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[in German:] Philipp Schwabl erhält Best Basic Science Abstract Award der European Association for the Study of the Liver (EASL)

[in German:] (Wien, 20-04-2016) Philipp Schwabl PhD Student und Assistenzarzt an der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie (Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien) wurde für seine Oral Presentation am International Liver Congress in Barcelona mit dem Best Basic Science Abstract Award von der European Association for the Study of the Liver (EASL) ausgezeichnet.


Die Studie “The guanylyl cyclase stimulator riociguat reduces liver fibrosis and portal pressure in cirrhotic rats” wurde im Rahmen des 51. International Liver Congress (ILC) – der europäischen Tagung der European Association for the Study of the Liver (EASL) in Barcelona vorgestellt. In der Arbeit werden erstmalig die positiven Effekte von Riociguat – einem Stimulator der löslichen Guanylatzyklase (sGC) – in Modellen für Leberzirrhose und Pfortaderhochdruck beschrieben. Die sGC spielt eine wesentliche Rolle in der Signalkaskade von Stickstoffmonoxid, welches blutgefäßerweiternde und protektive Eigenschaften hat. Riociguat konnte in einem präventiven Ansatz (Therapiegabe während der Ausbildung einer Leberfibrose) sowohl im hepatotoxischem Modell (Carbontetrachlorid) als auch im cholestatischen Modell einer biliären Zirrhose (Gallengangsligatur) das Ausmaß der Leberfibrose senken und den portalen Hochdruck reduzieren. Auch in einem therapeutischen Ansatz (Therapiegabe erst nach etablierter Leberzirrhose) waren positive Effekte von Riociguat vor allem im cholestatischen Modell zu beobachten. Diese Studien legen nahe, dass sGC-Stimulatoren, wie Riociguat (welches bereits in klinischer Verwendung für das Krankheitsbild des Lungenhochdrucks ist) auch positive Effekte bei PatientInnen mit Leberfibrose und portaler Hypertension haben können. Dieser vielversprechende und neue Therapieansatz wird in Kooperation mit anderen akademischen und industriellen Partnern weiter verfolgt.

Weiters wurde von Philipp Schwabl am ILC 2016 in Barcelona eine Studie über die Effekte eines neuen selektiven, nicht-steroidalen FXR-Agonisten in einem Fettlebermodell vorgestellt. FXR ist ein nukleärer Hormonrezeptor, welcher vor allem im Gastrointestinaltrakt und in der Leber vorkommt und die Synthese von Gallensäuren sowie den Glukose- und Lipidmetabolismus beeinflusst. In der von Michael Trauner geleiteten Studie führte in einem Fettlebermodell die Langzeitgabe von GS-9674 zu dosis-abhängigen, antifibrotischen und auch Pfortaderdruck-senkenden Effekten. Die synergistische Kombinationstherapie aus dem FXR Agonist GS-9674 gemeinsam mit einem nicht-selektiven Betablocker (Betablocker sind die derzeitige medikamentöse Standardtherapie der portalen Hypertension) erwies sich als sehr effektiv. Zusätzlich zu der Reduktion des Blutfluss in das Pfortadergebiet durch den Betablocker, trug GS-9674 zu einer Verbesserung der Leberarchitektur und einer Erweiterung der Lebersinusoide bei, wodurch der erhöhte Pfortaderdruck effizient gesenkt werden konnte. Diese experimentellen Daten liefern zusätzliche Evidenz, den FXR Agonisten GS-9674 der Firma Gilead, nach Beendigung der aktuell laufenden Phase 1 Studie bei PatientInnen mit Fettlebererkrankung, auch klinisch weiter zu untersuchen.

Diese beiden Grundlagenprojekte wurden gemeinsam mit zahlreichen anderen experimentellen und klinischen Studien der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie am ILC 2016 in Barcelona vorgestellt. Diese Kongressbeiträge am größten europäischen Leber-Meeting im Jahr 2016 konnte die Vorreiterrolle der Wiener Hepatologie an der MedUni Wien weiter unterstreichen.

 

Zur Person
Philipp Schwabl ist Assistenzarzt an der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie (Leitung: Michael Trauner) der Universitätsklinik für Innere Medizin III. Er studierte Humanmedizin an der MedUni Wien und absolviert aktuell das PhD-Studium an der MedUni Wien im N094 Programm “Vascular Biology”. Schwabl arbeitet seit 2009 im experimentellen Labor für hepatische Hämodynamik (Leitung: Thomas Reiberger) und hat bereits zahlreiche Arbeiten im Bereich der experimentellen und klinischen portalen Hypertension und Leberfibrose publiziert. Für die aktuelle Arbeit erhielt Schwabl auch den Förderungspreis für Junge Wissenschaft der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH).

Referenzen
•    Schwabl P, Brusilowska K, Riedl F, Bauer D, Strobel B, Supper P, Rohr-Udilova N, Hayden H, Podesser B, Reiberger T, Trauner M, Peck-Radosavljevic M. The guanylyl cyclase stimulator riociguat reduces liver fibrosis and portal pressure in cirrhotic rats. J Hep 2016; 64 (Suppl2) S140. PS009

•    Schwabl P, Hambruch E, Supper P, Burnet M, Peck-Radosavljevic M, Reiberger T, Kremoser C, Trauner M. The non-steroidal FXR agonist gs-9674 reduces liver fibrosis and ameliorates portal hypertension in a rat NASH model. J Hep 2016; 64 (Suppl2) S165-6. PS058
•    http://www.gilead.com/news/press-releases/2016/4/gilead-presents-new-data-highlighting-progress-in-liver-fibrosis