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[in German:] Augenleiden im Fokus: Kongress ARTVIENNA am 3. Dezember in Wien

[in German:] (Wien, 01-12-2011) Wenn das Sehvermögen einmal eingeschränkt ist, kann es bereits zu spät für eine wiederherstellende Behandlung sein, warnten Experten des AKH bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Wien. Nur die wenigsten Fälle würden derzeit in Europa rechtzeitig diagnostiziert und therapiert, dabei steigt die Zahl der Betroffenen intensiv, erläuterte Ursula Schmidt-Erfurth, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie am AKH Wien. Sie fungiert bei der jährlichen ARTVIENNA (ART = Advancend Retinal Therapy, Anm.) am kommenden Samstag, 3. Dezember als Kongresspräsidentin.

Die Themen der jährlichen internationalen wissenschaftlichen Tagung zu aktuellen Entwicklungen in der Augenheilkunde: Neueste Erkenntnisse in der Netzhautforschung, der Fortschritt in Technologie und Funktionsdiagnostik zur Erkennung erster Anzeichen und prognostisch relevanten Veränderungen, internationale Empfehlungen über Medikamente mit bester Wirksamkeit sowie Wirtschaftlichkeit und Erfolge in der Netzhautchirurgie mit endoskopischer Technik.

Bei Augenerkrankungen werden seit Jahren intensiv steigende Patientenzahlen verzeichnet. Konkrete Zahlen über die in Österreich Betroffenen gibt es derzeit kaum, vor allem weil Schätzungen zufolge nur ein Zehntel medizinische Hilfe in Anspruch nimmt. Dabei gab es in den letzten Jahren große Fortschritte auf diesem Gebiet - viele Operationen können mittlerweile minimal-invasiv durchgeführt werden, moderne bildgebende Verfahren ermöglichen immer frühere Diagnosen und Behandlungen. Allerdings werden diese Möglichkeiten zum Teil nicht von der Krankenkasse übernommen, bemängelten die Mediziner und nannten als Beispiel die optische Kohärenztomografie (OCT), eine der wichtigsten und weltweit gängigsten Diagnosemethoden.

Bis 2030 soll sich die die Menge der Neuerkrankten in Europa verdoppeln, meinen Fachleute. Dies ist einerseits auf demografische Entwicklungen, aber die die Ausbreitung von Übergewicht und Diabetes zurückzuführen. AKH-Spezialist Matthias Bolz sprach bezüglich letzterem von "einem der Themen der Zukunft, das nicht mehr nur ein Problem der Älteren" sei. Diabetes verursacht Gefäßschaden, die sich auch in Auge bzw. der Netzhaut bemerkbar machen.

Michael Georgopoulos wiederum hat auf chirurgische Therapien der Netzhaut "ein Argusauge". Gerade bei Netzhautablösungen bestünde akute Gefahr, das Augenlicht zu verlieren - was zu einer ähnlich drastischen Einschränkung der Lebensqualität führen könne wie ein Schlaganfall. Vor kurzem bedurfte es in derartigen Fällen noch einer klassischen Operation, heute kann oft dank endoskopischer Technik ambulant behandelt werden, erklärte der Arzt an Europas größter Augenklinik am AKH. "A&O" sei dabei die Information der Patienten, die sich möglichst vorsorgend untersuchen lassen sollten - bevor Symptome auftreten.

(S E R V I C E - Weitere Informationen zum Kongress am 3. Dezember in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien unter http://www.artvienna.eu/)