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[in German:] Pfizer Poster Preis der Fundación Ramón Aceres an Nicole Amberg

[in German:] (Wien, 05-02-2016) Nicole Amberg vom Institut für Krebsforschung der MedUni Wien wurde am internationalen Kongress „Stem cells of the skin – target and cure for disease“ für ihre Forschungsarbeit „Epidermal EGFR regulates hair follicle morphogenesis“ mit dem Pfizer Poster Preis ausgezeichnet.


Nicole Amberg konnte mit der Präsentation ihrer Arbeit beim Kongress der Fundación Ramón Aceres im spanischen Santander überzeugen. Sie präsentierte eine Studie, die sich mit der Rolle von EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor) für die Entwicklung von Hautstammzellen, insbesondere der Stammzellen der Haarwurzeln, befasst.

Im Rahmen dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass während der Entwicklung der Haut die Expression des EGFR in der interfollikulären Epidermis von großer Bedeutung für das Überleben der Haarwurzel-Stammzellen und daraus folgend den Aufbau der Haare ist. Ohne EGFR wurden nur verkümmerte Haare gebildet, die nicht zur Selbsterneuerung fähig waren, was über die Zeit zu völligem Haarausfall führte. Es konnte erstmals gezeigt werden, dass ohne EGFR in der Haut eine Anhäufung von DNA-Beschädigungen entsteht, die zur Aktivierung eines Proteins namens p53 führt. Bei zu hohen Mengen an DNA-Schädigungen führt p53 zum Zelltod, was in Stammzellen zu einem Ausdünnen der Stammzell-Population und reduzierter Erneuerung führt.

Interessanterweise verhindert das zusätzliche Ausschalten von p53 nicht die Ausbildung von verkümmerten Haaren, verhindert aber dennoch das erhöhte Absterben von Haarwurzel-Stammzellen. Diese Resultate legen nahe, dass der EGFR unabhängig von einer wichtigen Funktion für das Überleben von Stammzellen die exakte Differenzierung der Haare reguliert. Um den molekularen Details dieser Beobachtungen auf die Spur zu kommen, wurde eine großflächige genetische Analyse begonnen. Die Entschlüsselung des Mechanismus der Rolle von EGFR für die Haarentwicklung könnte KrebspatientInnen helfen, die im Rahmen einer Anti-EGFR-Therapie an den häufigen Nebenwirkungen wie Hautausschlägen, Haarverkümmerungen und Haarausfall leiden.

Zur Person
Nicole Amberg, 1984 in Deutschland geboren, studierte von 2004 bis 2010 Molekulare Biologie und Zoologie an den Universität Wien. Seit 2008 ist sie Teil der Forschungsgruppe von Maria Sibilia im Institut für Krebsforschung der MedUni Wien, wo sie Ende 2010 ihr Studium abschloss und ihre Dissertation anschloss. Ihre Dissertation beschäftigt sich mit dem Wechselspiel von Stammzellen in der Haut mit unterschiedlichen Einflüssen wie Entzündung, Inhibierung von EGFR Signaling oder Hautkrebsentstehung/-behandlung. Nicole Amberg wurde während ihres Studiums mit dem Professor-Dr.-Zerweck/Cassella Stipendium gefördert und unter anderem mit dem Poster-Präsentationspreis der Young Scientist Association der MedUniWien im Jahr 2011 in Wien ausgezeichnet. Zusätzlich erhielt sie 2011 im Rahmen des 12th International Workshop on Langerhans Cells in Innsbruck den Travel Award. Sie wirkte bereits an einer 2013 veröffentlichten Studie mit, die zeigen konnte, dass Blockieren der EGFR Aktivität in der Haut zur verminderter Produktion antimikrobieller Moleküle und damit reduzierter Abwehr von Oberflächen-Bakterien führt. Dies führt zu starker Bakterienvermehrung und Hautentzündung, was häufig in KrebspatientInnen beobachtet wird, die mit Anti-EGFR-Therapie behandelt werden.

Zur Studie
Epidermal EGFR controls cutaneous host defense and prevents inflammation. Lichtenberger BM, Gerber PA, Holcmann M, Buhren BA, Amberg N, Smolle V, Schrumpf H, Boelke E, Ansari P, Mackenzie C, Wollenberg A, Kislat A, Fischer JW, Röck K, Harder J, Schröder JM, Homey B, Sibilia M.
Sci Transl Med. 2013 Aug 21;5(199):199ra111. doi: 10.1126/scitranslmed.3005886.
PMID: 23966300 http://stm.sciencemag.org/content/5/199/199ra111