicht immer ganz einsichtig ist und mich selbst möglichst wenig emotional zu involvieren. Einfach nach vorne schauen und weiter machen: grants wieder einreichen und papers zu einem andern Journal schicken und verstehen, dass die Welt dabei nicht untergeht. 

 

War es für Ihren Karriereverlauf hinderlich, eine Frau zu sein?
Für meinen Karriereverlauf gesamt, bisher, denke ich nicht. Ich habe nicht das Gefühl tatsächliche Benachteiligungen erfahren zu haben. Aber im täglichen Leben, auf vielen Fronten, erlebe ich oftmals Situationen, die den Eindruck erwecken, noch besser, stärker, tougher als männliche Kollegen sein zu müssen, um, bestimmt oft unbewusst, als 100% vollwertig anerkannt zu werden.

 

Falls Sie Kinder haben: Was ist bzw. war an Unterstützung besonders hilfreich?
Sicher mein Mann und meine Eltern.

 

Welchen Ausgleich suchen Sie in Ihrer Freizeit?
Da meine beiden Kinder noch sehr klein sind ist, meine Freizeit von der Arbeit äquivalent zu Zeit mit den Kindern und das ist auch schön und gut so. 

 

Tipps und Tricks
Ich glaube, es ist wichtig nicht der Illusion zu verfallen, dass man alles parallel 100%-ig machen kann: Karriere, Kind, Familie. Der Tag hat für jeden Menschen 24 Stunden. Wichtig, denke ich, für das persönliche Wohlbefinden/ Zufriedenheit, ist es sich Prioritäten zu setzen, danach zu leben - ohne ständig an der Entscheidung zu zweifeln und dann diese Prioritäten immer wieder an neue Lebensabschnitte anzupassen.