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[in German:] Onkologische Rehabilitation macht Krebs-PatientInnen wieder mobil

[in German:] (Wien, 28-05-2014) Das Tumorboard für Onkologische Rehabilitation an der MedUni Wien wurde vor vier Jahren ins Leben gerufen. ExpertInnen verschiedener Fachrichtungen legen hier in einer gemeinsamen Konferenz maßgeschneiderte Rehabilitationsmaßnahmen für PatientInnen nach Krebsbehandlungen fest. Das Ziel ist es, diesen zu helfen, wieder mobil zu werden, ihre Schmerzen zu mindern und in Folge ihr Wohlbefinden und damit die Lebensqualität und Teilhabe zu steigern.

An der MedUni Wien gibt es in Kooperation mit dem Comprehensive Cancer Center Vienna (CCC) von MedUni Wien und AKH Wien mehrere Tumorboards zur Besprechung von individuell abgestimmten Therapien bei diversen Krebserkrankungen. Ein Tumorboard ist - vereinfacht gesagt - eine Beratungsgruppe von ÄrztInnen und ExpertInnen verschiedener Disziplinen, die über therapeutisches Vorgehen bei Krebserkrankungen entscheiden. Hier beschließen Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam, welche Behandlungen für den jeweiligen Patienten oder Patientin am sinnvollsten erscheinen

Einen besonderen Fall bildet das Tumorboard für Onkologische Rehabilitation. „Hier beraten unsere ExpertInnen über Rehabilitationsmaßnahmen nach onkologischen Behandlungen, und das ist weltweit einzigartig“, erklärt Richard Crevenna von der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation und Leiter der rund 15 Jahre bestehenden Ambulanz für Onkologische Rehabilitation.

Mobilität steigern, Schmerzen lindern
Überlebensnotwendige Krebsbehandlungen, sei es operativ oder in Form einer Strahlen-, Chemo- oder weiteren onkologischen Therapie, können den menschlichen Organismus ziemlich belasten. Viele PatientInnen haben noch Begleiterkrankungen, die sie zusätzlich in ihrer Mobilität einschränken. Chronische Schmerzen beeinträchtigen obendrein das Wohlbefinden und die Teilhabe.

Dass nicht jeder operierte Fall ein Kandidat für das Fitnessstudio oder die Jogging-Strecke sein kann, liegt auf der Hand. Umso wichtiger ist es, Reha-Maßnahmen für Krebs-PatientInnen nach individueller Leistungsfähigkeit und klinischer Belastbarkeit festzulegen. PatientInnen erhalten maßgeschneiderte Übungen und Trainingspläne und werden bei ihrer Rehabilitation unter ärztlicher Aufsicht fachkundig begleitet. Dazu werden von den ÄrztInnen der MedUni Wien seit Jahren auch Methoden des Biofeedbacks eingesetzt. Neben Ernährungsberatung kommen hier auch Gender- und Diversity-Ansätze zur Anwendung. Körperliches Training dient hier nicht nur dem Wiederaufbau nach einer Behandlung, sondern kann auch die Vorbereitung auf diese sein. „Viele KrebspatientInnen sollten bereits ab der Diagnose – nach Rücksprache mit dem onkologisch tätigen Facharzt – mit von uns supervidiertem körperlichen Training beginnen. Ein gekräftigter Organismus scheint Krebsbehandlungen in vielen Fällen besser als ein geschwächter zu vertragen. In einigen Fällen scheint es laut der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage sogar den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen zu können“, rät Crevenna.


Bewegung auch im Krankheitsfall
Wurden KrebspatientInnen vor 20 Jahren noch angehalten, sich zu schonen und auf übermäßige körperliche Bewegung zu verzichten, hat in den vergangenen Jahren ein regelrechter Paradigmenwechsel stattgefunden. „Heute ist es genau umgekehrt. Die Leute sollen sich – allerdings fachärztlich beraten und supervidiert - bewegen, gerade auch bei schweren Erkrankungen“, erzählt Crevenna, „die Patienten verbessern durch körperliches Training ihr allgemeines Wohlbefinden, ihre Leistungsfähigkeit und minimieren ihre Schmerzen.“

Service: European Review of Aging and Physical Activity
Richard Crevenna, From neuromuscular electrical stimulation and biofeedback-assisted exercise up to triathlon competitions — regular physical activity for cancer patients in Austria, April 2013, Volume 10, Issue 1, pp 53-55. http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11556-012-0110-8