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[in German:] Bioethikkommission fordert klare rechtliche Rahmenbedingungen für Biobanken

[in German:] ForscherInnen und ProbandInnenen brauchen Rechtssicherheit.
 
„Es wird viel Geld in den Aufbau von Biobanken investiert, es fehlt aber die rechtliche Sicherheit für die wissenschaftliche Verwertung,“ kritisiert Christiane Druml, Vorsitzende der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt und Geschäftsführerin der Ethikkommission der MedUni Wien die bestehenden Rahmenbedingungen für die biomedizinische Forschung in Österreich.
 
Zentrale Biobanken sind bei der Erforschung der Entstehung von Krankheiten und der Weiterentwicklung ihrer Behandlung essenziell. Die systematisch eingerichteten Sammlungen von Körperflüssigkeiten oder Gewebeproben ermöglichen eine krankheitsbezogene Forschung , die neue Kenntnisse über die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten liefert und zur Entwicklung besserer  therapeutischer Ansätze oder wirkungsvollerer Methoden der Prävention führen kann. Die Forschung mit den Körpermaterialien, die in eine Biobank eingebracht wurden, ist für die Patienten dabei mit keinem gesundheitlichen Risiko verbunden.
 
Für die Erarbeitung eines Biobankgeseztes empfiehlt die Bioethikkommission folgende Eckpunkte:
- Einbringung von Körpersubstanzen in eine Biobank mittels freiwilliger und schriftlicher Zustimmung der Probenspender
- Ermöglichung einer Einwilligung zur Verwendung der Proben auch für in der Zukunft liegende Forschungsfragen („generelle Zustimmung“)
- Ausschließlich anonymisierte Weitergabe von Proben an Forscherinnen und Forscher unter Wahrung der Anforderungen des Datenschutzes
- Maximale Transparenz aller Forschungsvorhaben durch Ankündigung in speziellen öffentlich zugänglichen Datenbanken und Registern
- Begutachtung der konkreten Forschungsprojekte durch Ethikkommissionen
 
„Während im internationalen Vergleich, zum Beispiel in der Schweiz, der Umgang mit derartigen Proben transparent geregelt ist, herrscht hierzulande Rechtsunsicherheit,“ meint Druml „und das obwohl die österreichischen medizinischen Universitäten bislang eine führende Rolle in diesem Forschungsgebiet einnehmen.“
 
Service
» „Biobanken für die wissenschaftliche Forschung“ (Stellungnahme der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt)
» Biobank der MedUni Wien
» Biobanking and Biomolecular Recources Research Infrastructure