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[in German:] Professionelles ärztliches Verhalten wird an der MedUni Wien von Beginn an geübt

[in German:] (Wien, 13-11-2012) Studien zeigen, dass sich ein früh im Studium angesetzter, direkter PatientInnenkontakt positiv auf die Entwicklung der sozialen Kompetenz von MedizinstudentInnen auswirkt. Dementsprechend gibt es an der Medizinischen Universität Wien bereits im 1. Semester die Lehrveranstaltung „Soziale Kompetenz“, bei der alle StudienanfängerInnen an der MedUni nach vorbereitenden theoretischen Einheiten an fünf Nachmittagen ein Praktikum im Pflegekrankenhaus „Haus der Barmherzigkeit“ in Wien absolvieren.

Die Lehrveranstaltung umfasst den ersten Kontakt zu pflegebedürftigen Personen, wobei keine pflegerischen oder medizinischen Tätigkeiten verrichtet werden. „Das Gespräch mit den Pflegebedürftigen steht im Mittelpunkt“, sagt Bianca Schuh vom Department für medizinische Aus- und Weiterbildung. „Die Tätigkeiten sind im gleichen Rahmen wie bei Besuchsdiensten. Die Studierenden übernehmen eine wichtige Rolle im Betreuungssetting, indem sie sich mit den pflegebedürftigen Personen unterhalten, mit ihnen spazieren gehen oder sie zur Therapie begleiten.“

Verständnis für nicht-ärztliche Gesundheitsberufe
Dabei werden auch die Funktion und die Aufgabenstellungen eines Pflegekrankenhauses vermittelt, gepaart mit notwendigen praktischen Handgriffen, wie dem Bedienen eines Rollstuhls.

Im Vordergrund steht aber der Umgang mit PatientInnen unter der Berücksichtigung ihrer jeweiligen Erkrankungen, wie z.B. Demenz oder Multipler Sklerose. Gleichzeitig lernen die Studierenden andere Berufsbilder im Gesundheitsbereich kennen. Christoph Gisinger, Institutsdirektor und ärztlicher Leiter des „Hauses der Barmherzigkeit“: „Das erhöht das Verständnis für die Leistung der nicht-ärztlichen Berufsgruppen im Gesundheitssystem. Zudem werden die StudentInnen für professionelles Verhalten in einem interprofessionellen Team sensibilisiert.“

Das so genannte Line-Element „Soziale Kompetenz“ wurde von der Curriculumdirektion unter der Projektleitung von Bianca Schuh und in Kooperation mit dem Haus der Barmherzigkeit unter der Lehrveranstaltungsleitung von Christoph Gisinger im Wintersemester 2009/2010 in das Medizincurriculum an der MedUni Wien integriert.

Jede/r Studierende muss anschließend an die Teilnahme seine Erfahrungen schriftlich und in der Gruppe reflektieren. Die Auswertungen zeigen, dass sich die Haltungen gegenüber Pflegebedürftigen als auch gegenüber anderen, nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen nach der Lehrveranstaltung deutlich verbessern.