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[in German:] MedUni Wien erforscht Entwicklung der Sprachfähigkeiten im Gehirn von Ungeborenen

[in German:] (Wien, 18-05-2016) Ein Forschungsprojekt der MedUni Wien untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen der vorgeburtlichen Asymmetrie des Gehirns und den späteren Sprachfähigkeiten, der Lokalisation dieser Fähigkeiten und den sprachrelevanten Faserverbindungen im Gehirn. Dazu werden mittels Magnetresonanzuntersuchung vorgeburtliche Daten mit späteren Sprachfähigkeiten und Ausprägungen von sprachrelevanten Arealen verglichen.


Das Gehirn zeigt bei den meisten Menschen eine Asymmetrie seiner Strukturen. Die linke Hemisphäre, speziell der linke Temporallappen, weist dabei meist mehr Volumen und Faserverbindungen auf. In Vorarbeiten konnte die Forschungsgruppe der MedUni Wien eine Asymmetrie des fetalen Gehirns bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche nachweisen. Bei Kindern ab dem Alter von 6 Jahren konnte des Weiteren gezeigt werden, dass ein Zusammenhang zwischen einer funktioneller Asymmetrie des kindlichen Gehirns und Sprachfähigkeiten der ProbandInnen besteht.


Aktuell liegt der Forschungsfokus nun auf der Beziehung zwischen der vorgeburtlichen Asymmetrie der Gehirnstrukturen und der Lokalisation von Sprache im Gehirn, den sprachrelevanten Faserverbindungen und den Sprachfähigkeiten derselben Kinder einige Jahre später.


Zu diesem Zweck werden bei Kindern, die eine Magnetresonanzuntersuchung als Föten im Mutterleib zwischen der 20. und 30. Schwangerschaftswoche hatten, im Alter ab 6 Jahren eine Magnetresonanzuntersuchung zur Darstellung der sprachrelevanten Faserverbindungen und der Lokalisation von Sprachfunktionen durchgeführt sowie ihre Sprachfähigkeiten getestet.


Diese Studie wird zum ersten Mal vorgeburtliche Daten mit späteren Sprachfähigkeiten und Ausprägungen von sprachrelevanten Arealen und Faserverbindungen im Längsschnitt bei denselben ProbandInnen vergleichen. Mit dem Wissen, das durch diese Studie gewonnen wird, hoffen die ForscherInnen der MedUni Wien, frühe Marker für spätere Sprachfähigkeiten oder -einschränkungen finden zu können.

Kooperationsprojekt der Kinderklinik und des Department of Biomedical Imaging and Image-guided Therapy
Das innovative Projekt wird in Kooperation zwischen der neuropädiatrischen Forschungsgruppe der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde (Lisa Bartha-Doering, Rainer Seidl) und dem Department of Biomedical Imaging and Image-guided Therapy der MedUni Wien (Daniela Prayer, Gregor Kasprian, Georg Langs, Andras Jakab) durchgeführt. Das Projekt vereint ExpertInnen unterschiedlicher Disziplinen: Linguistik, Psychologie, Medizin, Mathematik und Computerwissenschaften. Der FWF fördert das Projekt im Rahmen des Programm KLIF (Principal Investigator: Lisa Bartha-Doering).