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[in German:] Hepatitis C: Frühere Therapie verträglicher und effektiver

[in German:] (Wien, 25-07-2012) 80.000 bis 90.000 Menschen dürften in Österreich - es gibt keine genauen Zahlen - an chronischer Hepatitis C leiden. Die durch Blut und -produkte übertragene Virusinfektion verläuft lange symptomlos, am Ende können aber Leberzirrhose, Versagen des Organs oder ein Leberkarzinom stehen. Aus Anlass des bevorstehenden Welt-Hepatitis-Tages (28. Juli) betonten am Mittwoch Fachleute bei einer Pressekonferenz die Notwendigkeit einer frühen und dann umso verträglicheren und wirksameren Behandlung.

"In den ersten 20 Jahren (nach der Infektion, Anm.) passiert eigentlich gar nichts. Dann kommt es aber bei einem Prozent der Fälle und Jahr zu einer Leberzirrhose", sagte der österreichische Hepatitis C-Pionier, der Wiener Gastroenterologe Peter Ferenci von der MedUni Wien (Universitätsklinik für Innere Medizin III). Auch die Leberzirrhose durch die chronische Entzündung ist noch nicht die größte Gefahr. Allerdings, bei drei bis fünf Prozent der Betroffenen und Jahr kommt es zum Leberversagen. Ferenci: "Ein Drittel der Patienten sterben an Leberkrebs."

Hepatitis C kann sexuell nicht übertragen werden. Ehemals waren kontaminierte Blutprodukte (Gerinnungsfaktoren und die Plasmapherese) die hauptsächlichen Übertragungswege. Heute sind bei Neuinfektionen vor allem intravenös Drogen injizierende Personen gefährdet. Zwei Drittel der Erkrankungen werden in Österreich vom HCV-Genotyp 1 (insgesamt vier Typen mit unterschiedlicher Verbreitung weltweit) verursacht.

In der Therapie hat sich in den vergangenen Jahren eine echte Revolution abgespielt: Mit der herkömmlichen Standardtherapie mit PegInterferon-alpha und der in Tablettenform täglich einzunehmenden Substanz Ribavirin gelang eine Ausheilung bei 40 bis 50 der Patienten mit chronischer Hepatitis C vom Genotyp 1 (bei den übrigen Typen höher).

Neue oral einzunehmende Hemmstoffe der Protease der HCV-Erreger vom Genotyp 1 (Boceprevir, Telaprevir) als zusätzliche Medikation können die Ausheilungsrate erhöhen und die Therapiedauer verkürzen. Harald Hofer von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien am AKH: "Damit steigt die Ausheilungsrate um 25 bis 30 Prozent auf rund 70 Prozent." Auch bei einem Rückfall nach erster Standardtherapie (nur PegInterferon und Ribavirin) lässt sich noch ein Erfolg bei an die 70 Prozent der Betroffenen erzielen.

Wichtig wäre aber eine möglichst frühzeitige Behandlung. Hofer: "Das hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Eine Indikation für eine Therapie besteht aber ab dem Vorliegen einer Leberfibrose (Leberverfettung aufgrund einer chronischen Hepatitis C, Anm.). Bei Patienten mit einer Zirrhose ist die Behandlung schlechter verträglich und weniger wirksam."