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[in German] Antrittsvorlesung Reinhard Windhager: Visualisierung, Minimalisierung und Biomimetik als Schwerpunkte

[in German] 

(Wien, 06-05-2011) Der international anerkannte Experte Prof. Reinhard Windhager hielt vor gefüllten Rängen des Hörsaal 2 seine Antrittsvorlesung. Am 15. Februar 2010 übernahm Windhager die Professur für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie an der MedUni Wien. Gleichzeitig wurde er Leiter der Universitätsklinik für Orthopädie.

Windhager stellte in seiner Antrittsvorlesung „Orthopädie translational“ die Schwerpunkte seiner Tätigkeit vor: Visualisierung, Minimalisierung und Biomimetik.

 

Zu den „exzellenten Strukturen der MedUni Wien“ gehört für ihn maßgeblich das Exzellenzzentrum für Hochfeld MR, das mit dem 7Tesla Ganzkörpertomographen ideale Bedingungen für die Visualisierung von Defekten, aber auch Therapiefortschritten bei Knochen darstellen kann. Damit ist man auch im Bereich der Orthopädie im internationalen Spitzenfeld. Doch auch der Einsatz und die Entwicklung anderer bildgebender Verfahren ist für Windhager von großer Bedeutung.

Unter dem Begriff „Minimalisierung“ fasste Windhager die neuen Möglichkeiten zusammen, minimal-invasive Eingriffe vornehmen zu können. Viele Operationen können heute mit chirurgisch kleinsten Verletzungen bei den PatientInnen durchgeführt werden. Hier will Windhager die Einsatzmöglichkeiten besser nutzen und weiter ausbauen.

Als dritten Schwerpunkt seiner Tätigkeit sieht Windhager die Biometik, also den Einsatz von biologischem Gewebe für Implantationen. Es gibt hier erste richtungsweisende Erfolge bei der Rekonstruktion von Knochen, Knorpel, Bandscheiben etc., allerdings ist hier noch viel an Forschungsarbeit zu investieren. Auch das ist Windhager ein großes Anliegen.

Um diese Forschungsarbeit leisten zu können, soll der bisher eher geringe Anteil an jungen GrundlagenforscherInnen auf dem Gebiet der Orthopädie ausgebaut werden. Als geeignete Maßnahmen sieht Windhager hier eine bessere Betreuung und spürbare Entlastung der ForscherInnen und setzt sich für ein ergänzendes PhD-Programm ein, bei dem die translationale Komponente im Vordergrund steht, also die enge Kooperation zwischen Forschung und klinischer Praxis.

Dieter Kohn, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, hielt eine Laudatio, in der er die bisherigen Leistungen Windhagers würdigte, insbesondere den Ausbau der orthopädischen Abteilung zur eigenen Universitätsklinik in Graz. „Das ist meines Wissens einmalig in Europa.“ Gleichzeitig beglückwünschte er die „wunderbare Institution“ MedUni Wien zum „exzellenten neuen Professor“.

Zur Person:
Univ. Prof. Dr. Reinhard Windhager, geb. 1957 in Linz, studierte in Innsbruck, wo er 1981 auch promovierte. Danach absolvierte er seine Fachausbildung zum Orthopäden an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Bei seinem Zwischenspiel in Graz, wo er nach seiner Berufung im Jahr 1997 tätig war, überzeugte Windhager auch durch seine organisatorischen Fähigkeiten: Aus der Orthopädie in Graz als Abteilung der Chirurgie wurde unter seiner Führung eine eigene Universitätsklinik für Orthopädie mit komplettem klinischen Spektrum. Mit 15. Februar 2010 übernahm Windhager die Professur für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie sowie die Leitung der Universitätsklinik für Orthopädie an der MedUni Wien.

Windhager verfasste nicht nur zahlreiche wissenschaftliche Artikel, er machte sich auch durch seine Herausgebertätigkeiten einen Namen. Beispielsweise war Windhager von 1998 bis 2003 Mitglied im Beirat der Zeitschrift für Orthopädie, außerdem ist er seit 2003 Mitherausgeber der Fachzeitschrift Z ORTHOP UNFALL.