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[in German:] Kongress der deutschen Hochdruckliga zeichnete zwei MedUni-ForscherInnen aus

[in German:] (Wien, 15-01-2013) Marlies Antlanger und Johannes Kovarik von der Universitätsklinik für Innere Medizin III, Abteilung für Nephrologie und Dialyse (Arbeitsgruppe Marcus Säemann) wurden von der deutschen Hochdruckliga (DHL) ausgezeichnet: Sie erhielten auf dem 36. Wissenschaftlichen Kongress der DHL in Berlin den Dr. Albert-Buding-Förderpreis, der mit 10.000 EUR dotiert ist. Die Ehrung erhielten die MedUni-ForscherInnen für ihren innovativen Forschungsansatz zum tieferen Verständnis des Renin-Angiotensin-Systems bei niereninsuffizienten PatientInnen ("Influence of  Renin-Angiotensin-System Blocking Therapy on the Dynamics of Angiotensin Peptides in Hemodialysis Patients“).

Gegenwärtig stellt die RAS Blockade durch ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker den gültigen Therapiestandard bei niereninsuffizienten PatientInnen dar. Die Bedeutung einer intensiven RAS Blockade wurde jedoch in letzter Zeit durch große klinische Studien in Frage gestellt. Darüber hinaus ist der Stellenwert einer RAS Blockade bei HämodialysepatientInnen ungeklärt. Bisherige Methoden zum Verständnis des komplexen Angiotensinsystems sind an der Unmöglichkeit, diese exakt zu quantifizieren gescheitert.

Säemann: „Mit Hilfe der neuen, in Wien entwickelten und auf Massenspektrometrie basierenden Methode ist es nun möglich, das komplette RAS in seiner Komplexität und Dynamik zu erfassen. Dies  ermöglicht neue Schritte in Diagnostik und Therapie von vielen Erkrankungen mit RAS Dysregulation, vor allem bei Herz- und Nierenerkrankungen.“ In der gewürdigten Arbeit konnte gezeigt werden, dass verschiedene Formen der RAS-Blockade unterschiedliche Muster der Angiotensinregulation bei chronischen HämodialysepatientInnen hervorrufen, wobei erstmals das sogenannte „alternative“ RAS, welches das klassische Angiotensin-II antagonisiert, „sichtbar“ gemacht werden konnte. Es wird derzeit vermutet, dass die beobachteten Unterschiede in der Expression von „klassischen“ gegenüber „alternativen“ Angiotensinen maßgeblich mit den klinischen Effekten der unterschiedlichen RAS Blocker verknüpft sind.

Gegenwärtig arbeiten Antlanger und Kovarik innerhalb eines neuen Forschungsclusters (Leitung: Marcus Säemann, Innere Medizin III) intensiv an weiteren grundlagenorientierten sowie klinischen Projekten, die neben der Entschlüsselung des RAS auch innovative individualisierte Therapiestrategien in der chronischen Niereninsuffizienz bringen sollen.


Zu den  Personen

1986 in Linz geboren, studierte Marlies Antlanger von 2004 bis 2010 an der Medizinischen Universität Wien Humanmedizin (inklusive diverser Auslandsaufenthalte: Université Pierre et Marie Curie in Paris, Wake Forest University North Carolina, Pennsylvania Hospital Philadelphia). Seit 2010 ist sie Assistenzärztin ist Abteilung für Nephrologie und Dialyse sowie wissenschaftlich in der Arbeitsgruppe von Marcus Säemann tätig.

1981 in Wien geboren, absolvierte Johannes Kovarik sein Studium der Humanmedizin zwischen 2000 und 2005 an der MedUni Wien. Danach PhD-Studium am Institut für Immunologie (Gerhard Zlabinger). Seit 2011 ist Johannes Kovarik Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Innere Medizin III, Abteilung für Nephrologie und Dialyse und arbeitet wissenschaftlich in der Arbeitsgruppe von Marcus Säemann.