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[in German:] Bionischer Einsatz verspricht effiziente Hilfe bei Morbus Parkinson

[in German:] (Wien 12-06-2014) Eine neue Generation von elektrischen Systemen zur tiefen Hirnstimulation (THS) verbessert das Leben mit Parkinson laut der an der MedUni Wien durchgeführten VANTAGE Studie wesentlich. Dieses erfreuliche Ergebnis unterstreichen auch die jetzt beim Fachkongress der „International Movement Disorders Society“ in Stockholm erstmals präsentierten Jahresdaten der Studie. Damit wurden auch die Halbjahresdaten bestätigt.

Schwere Bewegungsstörungen sind für Parkinson-PatientInnen ein großes Handicap. Da Medikamente nur kurz wirken, wurden bereits bisher Systeme zur elektrischen tiefen Hirnstimulation implantiert. Die nun getesteten neuen Systeme bringen erhebliche Verbesserungen. Die ForscherInnen konnten über zwölf Monate eine um 62 Prozent verbesserte Motorik bei den Betroffenen nachweisen. Zudem mussten die PatientInnen um 58 Prozent weniger Medikamente einnehmen – verglichen mit der Zeit vor der THS.

„Die neue Form der THS erlaubt, dank ihrer multiplen unabhängigen Stromquellen, eine deutlich bessere Anpassung der Stimulationsparameter. Das Nachladen der Geräte ist einfach, die PatientInnen kommen gut damit zurecht“, sagt Studienleiter François Alesch von der Universitätsklinik für Neurochirurgie der MedUni Wien.

Technologisch entsprechen die neuen THS-Impulsgeber den hochkomplexen
Cochleaimplantaten, bei deren Einsatz die MedUni Wien weltweit eine Spitzenstellung einnimmt. Implantiert werden die aus der Bionik stammenden Geräte wie bisher pektoral und zwar genau an der Stelle, wo Herzschrittmacher eingesetzt werden. Anders als der Herzschrittmacher greift die THS jedoch in das sehr komplexe Regelwerk der Basalganglien ein und hat hier sowohl stimulierende (daher der Name) als auch hemmende Funktionen. Oft sogar gleichzeitig. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen berücksichtigen die neuen „Versice“-Impulsgeber die damit verbundenen spezifischen Bedürfnisse unterschiedlicher Hirnstrukturen in adäquater Weise.

Internationale Studie von sechs europäischen Universitäten
Insgesamt wurden im Rahmen der VANTAGE-Studie europaweit 40 PatientInnen operiert. Sechs universitäre Zentren waren daran beteiligt (Wien, Köln, Bristol, Milano, Oviedo und Rennes), die neurochirurgische Studienleitung lag bei der MedUni Wien, die neurologische bei der Medizinischen Fakultät der Universität Köln.