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[in German:] MedUni Wien trauert um Josef Suko

[in German:] (Wien, 07-03-2016) Am 25. Februar 2016 ist Professor Josef Suko im 80. Lebensjahr verstorben.

Josef Suko trat nach seinem Medizinstudium in den frühen 60er Jahren in das Pharmakologische Institut ein, wo er seine Ausbildung in der Arbeitsgruppe von Georg Hertting begann. Dementsprechend lag der Schwerpunkt seiner Arbeit in Untersuchungen zum Catecholaminmetabolismus. Bereits Ende der 60er-Jahre übersiedelte Josef Suko nach Denver, Colorado, wo er im Department of Pharmacology bei Charles Sidley die Regulationsmechanismen der Herzmuskelkontraktion untersuchte. Diesem Thema blieb er seine ganze akademische Karriere treu.

Nach seiner Rückkehr nach Österreich etablierte Josef Suko sich zunächst für zwei Jahre in Wien, wo ihm beeindruckende Arbeiten über die Regulation des Calcliumtransports durch Schilddürsenhormone gelangen. Diese Arbeiten sind nicht nur technisch und inhaltlich bemerkenswert, sie sind auch deshalb interessant, weil sie nur einen Autor haben, Josef Suko. Nach diesem Meisterstück ging Josef Suko für drei Semester an das Max-Planck-Institut für medinische Forschung in Heidelberg zu Madoka Makinose, um den katalytischen Zyklus der Calcium-Pumpe des sarkoplasmatischen Retikulums zu untersuchen.

Im Jänner 1975, ein Jahr nach seiner Rückkehr nach Wien, wurde Josek Suko für Pharmakologie habilitiert. Es folgte die Berufung zum Professor für Pharmakologie 1992 und die Leitung des Instituts von 1992 bis 1995.
Josef Suko hatte einen prägenden  Einfluss auf alle jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts: Er war der erste, der biophysikalische Methoden an unserm Institut eingeführt hatte; sein Labor verfügte dementsprechend über einen beeindruckenden Gerätepark. Man war in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen, wenn man ein Gerät in seinem Labor verwenden durfte und Experimente mit ihm diskutieren durfte.

Die Verleihung des Ritterschlags bestand für uns darin, dass er unseren jeweiligen Rat zur Durchführung oder Interpretation eines Experiments suchte. Josef Suko war auch ein begnadeter Experimentator. Er war auch am Ende seiner Karriere noch daran interessiert, neue Methoden zu erlernen und sie perfekt zu beherrschen, z.B. die Messung von Strömen durch (gereinigte und in eine Membran rekonstituierte) einzelnen Ionenkanäle. Seine letzten beiden Arbeiten, die im Jahre seiner Pensionierung 2001 bzw. ein Jahr danach erschienen, enthalten eine lange Liste von Abbildungen, deren experimentelle Daten er selbst generiert hat. Das ist im modernen Wissenschaftbetrieb selten geworden. Es wäre aber gut.


Michael Freissmuth, Institutsvorstand, Institut fuer Pharmakologie Leiter, Zentrum fuer Physiologie und Pharmakologie Medizinische Universitaet Wien.