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[in German:] Erhaltung von Telomeren: MedUni-ForscherInnen untersuchen die Rolle der Proteine Pontin und Reptin

[in German:] (Wien, 25-03-2013) Bei der Verdoppelung der Erbsubstanz vor einer Zellteilung verlieren die Enden der Chromosomen, die Telomere, jeweils etwas an Substanz und werden verkürzt. Das bedeutet eine kontinuierliche Alterung der Zellen. Sind die Enden irgendwann zu kurz, stirbt ein großer Teil der Zellen. Deshalb ist das Enzym, das Telomere wieder verlängern kann, die Telomerase, eine wichtige Ausstattung „unsterblicher“ Krebszellen. Dieses Enzym ist in gesunden Gewebezellen nicht mehr vorhanden, wird aber in Tumorzellen wieder reaktiviert und kann so zur „Unsterblichkeit“ beitragen. Daher ist die Telomerase ein wichtiger Zielpunkt für den Ansatz von neuen Tumortherapien.

Tumorzellen nutzen aber nicht nur die Telomerase zur Erhaltung und Verlängerung der Telomere, sondern auch einen alternativen Mechanismus (ALT; Alternative Lengthening of Telomeres).

Die Arbeitsgruppe von Klaus Holzmann vom Institut für Krebsforschung der MedUni Wien und vom Comprehensive Cancer Center beschäftigt sich mit der Rolle der Proteine Pontin und Reptin in diesen Prozessen. Pontin und Reptin sind zwei Eiweiße, die als so genannte Hilfsproteine an vielen wichtigen biologischen Prozessen in den Zellen maßgeblich beteiligt sind – und auch an der Aktivierung von Telomerase.

„Wir haben festgestellt, dass in Zellen ohne Telomerase die Bildung von Pontin stark reduziert vorliegt, nicht aber jene von Reptin.“ Diese Erkenntnisse wurden auf dem ersten wissenschaftlichen Meeting in Bordeaux, in dessen Haupt-Fokus die beiden Proteine standen, „als besonders bemerkenswert aufgenommen“, berichtet Holzmann, der 1998 maßgeblich daran beteiligt war, dass Pontin überhaupt entdeckt wurde. „Denn bisher waren die beiden Proteine grundsätzlich nur gemeinsam nachgewiesen worden.“

Der französische Wissenschafter Jean Rosenbaum hat beide Proteine bei Leberkrebs als verantwortlich für Tumorzellwachstum und –vitalität gefunden und testet derzeit Inhibitoren gegen diese Proteine.

„Das ist auch der Anstoß zu weiteren Forschungen in Richtung gezielter telomer-destabilisierender Therapiemöglichkeiten“, so Holzmann. Therapien, die zwar die Tumorzellen treffen und in ihrem Wachstum behindern, nicht aber die gesunden Zellen.

Termin: Vortrag Jean Rosenbaum am 17. Mai 2013
Am 17. Mai um 13.00 Uhr hält Jean Rosenbaum im Hörsaal-Container des Instituts für Krebsforschung der MedUni Wien (Borschkegasse 8a, 1090 Wien) einen Vortrag mit dem Titel "Reptin and Pontin in liver carcinogenesis: expression, function, and targeting" – anschließend gibt es die Möglichkeit zur Diskussion mit dem Forscher.