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[in German:] Medizinische Universität Wien trauert um Arnulf Fritsch

[in German:] Arnulf Fritsch wurde 1926 in Waidhofen/Ybbs geboren, studierte in Wien und promovierte 1951. Er begann seine chirurgische Ausbildung im Kaiser-Franz-Josef-Spital, von wo er an die 1. Chir. Univ. Klinik zu Prof. Fuchsig kam, wo er sich 1967 habilitierte. 1971 wurde er zum Ao. Professor bestellt, 1974 übernahm er die Chirurgische Abteilung im Krankenhaus Floridsdorf, von wo er 1977 als Vorstand an die 1. Chirurgische Universitätsklinik berufen wurde. Im Jahr 1993 übersiedelte er die Klinik ins damals Neue AKH und wurde erster Leiter der nun (seit 1848 erstmals) wiedervereinigten Universitätsklinik für Chirurgie bis zu seiner Emeritierung am 30. September 1995.

Sein fachliches interesse galt besonders der Chirurgie der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse, aber auch der endokrinen Chirurgie. Seine besonders anatomieorientierte Präparationstechnik war bedächtig, aber zu ihrer Zeit unerreicht - er war dafür bekannt, dass man die Eingriffe sozusagen in jedem Stadium für ein Lehrbuch hätte photographieren können. Chirurgische Technik und Konzentration auf die PatientInnen waren seine absoluten Stärken. In seinen 28 Jahren als Klinikchef bildete er ganze Generationen von ChirurgInnen aus. Dutzende seiner SchülerInnen wurden zu Abteilungsleitern in Schwerpunkt- und Versorgungskrankenhäusern, aber auch der universitären Chirurgie berufen.

Neben seiner Tätigkeit als Chirurg widmete er sich der Weiterentwicklung der Medizinischen Fakultät - insgesondere in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Strukturteams AKH, das in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Spezialisierung der Fächer in innovativer  Weise auch strukturell ermöglichte - im Vorfeld der Übersiedlung der Kliniken ins damals "Neue" AKH, die bis heute nachwirkt. Seine Bereitschaft, Althergebrachtes zu überwinden und offen zu sein für neue Ideen, zeichnete ihn als großen Pionier aus. Als Dekan der Medizinischen Fakultät führte er diesen naturgemäß schwierigen Prozess umsichtig und mit Augenmaß.

Nach seiner Emeritierung 1995 konnte er sich vermehrt seinen geliebten Bergen widmen (im Kletterführer des Gesäuses sind eine Reihe von Erstbegehungen durch ihn vermerkt), dies war ihm aber durch die schwere Krankheit seiner Gattin, die er in bewundernswerter Weise pflegte, und durch eigene Krankheit nur viel zu kurz vergönnt.

Wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.

Michael Gnant
(stv. Leiter der Klinik für Chirurgie)